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Biografie

Er war der harte Bursche unter den Teenieschlagersternchen und hatte kein Problem damit, gegen die Etikette zu verstoßen. In Hollywood prophezeite man dem Popstar und Unterwäschemodel ein schnelles Aus. Nun, nach einem knappen Jahrzehnt flotter Präsenz als Leading Man in A-Produktionen, sind die Lästerer verstummt.

Geboren am 5. Juli 1971, ist Mark Wahlberg das neunte Kind von Alma und Donald Wahlberg - ehrbaren, aber einfachen Arbeiterklässlern mit deutsch-irischen Wurzeln aus Dorchester, einem tristen Industrievorort von Boston. Jeweils drei Geschwister teilen sich im Haus der Wahlbergs einen Raum, und die wirtschaftliche Lage spitzt sich zu, als 1982 die Ehe der Eltern in die Brüche geht.

Nesthäkchen Mark hält nicht viel von der Schule und wächst in den Straßen Dorchesters zu einem echten Raubein heran. Mit 16 ist er wegen Raub, Drogenhandel und, nach Lage der Dinge, rassistisch motivierter Körperverletzung aktenkundig. Nicht gerade die typische Jugend eines künftigen Hollywoodstars, doch manchmal bricht sich die Kreativität eben Bahn wie das Leben im "Jurassic Park".

Ode ans eigene Geschlechtsteil

Die Wende kommt, als Mark für 50 Tage in den Knast wandert, während Bruderherz Donnie zur gleichen Zeit als Mitglied der Boygroup New Kids On The Block die Hitparaden stürmt. Bei der hätte Mark sicherlich länger als nur ein paar Monate mitmachen können - wäre sein Vorstrafenregister mit dem aseptischen Image der Teenieschwärme kompatibel gewesen. So aber ist sein Ehrgeiz geweckt für eine Solokarriere als Marky Mark, wobei ihn sein Bruder nach Kräften unterstützt.

In den frühen 90er-Jahren verkauft Marky eine Zeit lang zahlreiche Tonträger und lässt auf der Bühne des Öfteren die Hosen herunter. In Nachtclubs prügelt er sich mit Kerlen, seinem Penis widmet er ein literarisches Debüt. Als Künstler nimmt ihn allerdings niemand ernst.

Schwiegermutter-Albtraum

Das ändert sich, als Hollywood den gut aussehenden Knaben mit der latent gewaltbereiten Aura entdeckt. Im weithin unterschätzten Teenthriller "Fear" darf er jenen Typ spielen, den jeder in ihm sieht: Als charismatischer Hooligan-Gangster hinterlässt er einen bleibenden Eindruck auf der Jagd nach Bürgerpapis behüteter Tochter, die von Co-Shootingstar Reese Witherspoon verkörpert wird.

Der endgültige Durchbruch kommt mit "Boogie Nights", einer cineastischen Bestandsaufnahme der Sexwelle der Discoära, durch die Regiehoffnung Paul Thomas Anderson. Der Film macht Stars aus jedem, den er berührt. Heather "Rollergirl" Graham, Philip Seymour Hoffman und Julianne Moore sind seither bestens im Geschäft, und selbst der alte Burt Reynolds wurde von den Toten erweckt.

Friede, Freude, Eierkuchen

Für niemanden aber ist "Boogie Nights" wertvoller als für Mark Wahlberg. In der Rolle des Dirk Diggler - die unter schlechteren Vorzeichen auch eine Karriere hätte beenden können - erntet er, der in puncto Ruf ohnehin nichts zu verlieren hat, begeistertes Lob von Publikum wie Kritik. Und zumindest Letzteres ist etwas Neues.

Fortan ist Mark Wahlberg anerkannt, und wie von Zauberhand verlieren sich seine Aggressionen. Im Kino hält er eine saubere Balance zwischen ehrenvollem Eskapismus ("The Corruptor", "Der Sturm", Tim Burtons "Planet der Affen") und konsensreifem Kunstgewerbe ("Three Kings", "I Heart Huckabees"), und auch privat kommt Wahlberg zur Ruhe. Er baut seiner Mutti ein Häuschen in Bel Air und setzt mit Freundin Rhea Durham eine Tochter namens Ella Rae in die Welt.

Mama war die Beste

Nachdem es sehr ruhig um ihn wurde, kehrte Mark Wahlberg mit Schwung auf die Leinwand zurück. Einen von "Vier Brüdern" zu spielen, die ihre Mami in der Unterwelt einer Arbeiterstadt rächen, hat mit Blick auf die eigene Biografie sicherlich Spaß gemacht.

Für seine Darstellung des vulgären Sergeant Dignam in Martin Scorseses "Infernal Affairs"-Remake "The Departed", in dem Wahlberg neben Leonardo DiCaprio, Jack Nicholson und Kumpel Matt Damon spielt, erhielt er sogar eine Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller.

Mama war die Beste

Gerade war er mit dem Thriller "Shooter" im Kino. Darin soll er als Exelitesoldat ein Attentat auf den US-Präsidenten vereiteln. Auch in seinem aktuellen Sportdrama, "Unbesiegbar - Der Traum seines Lebens", kann Wahlberg als Footballanhänger, der es von der Fankurve ins Team schafft, vor der Kamera überzeugen.

Bereits abgedreht ist der Kriminalfilm "We Own the Night". Als Nächstes ist das Science-Fiction-Drama "The Happening" unter der Regie von " Night Shyamalan" geplant sowie "The Brazilian Job", eine Fortsetzung des Actionthrillers "The Italian Job". Eines droht dem Working Class Family Man also bestimmt nicht: Langeweile.

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