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The Way of the Gun Filmkritik

The Way of the Gun Filmkritik

Film
The Way of the Gun
Autor
anonymous
Filmkritik vom
2008-08-11 17:21:06
Bewertung
2/5 2 stars
Quelle
www.kino.de
Filmkritik

Mit seinem Oscar-prämierten Drehbuch für den Kriminalthriller "Die üblichen Verdächtigen" entwarf Christopher McQuarrie ein verschachteltes Plot-Labyrinth, das auch heute noch Autoren als Vorbild für postmodernen Suspense dient - McQuarrie eingeschlossen. Denn auch sein Regiedebüt, ein moderner Western mit hohem Blei-Gehalt, erzählt eine mit vielen - leider nicht immer sonderlich überraschenden - Twists versehene Geschichte von zwei verkommenen Kriminellen, die mit dem Kidnapping einer für ein Gangsterehepaar engagierten Ersatzmutter hoffen, endlich den großen Coup landen zu können.

Als Inspiration führt McQuarrie die Klassiker von John Ford und John Huston an, doch fühlt man sich eher an die blutsaturierte Sam Peckinpahsche Genreaufbereitung seiner kontemporären Kollegen Quentin Tarantino und dessen Protege Robert Rodriguez erinnert, wenn man sieht, wie das offensichtlich an Newman und Redford angelehnte Duo Ryan Phillippe (diesmal wirklich ein eiskalter Engel) und Benicio Del Toro zur Sache geht. Gleich die Eröffnungssequenz, in der die beiden Protagonisten Parker und Longbaugh als gewissen- und ehrelose "Outlaw-Lowlifes" eingeführt werden, zeugt von der Tarantino-Dialogschule der unablässigen Obszönitäten, in der das F-Wort mit der Eindringlichekit eines Mantras zum Einsatz kommt. Die Darstellung von Gewalt wird hart und laut McQuarrie "besonders realistisch" vorgenommen. Per Zufall kundschaften die beiden Dünnbrett-Desperados reiche Beute aus, als sie von der hochschwangeren Robin ("Natural Born Killer" Juliette Lewis einmal mehr am White-Trash-Gesellschaftsrand) erfahren, die für ein Entgelt von einer Million Dollar für den korrupten Geschäftsmann Chidduck und dessen eitle Frau ein Kind austrägt. Nach einem ausgedehnten Feuergefecht mit ihren Leibwächtern (darunter Taye Diggs und Nicky Katt) begeben sie sich mit ihrem Opfer in ein billiges Motel, wo sie alsbald von Chidducks unerschütterlichem Killer Sarno (Schauspielveteran James Caan gelingt es, sich mit weltmüder Coolness als sympathischste Figur in diesem Reigen der Antihelden zu profilieren) aufgespürt werden. Er kontert ihre Lösegeldforderung mit einem lakonischen Gegenangebot, das sie jedoch ausschlagen und nach einem weiteren "Shootout" mit zwei Cops und Chidducks Schergen flüchten sie sich in ein heruntergekommenes mexikanisches Stundenhotel. Dort kommt es schließlich zum finalen langgezogenen "South-of-the-border-Standoff", der die üblichen Western-Klischees mit alternden Hitmen und einer grotesken Kaiserschnitt-Szene aufmischt.

Erwartungsgemäß handelt es sich um hingerotzte "Pulp Fiction" mit doppelten Boden, in der fast jede Figur etwas vermeintlich Unerwartetes zu offenbaren hat. Doch es mangelt an emotionaler Einbindung der Protagonisten, deren anfängliche Amoral zwar durch ihre zähneknirschende Fürsorglichkeit für ihre Geisel gemildert wird. Übermäßig interessante Figuren sind sie dennoch nicht. Mit einem bescheidenen Budget von weniger als zehn Mio. Dollar realisiert, hat der zynisch-blutige Neo-Western einen preisgünstigen, dreckigen Look, der sich gut mit der präsentierten Geschichte verträgt. Insofern ist "Way of the Gun" solides Genreprodukt. Der Eindruck, dass McQuarrie den Tarantino-Zug um etwa fünf Jahre verpasst hat, drängt sich dennoch auf. ara.

Copyright © www.kino.de 2008.



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