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Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian

Andrew Adams

Interview mit Regisseur Andrew Adams

Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia
Besuch am Set in Prag, 4.-5. Juni 2007

Interview mit Regisseur Andrew Adamson:

Q: Können Sie uns etwas zu Ihrer Sichtweise des Films sagen und worin er sich vom ersten Teil unterscheidet?

AA: Sie mögen es glauben oder nicht, dieses Mal wollte ich alles größer machen und nun bereue ich meinen Entschluss. (lacht) Nein, tatsächlich spielte der erste Film in einer neuen Welt. Narnia entstand rund 900 Jahre vor der Zeit des ersten Films. Seither sind weitere 1300 Jahre verstrichen und Narnia wird bereits seit längerem von den Telmarern tyrannisiert. Es handelt sich also um einen gemeineren, trostloseren und düsteren Ort als wir ihn aus der früheren Welt kennen. Die Kinder sind bei ihrer Ankunft noch von Nostalgie erfüllt und sind überzeugt, dass sie in eine vertraute Umgebung zurückkehren, doch anstatt dessen finden sie eine von Grund auf veränderte Welt vor. Ein Beispiel: das Set, an dem wir uns gerade befinden, Aslans Hügel, ist der Platz, wo einst der Steintisch stand. Er stürzte ein, als das Erdreich absackte, worauf die Narnianen so was wie einen riesigen Grabhügel darüber aufschütteten, welcher sodann durch Verwahrlosung zur Ruine verfiel, als Aslan und all das in Vergessenheit geriet. Was Sie also jetzt dort sehen ist gut 18 m hoch [zeigt auf das Set mit Aslans Hügel]. Der Hügel an sich wird im fertigen Film zweieinhalb Mal so groß sein. Generell wollte ich einen größeren Maßstab anlegen und einen aufwendigeren Film als beim letzten Mal.

Q: Weshalb haben Sie sich für Prag als Drehort entschieden und auf welche Schwierigkeiten sind Sie bei den Dreharbeiten zu Prinz Kaspian gestoßen?

AA: Yeah! Wir hatten etwas besseres Wetter erwartet. Wir haben zunächst Leute um die ganze Welt ausgeschickt, um nach Locations Ausschau zu halten. Bereits im ersten Film hatten wir einige Szenen in Tschechien und Polen an Orten gedreht, die ich wiederverwenden wollte. Einige dieser Drehorte haben wir dann wieder aufgesucht. Aber vor allem gibt es hier sehr erfahrene Teams und auch eines der größten Studios in Europa. Außerdem sind hier die Baukosten tatsächlich erschwinglich, so dass wir größere Sets errichten können. Wir haben sogar einen ganzen Burghof nachgebildet, was anderswo sündhaft teuer wäre.

Q: Stellt irgendwas in diesem Film eine besondere Herausforderung für Sie dar?

AA: Klar, die Schlachten, sowohl die Kampfsequenz in der Burg als auch die Schlussschlacht sind komplexer als beim letzten Film. Auch deshalb, weil man sich immer neue Herausforderungen setzt, zumal wir eine ähnliche Welt wiederholt aufsuchen. Damit machen wir vieles komplizierter und schließlich hat es seit dem ersten Teil viele weitere Filme gegeben, welche die Messlatte höher gelegt haben. Wir wollten kurzum sichergehen, etwas Neues und Spannendes zu bieten, und in der Schlacht geschieht wirklich einiges Erstaunliches, was die Leute bisher noch nicht gesehen haben. Zwar möchte ich dazu nichts verraten, doch am Ende der Schlacht gibt es eine ganze Szene, die vollkommen neu und wirklich sehr komplex ist.

Q: Erzählen Sie uns etwas darüber, was Sie aus dem ersten Film gelernt haben und für diese Dreharbeiten mitgenommen haben?

AA: Ich habe gelernt, niemals einen Film an so vielen Locations und mit Kindern, Tieren und Spezialeffekten zu drehen (lacht), weshalb ich es gleich ein zweites Mal versuchen wollte. Ich denke, man hofft stets, mit jedem Film ein klein wenig hinzu zu lernen und sich als Filmemacher verbessert zu haben. Ich empfinde das als kontinuierlichen Lernprozess, was hoffentlich im Verlauf meiner Karriere so bleiben wird. Der Grund, weshalb dieser Film aufwändiger als sein Vorgänger geworden ist, liegt glaube ich in der Tatsache, dass ich beim letzten Mal bestimmte Sachen gelernt habe, weshalb ich mir neue persönliche Herausforderungen gesetzt habe, indem ich alles größer und raffinierter machen und zugleich dem Publikum ein extravaganteres Erlebnis bieten möchte.

