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Biografie

In Interviews notorisch unkooperativ, bei der Rollenwahl anspruchsvoll, in Liebesdingen katastrophal und privat extrem publicityscheu - kann man so Chancen auf einen Oscar haben? Die Antwort lautet: Ja. Zumindest, wenn man Rachel Weisz heißt und zu den attraktivsten Frauen des - an schönen Wesen ja nicht gerade armen - Filmbusiness zählt.

Das letzte Beispiel für die Erfolgsgeschichte der Britin ist das Menschenrechtsdrama "Der ewige Gärtner" von "City of God"-Regisseur Fernando Meirelles. Für ihre überzeugende Darstellung wurde Rachel Weisz bei den 78. Academy Awards mit einem Oscar als Beste Nebendarstellerin ausgezeichnet. In der Verfilmung von John Le Carrés Bestseller spielt sie die Gattin eines britischen Diplomaten in Nairobi, die Nachforschungen in einem Pharmaskandal das Leben kosten.

Filmpartner in dem mitreißenden Werk war Ralph "Lord Voldemort" Fiennes - nach Keanu Reeves in "Constantine", Ben Stiller in "Neid" und John Cusack in "Das Urteil - Jeder ist käuflich". Für ihren neuen Film, das Science-Fiction-Drama "The Fountain", stand sie mit Australiens Hollywood-Export Hugh Jackman in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft vor der Kamera. Lässt sich also feststellen, dass das Beste für Rachel Weisz gerade gut genug ist - zumindest vor der Kamera.

Mit Romantik in den Ehehafen

Auch privat scheint es für die am 7. März 1971 geborene Schauspielerin rund zu laufen: "Meine Stiefmutter warnte mich davor, meine Liebhaber so oft zu wechseln wie meine Filmrollen." Am 31. Mai 2006 brachte die 38-Jährige ihr erstes Kind von Regisseur Darren Aronofsky ("Requiem for a Dream") zur Welt. Ganz altmodisch hatte der New Yorker Filmemacher nach dem Dreh ihres gemeinsamen Projekts "The Fountain" mitten auf dem Times Square auf Knien um ihre Hand angehalten, nicht ohne zuvor Weisz' aus Ungarn stammenden Vater in London telefonisch um Erlaubnis gefragt zu haben.

Da scheint wohl nun eine lange Reihe von unglücklichen Beziehungen, so etwa mit "American Beauty"-Regisseur Sam Mendes und den Schauspielern Ben Miller und Neil Morrissey, ein glückliches Ende gefunden zu haben.

Umzug in den Big Apple

Aronofsky und Weisz wollen in einer traditionellen jüdischen Zeremonie in einer der ältesten Synagogen New Yorks heiraten und haben in Brooklyn kürzlich ein Haus bezogen.

Das war nicht unbedingt zu erwarten, wenn man weiß, was Weisz von den Bewohnern der Vereinigten Staaten hält: "Mit Amerikanern zu reden ist schwierig, aber insbesondere in New York gibt es einige, die sind anders als der Rest", wie Weisz spitz bemerkte.

"L.A. geht gar nicht. Ich könnte dort nicht leben. Ständig sitzt man im Auto und es gibt keine Jahreszeiten."

Nackte Tatsachen

New York ist also der vorläufige Fixpunkt in einer bemerkenswerten Karriere, die mit einem Anglistik-Studium an der Cambridge University begann. Dort gründete Rachel Weisz die Theatergruppe "Talking Tongues", mit der sie erste Bühnenerfolge und eine Auszeichnung der Londoner Theaterkritiker verbuchen konnte. 1993 verließ sie Cambridge, und bereits drei Jahre später gelang ihr mit Bernardo Bertoluccis "Gefühl und Verführung - Stealing Beauty" an der Seite von Liv Tyler der erste große Filmcoup.

In dem Drama zeigte sich Weisz sehr freizügig. Auch in vielen ihrer folgenden Rollen ließ sie die Hüllen fallen, darunter Michael Winterbottoms "I Want You", Jean-Jacques Annauds "Duell - Enemy at the Gates" mit Jude Law", "Confidence" mit Dustin Hoffman und - mit Babybauch-Prothese - in "Der ewige Gärtner".

Öffentlichkeitsscheuhe Glam-Hasserin

"Es fällt schwer, am Boden zu bleiben," gestand die Schöne allerdings kürzlich. "Das Business ist so abgefuckt mit all diesen dürren Klappergestellen." Doch die Tochter eines Erfinders und einer Psychiaterin verlässt sich nicht auf Looks und Sexappeal. "Sie arbeitet unglaublich hart und erledigt jeden Job ohne viel Tamtam", erzählt ihre Freundin, die irische Schauspielerin Susan Lynch, mit der Weisz in "Beautiful Creatures" spielte. "Dann lebt sie ihr Leben auf ganz unfilmstarmäßige Weise weiter."

Selbst nach ihrem großen Durchbruch mit "Die Mumie" scheute die selbstbetitelte Glam-Hasserin die Öffentlichkeit. "Ich finde Hollywood tödlich", gestand sie, die zudem das Mysterium um Stars wie Bette Davis oder Katharine Hepburn schätzt. "Ich liebe die Geheimnisse, die sie umranken. Ich weiß nicht, was sie gegessen haben und wer ihre Trainer waren." Und nicht zuletzt deshalb hofft man umso mehr, die öffentlichkeitsscheue Rachel Weisz bald wieder in so bezaubernden Rollen wie etwa in "About a Boy" sehen zu dürfen. Als Nächstes spielt sie in dem Independent-Drama "The Brothers Bloom" eine exzentrische Millionärin. Wir sind gespannt.

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