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Biografie

"Menschen darzustellen ist das A und O unseres Berufes. Also ist mir nichts Menschliches fremd."

Die Schauspielerin Nadja Uhl wurde am 23. Mai 1972 in Stralsund geboren. Schon im Kindergarten war ihr klar, dass für sie nur ein Beruf in Frage kommt: die Schauspielerei. An der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig lernte sie schließlich ihr Handwerk und spielte zunächst Theater. Zwischen 1994 und 1999 stand sie unter anderem in Shakespeares "Was ihr wollt", Brechts "Die Dreigroschenoper" und Goethes "Faust" auf der Bühne.

Den Sprung in die deutsche Fernseh-Oberliga schaffte sie 1993 mit der Literaturverfilmung "Der grüne Heinrich". Es folgten Urs Odermatts Krimi "Polizeiruf 110 - Kleine Dealer, große Träume" (1996) sowie das TV-Drama "Beichtstuhl der Begierde" (1997).

Neben ihren vielen TV-Arbeiten kamen nach und nach immer mehr Kinoproduktionen hinzu. Nach "Schnee in der Neujahrsnacht" (1999) übernahm sie im Jahr 2000 in Volker Schlöndoffs Drama "Die Stille nach dem Schuss" die Rolle einer jungen DDR-Arbeiterin, die still gegen das starre Ostsystem aufbegehrt. Für diese Schauspielleistung wurde sie im Jahr 2000 auf der Berlinale mit dem Silbernen Bären in der Kategorie beste Nebendarstellerin ausgezeichnet. Zudem wurde sie für den Deutschen Filmpreis nominiert.

Es folgten Filme wie "Was tun, wenn's brennt" (2001) mit Til Schweiger, "Scherbentanz" (2002) mit Jürgen Vogel und 2003 das hochkarätig besetzte TV-Drama "Das Wunder von Lengede". Für Regisseur Matti Geschonneck stand sie im gleichen Jahr mit Heino Ferch im TV-Mehrteiler "Mord am Meer" vor der Kamera. In Mennan Yapos Regiedebüt "Lautlos" spielte sie eine vermeintliche Zeugin, in die sich Joachim Króls Killer verliebt und die er vor dem Selbstmord rettet. Als burschikose junge Frau, die versucht, mit dem Leben klarzukommen, präsentierte sich Uhl in Andreas Dresens "Sommer vorm Balkon", wo sie gemeinsam mit Inka Friedrich auf der Suche nach dem "richtigen" Mann ist.

2005 erwacht Nadja Uhl als Juliane Meybach in dem Psychothriller "Dornröschen erwacht" nach drei Jahren Wachkoma und muss feststellen, dass ihr Mann nicht nur in einem neuen Haus wohnt, sondern auch mit einer neuen Frau zusammen ist - ausgerechnet mit ihrer besten Freundin. Ein Jahr später gehörte Uhl zur Besetzung des mit dem Deutscher Filmpreis in Gold ausgezeichneten Films "Vier Minuten" von Chris Kraus, und unter der Regie von Jo Baier überzeugte sie mit ihrer Darstellung der Jüdin Anna Degen in dem Fernsehfilm "Nicht alle waren Mörder". Die Bambi- und Grimme-Preisträgerin findet man immer wieder auf der Castliste besonders ausgezeichneter Filme, wie auch zuletzt in Doris Dörries "Kirschblüten-Hanami", der 2008 mit dem Bayerischen Filmpreis als bester Film des Jahres 2007 geehrt wurde.

Nadja Uhl, die am28. Oktober 2006 eine Tochter zur Welt brachte, lebt mit ihrem Lebensgefährten in Potsdam.

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