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Biografie

Durch Filme wie "Ex", "Das Leben ist eine Baustelle" und "Im Juli" hat sie sich fest in der deutschen Kinolandschaft etabliert. In Ralf Huettners neuer Komödie muss Christiane Paul nun auf dem Weg zum Scheidungstermin feststellen, dass für sie das Ganze nicht nur "Reine Formsache" ist...

Sie gilt als eine der größten Hoffnungen des deutschen Films, doch Christiane Pauls Herz schlägt nicht nur für die Schauspielerei. Als Tochter eines Berliner Ärzte-Ehepaares fühlt sie sich auch in der Medizin zuhause: "Ich liebe die Schauspielerei, aber auch die Medizin. Das ist meine Welt, ich brauche das."

Erst kürzlich schloss sie erfolgreich ihr Studium mit Schwerpunkt Chirurgie ab, darf sich nun Frau Doktor nennen. Praktizieren möchte sie aber nicht. Schließlich hat sich das Ausnahmetalent mittlerweile ganz der Schauspielerei verpflichtet.

Vom Laufsteg auf die Leinwand

Ihre Karriere begann die 32-Jährige bereits mit 15 Jahren, als sie einen Modelwettbewerb für sich entscheiden konnte. Aber in der schillernden Modewelt fühlte sie sich nicht sonderlich wohl: "Ich habe nie einen Draht zu den anderen Models gehabt", gesteht die am 7. März 1974 geborene Hauptstädterin. Nach einem halben Jahr auf dem Laufsteg warf sie das Handtuch.

Als zwei Jahre später der Filmregisseur Niklaus Schilling durch Zufall an ihre Modelkarteikarten gelangte, besetzte er die attraktive Brünette sofort in "Deutschfieber". Christiane Paul hatte ihre erste Hauptrolle.

Durchbruch mit Eifersuchtsdrama

Trotz Lernstress während der Abiturzeit blieb die Mimin dem Film treu und drehte 1993 an der Seite von Götz George das Drama "Ich und Christine", in dem sie eine Radiomoderatorin spielt, die sich in einen LKW-Fahrer verliebt. Ganz nebenbei schloss sie ihr Abitur mit der Traumnote "sehr gut" (Schnitt 1,2) ab. Paul ist eben ein Multitalent.

Dies spiegelt sich auch in ihrem Lebenslauf wider. Nach der Hochschulreife schrieb sie sich nicht nur an der Berliner Humboldt-Universität ein, sie drehte nebenher auch fleißig weiter für Kino und Fernsehen. 1995 kam der Durchbruch: Für ihre brillante Darstellung der Sarah in Mark Schlichters Thriller "Ex" wurde die Teilzeitstudentin mit dem Max-Ophüls-Preis als beste Nachwuchsschauspielerin ausgezeichnet.

Mit Spaß an die Arbeit

Im selben Jahr legte die viel beschäftigte junge Frau ihr erstes Staatsexamen ab, pendelte zwischen Set und OP-Saal. Schon ein Jahr später konnte sie sich über die nächste Auszeichnung freuen. Für ihre Leistung in Sharon von Wietersheims Erfolgskomödie "Workaholic" bekam sie den begehrten Bayerischen Filmpreis.

Für manche ein Grund, das Studium an den Nagel zu hängen. Nicht aber für Christiane Paul. Während sie für viele Kino- und TV-Projekte, wie zum Beispiel an der Seite von Jürgen Vogel in "Das Leben ist eine Baustelle" oder zusammen mit Til Schweiger in "Knockin' on Heaven's Door" vor der Kamera stand, beendete sie gleichzeitig die Hochschule: "Ich habe das Studium durchgezogen, weil es mir viel Spaß gemacht hat. Andere gehen Tennis spielen, fahren Skateboard oder sprechen drei Fremdsprachen."

Belastbares Allround-Talent

Nach dem Erfolg mit Fatih Akins Roadmovie "Im Juli", beschloss Paul, die 1998 mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet worden war, zu promovieren. Daneben absolvierte sie eine dreimonatige Schauspielausbildung am Lee-Strasberg-Institut in New York und gründete eine Familie. Ihre Tochter Mascha kam 2002 zur Welt. Aber auch die dreifache Belastung als Doktorandin, Schauspielerin und junge Mutter meisterte Christiane Paul ohne Schwierigkeiten.

Sie setzte sogar noch eins drauf, als sie 2004 mit dem Theaterstück "Der Auftrag" im Haus der Berliner Festspiele ihr Bühnendebüt feierte. Wenn sie nicht gerade vor der Kamera steht, verbringt sie ihre Freizeit gerne mit einem guten Buch am Ostseestrand. Diese Leidenschaft für Literatur hat inzwischen dazu geführt, dass Paul Lesungen gibt und Hörbücher spricht. Mit Comedy-Star Helge Schneider nahm sie den Kinderbuchklassiker "Alice im Wunderland" auf.

Umtriebige Wohltäterin

Nach längerer Leinwandabstinenz meldet sich Frau Doktor Paul in diesem Frühjahr gleich mit zwei Filmen in den deutschen Kinos zurück. Zusammen mit Edgar Selge und Andreas Schmidt ist sie in der Sozialsatire "Im Schwitzkasten" zu sehen. Außerdem kann das Publikum sie in der Liebeskomödie "Reine Formsache" bewundern, in der sie als eine von den Affären ihres Mannes (Marc Hosemann) geplagte Frau glänzt.

Trotz ihres hohen Arbeitspensums engagiert sich Christiane Paul auch gerne für wohltätige Zwecke. Letztes Jahr war sie als Botschafterin der Welt-AIDS-Tag-Kampagne unterwegs: "Ich freue mich, dass ich meine Popularität nutzen kann, um auf die gemeinsame Verantwortung für die AIDS-Aufklärung aufmerksam zu machen."

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