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Biografie

Fast 90 Kinofilme und über 100 Theaterstücke zeigen den berühmten Walken-Touch - diese Ticks, Nuancen und theatralischen Momente, die kleine Auftritte zu großen Ereignissen machen.

Schmale Lippen und bohrender Laserblick dominieren ein Gesicht, in dem Freundlichkeit und Todeskälte oft nur eine Muskelkontraktion entfernt sind. Diese Fähigkeit hat Walken ein profitables Verstörungsimage mit Psychopathenaura eingebracht: "90 Prozent meiner Figuren sind Bad Guys. Ich glaube, die Leute respektieren mich, aber sie fragen sich immer, ob ich tief in mir drin nicht wirklich fies und gemein bin."

Kaum verwunderlich bei Walkens Wahnbilanz im Kino. Als Bruder Diane Keatons wollte er sich im Straßenverkehr selbst töten ("Der Stadtneurotiker"). Nach diesem Suizidimpuls in Woody Allens Klassiker spielte er im Vietnamkrieg Russischroulette ("Die durch die Hölle gehen"), versuchte als Gangster seine Söhne zu töten ("Auf kurze Distanz") und die Mob-Konkurrenz auszulöschen ("King of New York"), warf Michelle Pfeiffer aus dem Fenster ("Batmans Rückkehr"), folterte und tötete Dennis Hopper nach brillantem Verbalpingpong ("True Romance"), ließ zu Pferd mit Klinge Köpfe rollen ("Sleepy Hollow") und war Chef einer Männerkolonie, die ihre Frauen durch vollbusige Automaten ersetzten ("Die Frauen von Stepford").

Karrierestart im Katzenkalender

Der Privatmann Walken aber ist sanft und witzig ("Mein Haar war noch vor mir berühmt"), lebt ein ruhiges, geordnetes Leben. Seit 1969 an der Seite von Ehefrau Georgianne, die er beim gemeinsamen Auftritt in der "Westside Story" kennenlernte. Der Sohn eines Bäckers aus Essen schnupperte mithilfe seiner schottischen Mutter früh Branchenluft.

Mit drei posierte er für einen Katzenkalender, mit zehn nahm er wie seine zwei Brüder Tanzunterricht, trat in einem TV-Sketch mit Dean Martin und Jerry Lewis auf. In einer Schule für künstlerisch begabte Kinder fand Christopher sein Paradies: "Es war eine großartiger Ort mit 95 Prozent Mädchen, schönen Mädchen. Die anderen Jungs waren meist merkwürdig, man könnte sie akademische Typen nennen. Ich aber war albern und leichtsinnig." Nach dem Garten Eden kam das College, das er nach nur einem Jahr verließ.

Tanzender Oscar-Preisträger

Sein Steptanzlehrer hatte ihm eine Rolle im Musical "Best Foot Forward" besorgt - an der Seite einer jungen Liza Minnelli. Seitdem arbeitet Ronald Walken, der von Ex-Model und Sängerin Monique Van Vooren 1965 in Christopher umgetauft wurde, als Schauspieler, gewann für "Die durch die Hölle gehen" einen Oscar.

Seine Qualitäten als Parketttiger demonstrierte er als Eintänzer in "Der Tanzpalast", als Step-Virtuose in "Tanz in den Wolken" und in Fatboy Slims Clip "Weapon of Choice". Obwohl er im Kino für das Böse steht, im Bonduniversum die Welt an sich reißen wollte ("Im Angesicht des Todes"), hat Walken eine Waffenphobie und ist immer öfter auch in Komödien zu sehen. So in "Die Hochzeits-Crasher" oder jetzt als Erfinder in "Klick", der Adam Sandler nur scheinbar das Leben erleichtert.

Geheimnisvolle Vergangenheit

Mysteriös in seinem normalen Leben ist einzig, warum seine Frau, eine Top-Casting-Agentin, ihn selbst nie besetzte und was wirklich 1981 an Bord der Yacht geschah, auf der er mit Robert Wagner und dessen Frau Natalie Wood feierte, bevor sie nachts im Meer ertrank. Details verschwieg er, sagte aus, die Tragödie verschlafen zu haben.

Gesprächiger ist Christopher Walken, wenn er erklärt, warum er kaum eine Rolle ablehnt: "Ich picke mir einfach das Beste raus, was mir gerade angeboten wird. Ich sitze nicht gerne zu Hause, habe weder Kinder oder Hobbys noch Lust zum Reisen. Aber meine Arbeit mag ich."

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