Verletzlich, cool, gefährlich oder geheimnisvoll. Uma Thurman - eigentlich Uma Karuna Thurman - könnte theoretisch alle Rollen spielen. Tut sie aber nicht. Denn Rollen, in denen sie nur das Dummchen spielen soll, lehnt Uma kategorisch ab.
"Sie steht von ihrem Sessel auf und man möchte ihr applaudieren", sagt Kollegin Kate Beckinsale über die Anmut von Uma Thurman. Schon der Stammbaum der heute 35-Jährigen lässt vermuten, was aus klein Uma einmal werden sollte. Oma Brigit Holmquist galt als legendäre schwedische Schönheit und Mutter Nena wurde mit 16 als Model entdeckt und arbeitete für Vogue.
Aufgewachsen ist Uma in einem etwas ungewöhnlichen Umfeld. Ihr Vater Robert Thurman wurde als erster westlicher Mann zu einem buddhistischen Mönch geweiht. So verbrachte die Familie auch einige Zeit in Indien und Besuche von tibetanischen Flüchtlingen waren an der Tagesordnung. Die Namen aller vier Kinder der Thurmans kommen aus der buddhistischen Theologie und Uma ("Schenkerin der Segnung") Karuna ("Mitgefühl") ist nach einer Hindu-Göttin benannt. Sie machte früh Bekanntschaft mit dem Dalai Lama, praktizierende Buddhistin war sie jedoch nie.
Die Schulzeit war für die am 29. April 1970 in Boston geborene Uma kein Zuckerschlecken. Sie musste sich nicht nur mit dem außergewöhnlichen Namen herumschlagen - sie wollte sich in Linda oder Kelly umbenennen, um die Hänseleien zu beenden - sondern musste auch oft die Schule wechseln, da ihre Familie viel umzog. So galt sie immer als "Die Neue": "Ich war nicht überdurchschnittlich intelligent und auch nicht sehr sportlich. Ich war zu groß und sah lustig aus. Ich war einfach eigenartig als Kind und hatte deshalb eine harte Pubertät."
Mit Hilfe von Mama Nena machte Uma mit 15 bereits ihre ersten Aufnahmen als Model. Ihr Ziel war es aber, Schauspielerin zu werden. Mit 16 bekam sie ihre erste Rolle in "Kiss Daddy Good Night" und weil ihr das nun mal besser gefiel als die Schule, entschloss sie sich, diese kurz vor ihrem Abschluss abzubrechen.
Durch "Henry & June", Terry Gilliams "Die Abenteuer des Baron von Münchhausen" als nackte Venus, nur mit großer Muschel an einem Bein bekleidet und durch "Eiskalte Leidenschaft", verführt von John Malkovich, wurde die damals kaum 20-Jährige bereits zum Sex-Symbol, was Uma selbst bestürzte. Sie hatte plötzlich das Gefühl, die Leute wollten sie nur als aufblasbare Sex-Puppe und so versteckte sie sich in sackartige Klamotten und floh nach London.
Als Uma 1993 in "Even Cowgirls Get the Blues" ihre erste Hauptrolle übernahm, fühlten sich die Kritiker bestätigt, die in ihr immer noch nur das Sex-Symbol sahen. Darauf lehnte Uma sogar eine zwei-Millionen-Dollar-Rolle ab, da ihre Hauptaufgabe wieder einmal nur gewesen wäre: gut auszusehen.
1994 sollte sich das aber endlich ändern. Quentin Tarantino trat in ihr Leben. Der Regisseur verpflichtete die 1,83 Meter große Schauspielerin neben John Travolta für den Kult-Film "Pulp Fiction" und ebnete ihr den Weg für die erste Oscar-Nominierung - plötzlich zählte sie zu den größten Sternen Hollywoods.
Danach hielt sie sich von großen Blockbusterfilmen fern und drehte erst drei Jahre später "Batman & Robin". Als Poison Ivy zog sie dabei nicht nur den schwarzen Rächer in den Bann, sondern auch die Kritiker. Nur sie blieb nach dem Film im Gespräch - während das Franchise Batman für tot erklärt wurde.
Als sie 1997 das Science-Fiction-Drama "Gattaca" drehte, fand sie in ihrem Kollegen Ethan Hawke die große Liebe. Ein Jahr später heiratete das Paar und die Kinder, Maya und Levon besiegelten die Ehe. Es war ihre zweite Hochzeit, nachdem sie 1990 Gary Oldman das Jawort gab und nur zwei Jahre später die Scheidung einreichte. "Teenager-Ehen gehören zu den Dingen, die nicht zählen", lässt Uma nach der Trennung verlautbaren.
1998 stand sie an der Seite von Liam Neeson für "Les Misérables" vor der Kamera und stahl allen die Show. Als Emma Peel in "Mit Schirm, Charme und Melone" an der Seite von Ralph Fiennes hingegen ging Uma in einer eher belanglosen Rolle unter.
2001 drehte sie gemeinsam mit Ehemann Hawke, den von Kritikern gelobten Film "Chelsea Walls". Ganz oben ist Uma aber immer dann, wenn sie mit Quentin Tarantino Filme macht. Obwohl sie schwanger ist, will Tarantino sie als "Braut" in " 1" Er wartet bis Uma bereit ist - schließlich ist sie seine Muse. Beide Teile lassen die Kinokassen klingeln.
Wer weltweit als Killerin gefeiert wird, den sollte man nicht betrügen, doch Ethan Hawke tat es, weil ihr eine Liason mit Tarantino nachgesagt wurde. Uma verübt keine tödliche Rache, aber lässt sich 2003 scheiden.
Das beste Mittel gegen Liebeskummer ist der Sturz in die Arbeit und so dreht Uma einen Film nach dem anderen. 2005 lässt sie sich noch einmal mit "Pulp-fiction"-Partner Travolta ein und dreht "Be Cool - Jeder ist auf der Suche nach dem nächsten großen Hit". In der Musicalverfilmung "The Producers" mit Matthew Broderick übernimmt sie die Rolle der sexy schwedischen Sekretärin.
Aktuell ist sie in "Couchgeflüster - Die erste therapeutische Liebeskomödie" zu sehen. Regisseur Ben Younger ging das Risiko ein, die "Braut" für eine lustige Rolle zu verpflichten und das amerikanische Kinopublikum hat es ihm mit eifrigen Filmbesuchen gedankt. Als Workaholic in Manhatten verliebt sie sich in einen viel jüngeren Künstler, der, wie sich herausstellt, der Sohn ihrer Therapeutin Meryl Streep ist.
Uma beweist also: Sie kann auch lustig sein.
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