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Biografie

Die unverwechselbaren Lippen sind ein Erbstück von Vati, die makellose Modelfigur eines von Mutti, und das darstellerische Talent ein Geschenk der Natur, denn den seinen gibt's der Herr bekanntlich im Schlaf.

Liv Tyler, Model, Filmstar und Promifrüchtchen par excellence, ragt nicht nur wegen ihrer betörenden Optik aus dem Gros der Teenagerstars heraus. Schließlich ist sie als Arwen "Evenstar" Undómiel nicht ganz unbeteiligt an einer der erfolgreichsten Kinoserien der Gegenwart: dem Fantasy-Spektakel "Der Herr der Ringe".

Geboren am 1. Juli 1977, denkt die kleine Liv lange Jahre, sie sei die Tochter des Gitarristen Todd Rundgren. Mutter Bebe Buell, ein ehemaliges Groupie und Playboy-Bunny des Monats, ist eben rumgekommen, damals, in den wilden 70ern.

Verrückt wie Papa

Mit der Zeit fällt der kleinen Liv dann allerdings auf, dass sie statt mit Todd irgendwie mehr Ähnlichkeit mit Onkel Steven Tyler hat, seines Zeichens Sänger der Rockband Aerosmith und ein äußerst enger Freund des Hauses. Als die Wahrheit heraus kommt, gibt sich die zwölfjährige Liv Papis Nachnamen: Liv Tyler.

Vati verschafft ihr auch den ersten "Filmjob", nachdem sie mit Mutti nach New York übersiedelt und im sicheren Vertrauen auf die Zugkraft ihres Namens eine Modelkarriere einschlägt. Im Video zum Aerosmith-Song "Crazy" tritt sie neben Alicia Silverstone vor die Kamera, für beide der direkte Eintritt in die Welt der hohen Filmkunst.

Kunst und Kommerz

Die Angebote lassen nicht lange auf sich warten, und als 19-jähriges Objekt der Begierde in Bernardo Bertoluccis "Stealing Beauty" gelingt Liv Tyler ein Start nach Maß.

Eine ausgewogene Mischung aus Mainstream-Blockbustern und Arthouse-Juwelen pflastert fortan ihren Weg. In "Armageddon" flirtet sie als Tochter von Bruce Willis mit Ben Affleck, um danach für Robert Altman in "Cookie's Fortune" aufzuspielen.

In Oliver Stones "U-Turn" hat sie ein Cameo, in der europäischen Mantel & Degen-Komödie "Plunkett & Macleane" fällt sie unter die Gentleman-Banditen, und in " T and the Women" verdreht sie Richard Gere den Kopf - wieder einmal für Robert Altman.

Die Patin von Rolling Stone jr.

Die private Liv Tyler macht - im krassen Gegensatz zu ihren Eltern - kaum nennenswerte Schlagzeilen. Hier und da finden Kolumnisten, ihre Figur zeige Anzeichen von Magersucht, dann wird ihr mal ein Verhältnis mit dem Rockstar von nebenan angedichtet.

Tatsache ist, dass die überzeugte Vegetarierin und Piercing-Hasserin beste Kontakte in die Musikerszene unterhält und mit ihrem Vater Schminktipps tauscht. Mit Spacehog-Bassist Royston Lengdon verbindet sie eine engere Freundschaft, außerdem ist sie Patentante von Marlon Richards, Filius von Keith, dem Unkaputtbaren.

Die Macht des Rings

Mit 25 hat Liv Tyler es bis ganz nach oben geschafft. Die "Herr der Ringe"-Trilogie räumt weltweit ab, dass es nur so kracht. Danach wird wahrscheinlich in der zweistelligen Millionengagenliga gekegelt.

Für Arthouse-Ausgleich wird sie weiterhin sorgen, Erotomanen aller Herren Länder lechzen bereits "Bettie Page" entgegen, einem geplanten Porträt des populären Bondage-Pinup der 50er, konzipiert in enger Zusammenarbeit mit keinem geringeren als Martin Scorsese.

Von crazy also keine Spur - Vati, der alte Tunichtgut, kann stolz sein auf seine Tochter.

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