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Als bayerisches Jungen-Abenteuer mit viel "Rama Dama"-Kolorit hat Low-Budget-Filmemacher Norbert Lechner das Kinderbuch von Josef Einwanger adaptiert.
Filme wie "Hierankl" oder "Die Scheinheiligen", vor allem aber Marcus H. Rosenmüllers "Wer früher stirbt ist länger tot" haben so etwas wie eine Renaissance des bayerischen Heimatfilms eingeläutet. Und während Rosenmüller bereits mit "Beste Zeit" nachgelegt hat, ist jetzt Norbert Lechner dran. Der Regisseur und Produzent, der 1991 mit "Wounded Faces" seinen ersten Kinofilm realisierte, präsentiert nun nach dem Kinderbuch von Josef Einwanger ein mit viel Zeit- und Lokalkolorit angereichertes Abenteuer für den Nachwuchs.
Mit "Toni Goldwascher" begibt er sich zurück ins Jahr 1952, in ein kleines niederbayerisches Dorf am Inn. Während sich die Erwachsenen allmählich von den Wirren des Zweiten Weltkriegs erholen, zeigen sich die Kinder vom Frieden eher unbeeindruckt. So hat es die privilegierte "Unterdörfler"-Bande um den Großbauernsohn Beil Hans (bemüht grimmig dreinblickend: Florian Schlegl) ständig auf die Kinder aus dem Waisenhaus und auf den Toni abgesehen, der außerhalb des Dorfes im Goldwascherhaus ein Außenseiterdasein fristet. Doch der eigenbrötlerische Toni kann sich ganz gut wehren, er hat ja seinen treuen Hund Strupp (der heimliche Star des Films) und außerdem will er - wie schon sein Großvater - im Inn nach Gold suchen und er ist sich auch sicher, dort fündig zu werden. Und zwar allein - ohne die stumme Elfie und den Epileptiker Herbert, die beide den Toni gut leiden können, genau wie der junge Kaplan, der den Goldsucher gerne als Ministrant gewinnen möchte. Aber dann kommt alles ganz anders. Toni findet tatsächlich Edelmetall, der vor Neid erblassende Hans einen alten Karabiner und plötzlich ist der Toni mit seinem selbstgebastelten Floß auf dem reißenden Inn verschwunden.
Eher ein "Rama Dama" für Kinder als einen bayerischen Tom Sawyer hat Lechner hier in Szene gesetzt. Der harmlos dahinplätschernde Inn hat so gar nichts mit dem mächtigen Mississippi gemein und auch Lorenz Strassers Figur des Toni gibt sich nicht so verschmitzt-gerissen wie in Mark Twains berühmter Vorlage. Auch wenn sich die jungen Darsteller bei der Charakterzeichnung zuweilen etwas schwer tun, die Dialoge hölzern und die Schlägereien inszeniert rüberkommen, darf man sich auf eine liebenswerte Geschichte freuen, die zudem einen schönen, authentischen und detaillierten Blick auf die 1950er Jahre zulässt. Allerdings hätte dem Plot ein wenig mehr Humor und die eine oder andere Tempoverschärfung nicht geschadet. lasso.
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