Von Liebe auf den ersten Blick kann für die beiden Protagonisten Jeanne Tripplehorn ("Basic Instinct") und Dylan McDermott ("Das Wunder von Manhattan") in der romantischen Komödie des Regienovizen Scott Winant (bisher als TV-Produzent tätig) nur indirekt die Rede sein. Ihre Wege kreuzen sich zwar auf subplotreichen Umwegen seit dem Kindesalter, doch sie lernen einander erst kurz vor dem Abspann kennen.
"Schlaflos in Seattle" läßt also zu einem gewissen Grad grüßen, nur geht es bei dieser auf Schicksalsträchtigkeit spekulierenden Story darum, daß zwei zunächst wenig perfekte, mögliche Partner sich zunächst zu ihrem Vorteil ändern müssen, um schließlich ein perfektes Match abzugeben. Tripplehorns Charakter Gwen Moss aus wohlbehüteten Verhältnissen ist eine hoffnungslose Romantikerin, die in jedem Mann gleich den Richtigen fürs Leben wittert und erst am Punkt der weitgehenden Desillusionierung die wahre Liebe trifft. Ihr Beau in spe, der gutaussehende Architekt Nick (McDermott zumeist in Blautöne gewandet, um seine stahlblauen Augen strahlen zu lassen) hingegen kommt aus zerrüttetem Elternhaus und hat tiefsitzende Bindungsängste, von denen ihn auch nicht die Beziehung zur eigenwilligen Francesca (die lebhaft-quirlige Sarah Jessica Parker) - ein ehemaliger Kinderstar mit exzessiver Drogenvergangenheit - befreien kann. Das Bindeglied zwischen den dreien ist der traumhafte Apartmentkomplex La Fortuna aus den dreißiger Jahren, in dessen Innenhof mit Brunnen es ununterbrochen Blütenblätter zu regnen scheint. Besitzerin Francesca engagiert Nick, um das Anwesen zu modernisieren, was wiederum zu vehementem Protest der buntgemischten Bewohner (ein Stummfilmstar sorgt für die sentimentalsten Momente), zu denen auch Gwen gehört, führt.
Daß Gwen und Nick füreinander bestimmt sind, obwohl er und Francesca eigentlich auch kein übles Paar abgeben, wird vor allem durch so manche Übereinstimmung in ihren Dialogzeilen und ihrem als Running Gag angelegten Nikotingenuß suggeriert. Tripplehorn offenbart mit ihrer ungelenk-tolpatschigen Art eine erstaunliche Ader für Slapstick, der bei ihren Besuchen eines ultramodernen Restaurants am besten zum Vorschein kommt. Für solide Lacher sorgt auch Michael Tucker als Vater Moss, der Gwen beim tränenseligen Ansehen von "Flüchtige Begegnung" eine wenig rührende Offenbarung macht. "Friend" Jennifer Aniston wurde in einer kleinen Rolle als problembeladene Freundin gegen den Strich besetzt.
Für Regisseur Winant und Drehbuchautorin Winnie Holzman - beides Veteranen der TV-Serie "Thirtysomething" - ist "Zwei Singles in L.A." jeweils das Spielfilmdebüt. Sie versuchen, die Charaktere mit Vorzügen und Fehlern möglichst reell zu zeichnen und verdeutlichen die Persönlichkeitsfacetten anhand verschiedener Episoden. Das verleiht manchmal das Gefühl, eine gehaltvolle Beziehungsbetrachtung der retro-romantischen Art zu beobachten, die bei 114 Minuten aber auch durchaus einige Längen aufweist. ara.
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