Q: Sie waren Regisseur von den Filmen Shrek 1 und Shrek 2. Vermissen Sie die Arbeit an Animationsfilmen, die am Computer hergestellt wurden? Glauben Sie, dass Sie wieder einmal auf diese Technologie zurückgreifen werden?

AA: In den letzten drei Wochen –und ich komme wieder auf das Wetter zu sprechen– bin ich zur Überzeugung gelangt, dass computeranimierte Filme durchaus ihre Vorteile haben. Prinzipiell möchte ich mich niemals auf eine einzige Art von Film festlegen, weshalb es weitere Projekte gibt, die ich mit DreamWorks entwickelt habe und in die ich nach wie vor involviert bin, unabhängig davon, ob ich sie in der einen oder anderen Weise verwirklichen werde. Und überhaupt möchte ich nicht den Kontakt zur Computeranimation verlieren, denn es handelt sich um eine Kunstform, die mir wirklich gefällt und die einem viel mehr erlaubt, als man notwendigerweise in diesem Medium verwirklichen kann.

Q: Richard Taylor von WETA Workshop berichtete, wie Sie mit Modellen arbeiten und welchen Stellenwert sie ihnen beimessen. Weshalb sind Modelle bei einem Film wie diesem so wichtig und was erreichen Sie über Modellierung, das mit CGI nicht möglich ist?

AA: Man gewinnt damit nicht unbedingt etwas hinzu, was sonst unter bestimmten Voraussetzungen nicht möglich wäre. Es ist einfach praktischer auf diese Weise. Ich sehe einen großen Unterschied zwischen Live Action und Animation, nämlich die glücklichen Zufälle. Wenn man live dreht, geschehen einfach Sachen, weil man eine Gruppe von Leuten versammelt und sich die Dinge in einer bestimmten Weise ergeben. Neulich waren wir hier draußen, um eine Szene abzudrehen, als uns ein Gewitter überraschte. Wenn ich nicht einen Spezialeffekt-Film mit Hunderten von Geschöpfen in blauen Trikotagen drehen müsste, hätte ich die Szene sofort eingefangen. In einem Gewitter hätte die ganze Szene fantastisch ausgesehen. Dagegen sind andere Dinge über Animation möglich, ebenso wie es einen Unterschied zwischen computergenerierten Modellen und Miniaturen gibt. Um Atmosphären und Spezialeffekte zu schaffen, bei denen Gegenstände zerbröckeln und zerbrechen, erweist sich CGI als zu komplex, wogegen man bei Miniaturen leichter mit mehreren Möglichkeiten spielen kann. Im Grunde hängt alles davon ab, welche Ziele man sich mit der Technik setzt.

Q: Haben Sie bemerkt, dass die Kinder nicht nur körperlich, sondern auch emotional erwachsener geworden sind?

AA: Ich glaube, sie sind in beiderlei Hinsicht erwachsener geworden. Sie haben bereits Erfahrungen aus dem ersten Film und seither auch bei anderen Produktionen mitgewirkt. Das haben sie natürlich zu diesen Dreharbeiten mitgebracht. Da gibt es etwa eine Szene mit Ben Barnes, der Prinz Caspian spielt, und Will, bei der beide eine ungeheuerliche darstellerische Intensität erzielen. William hat dabei weitaus mehr zu bieten, als im ersten Film, der schließlich sein Erstlingsfilm war. Seitdem hat er etwas Theater gespielt, an sich selbst gearbeitet und schließlich kommen ihm die ganzen Erfahrungen der letzten drei Monate zu Gute. Es ist, als ob die Nostalgie und seine Erlebnisse als Person im ersten Film mit der Entwicklung einhergehen, die seine Rolle erfahren hat. Vom ersten Abenteuer in Narnia bis zu diesem ist er sicherlich als Darsteller auf ganzer Linie gereift.

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Andrew Adams Begleiten Sie uns nach Prag und lesen Sie unseren Bericht zu den Dreharbeiten zum zweiten Teil der Narnia Reihe.

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