Konventioneller Konzertfilm über die Südamerika-Tour der irischen Kult-Band U2, der komplett in 3D gedreht ist, von diesen Effekten aber nur bedingt profitiert.
Eigentlich gibt es ja schon einen Konzertfilm über die irische Popformation U2. Phil Joanou, der später als Spielfilmregisseur von "Im Vorhof zur Hölle" oder "Eiskalte Leidenschaft" reüssierte, begleitete die Band 1987 bei deren "Joshua Tree"-Tour durch die USA. Bemerkenswert damals: die Performance von "I Still Haven't Found What I'm Looking For" mit einem Kirchenchor, und dass man auch etwas über Bono und seine politischen Aktivitäten erfuhr. Jetzt also "U2 3D". Das Innovative an diesem Projekt steckt bereits im Titel, handelt es sich hierbei doch um Live-Konzertaufnahmen, die komplett in digitalem 3D aufgenommen und von zwei altgedienten Weggefährten von U2 (Catherine Owens macht seit 15 Jahren die Bildregie, Mark Pellington drehte das Video "One") auf 84 Minuten verdichtet wurden. Das Rohmaterial entstand 2006 auf der "Vertigo"-Tour in Südamerika, wo die irische Kult-Band unter anderem in Mexiko City, Sao Paulo, Santiago de Chile und Buenos Aires Station machte. In der Regel entfalten 3D-Effekte ihre Wirkung vor allem durch Überraschendes (eine Hand greift plötzlich nach dem Zuschauer) oder Bedrohliches (ein Hai schwimmt förmlich in den Kinosaal hinein). Bei einem abgefilmten Konzert reduziert sich das Vergnügen darauf, dass zuweilen ein Mikroständer in den Raum ragt oder man das Gefühl bekommt, mit den Musikern auf der Bühne oder zumindest gemeinsam mit der tobenden Menge in der ersten Reihe zu stehen. In "U2 3D" laufen die 15 gezeigten Songs in etwa nach dem gleichen Schema ab: Nahaufnahme Bono, weiche kreisende Bewegungen um die Band, Totalen von den Konzertbesuchern und wieder Nahaufnahmen, diesmal von hochgereckten Armen und Digitalkameras. Zugegeben, Fans der Musik von U2 werden begeistert sein und es gibt auch einen magischen Moment, wenn Bono "With or Without You" vorträgt und man das Gefühl hat, seine weit nach vorn gestreckte Hand würde unser Haar berühren. Viel mehr Originelles hat der Blick durch die 3D-Brille allerdings nicht zu bieten. Am ehesten noch den bunten Buchstabensalat, der in einer Sequenz recht plastisch über die Leinwand rieselt. Da auch Backstage-Impressionen fehlen, Gutmensch Bono sich mit politischen Botschaften zurückhält und nur wenig mit dem Publikum interagiert, kann man sich voll und ganz auf die Hits konzentrieren, von denen "I Still Haven't Found What I'm Looking For" allerdings fehlt. lasso.
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