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Eindringliches Drama um zwei von der Liebe verwundete Menschen, die auf die persönliche Katastrophe zusteuern.
Matthias Glasner will keinen "deutschen Küchenrealismus" machen, wie er es nennt, sondern Kino, das weh tut, verstört und Irritationen hervorruft. "Der freie Wille" (Silberner Bär 2006) spaltete die Zuschauer und mit "This is Love" wird es ähnlich sein. Auf mehreren Zeitebenen werden zwei Geschichten erzählt.
Die von Maggie (Corinna Harfouch), Alkohol abhängige Kommissarin und von Chris (Jens Albinus), der Angst vor sich selbst und seinen pädophilen Neigungen hat. Ihre Wege kreuzen sich, als die neunjährige Jenjira, die er mit seinem Freund aus einem Bordell in Saigon befreit hat, verschwunden ist und Maggie den schweigsamen Mann verhören muss. Beide sind vom Leben ausgespuckt, weg gespült in ihre eigene Welt, zu der andere keinen Zutritt haben. Maggie, deren Mann vor 16 Jahren spurlos verschwand und die sich nur noch mit Teilzeitliebhaber und dem Griff zur Flasche über Wasser hält, verliert sukzessive den Boden unter den Füßen. Chris versucht erst mit seinem Kompagnon (Jürgen Vogel) das Mädchen an deutsche Adoptiveltern zu verkaufen, auch um die vietnamesischen Zuhälter bezahlen zu können und merkt mit wachsendem Entsetzen, dass er mehr für das Kind empfindet. Irgendwann kann er seine sexuelle Neigung nicht mehr zügeln. Sie sind zwei Außenseiter ohne Netz und doppelten Boden im freien Fall.
Glasner demonstriert, welches Leid und welche Schmerzen Liebe oder das, was man dafür hält, dem Menschen zufügen kann und begibt sich auf eine gefährliche Gratwanderung. Während Maggie die Gefühlskarten auf den Tisch legt und seelische Blöße zeigt, verschweigt Chris schamhaft sein Geheimnis und öffnet sich erst im letzten Moment, auch um Jenjira zu retten. Beide sind keine Sympathieträger, sondern ambivalente Figuren, Opfer ihrer selbst, was die Annäherung schwer macht, wie auch die elliptische Struktur. Die Gebrochenheit des Individuums geht Glasner ohne moralische Wertung an, statt auf Distanz wie bei "Der freie Wille" setzt er auf Mitgefühl und stürzt den Zuschauer - gerade durch eine letzte versöhnliche Einstellung - in ein Dilemma, macht ihn manchmal unfreiwillig zum Voyeur. Dieses psychologisch gewagte und perfekt inszenierte und fotografierte Drama mit großen schauspielerischen Leistungen geht unter die Haut und fordert Auseinandersetzung heraus, nicht nur mit den Filmfiguren, sondern auch mit der eigenen Position. mk.
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