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Vernascht! Filmkritik

Vernascht! Filmkritik

Film
Vernascht!
Autor
anonymous
Filmkritik vom
2008-02-11 18:32:05
Bewertung
2/5 2 stars
Quelle
www.kino.de
Filmkritik

Drei Jungs, die sich im Diner über Frauen und Sex die Lippen schaumig reden, sind die Hauptfiguren einer Komödie, die Autor, Produzent und Regisseur Peter M. Cohen eine "Single"-Satire nennt. Als solche amüsiert sich "Whipped" über die archaisch wirkenden Balztechniken von sich eingenommener New Yorker Männer, die ein und derselben Traumfrau begegnen und von ihr domestiziert werden. Wer Machos gezähmt sehen und seinen sexuellen Wortschatz aufgebessert haben will, wird hier fündig, auch wenn sich der Spaß Kunstpausen erlaubt.

Manches am Regiedebüt Cohens erinnert an Spike Lees Erstling "She's Gotta Have It", in dem Tracy Camilla Johns mit drei New Yorker Männergöttern jonglierte. Auch Cohens Film benutzt eine ähnliche Dynamik, versteht sich als Low-Budget-Indie mit dem Anspruch, Mann-Frau-Reiz-Reaktionsketten mit Humor und Authentizität auf die Leinwand zu bringen. Im Unterschied zu Lee entwickelt sich der Charme in vergleichsweise reduzierter Dosis, steht der Offenheit im Wort, die den Sex-Slang in ungeahnte Höhen treibt, eine körperliche Verklemmtheit entgegen, die dem verbalen Naturalismus die Power nimmt. So wird die Bettdecke zum wichtigsten Bekleidungsstück, und die Provokation zum Rückzugsgefecht. Dass hinter viel Wind oft heiße Luft steckt, ist neben der Entlarvung des sexuellen Gesprächs- und Paarungsverhaltens beider Geschlechter, eine der zentralen Botschaften des Films. Festgemacht wird sie am selbstverliebten Paradehengst Brad (Brian Van Holt), der mit dem verheirateten Single-Deserteur Eric am meisten Vergnügen bereitet, und seinem Freund Zeke, der sich für ein ebenso perfekt verpacktes Gottesgeschenk hält. Das Trio komplettiert ein neurotischer Softie, der sich wie seine Freunde als Mittelpunkt der Erde fühlt, als die schöne Mia (Amanda Peet, Bruce Willis' Killerlehrling aus "Keine halben Sachen") in ihr Leben tritt. Natürlich erweist sich der männliche Panzer aus Triebverlangen und Gefühlsabstinenz schnell als Illusion, wenn Mia mit drei Verehrern zu jonglieren beginnt. Ohne die Exklusivität schwindet das Selbstbewusstsein zur Planktongröße, während die unerwartete seelische Intimität selbst vertrauteste Rituale wie den sonntäglichen Diner-Dialog erschüttert. Ohne echten Plot, episodisch und wortlastig kämpft sich diese Beziehungskomödie zu ihrer Pointe, die den Männern einen amüsanten letzten Tritt verpasst. In den USA erzeugte diese Satire freilich nur ein bescheidene Reaktion und hat wohl auch in deutschen Kinos trotz gelungener witziger Passagen nicht die Mittel, um über 82 Minuten wirklich zu erregen. kob.

Copyright © www.kino.de 2008.



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