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Biografie

Hätte sie den Schritt zum Ruhm nicht aus eigener Kraft, aus eigenem Können geschafft - gehässige Zungen würden Sienna Millers Verhalten als "upwardly mobile" bezeichnen. Was im Klartext nichts anderes heißt, als dass sie sich "nach oben geschlafen" hat.

Am Set von "Alfie" angelte sich die zarte Blondine mit dem frisch geschiedenen Jude Law schließlich einen der begehrtesten Junggesellen der Filmbranche. Trennungsgerüchte und Skandale sorgten dafür, dass das Glamour-Paar den größten Teil des Jahres 2005 in den Schlagzeilen blieb.

Nachdem der schöne Brite seine Herzensdame mit dem Kindermädchen betrog, löste Frau Miller die Verlobung, gab dem reuigen Sünder im Herbst eine zweite Chance, um sich dann erneut und endgültig von ihm zu trennen. Doch Häme ist unangebracht angesichts der Karriere der Schauspielerin, die jetzt mit "Casanova" in ihrer bislang aufwendigsten Produktion zu sehen ist.

Emanze mit Degen

An der Seite des für "Brokeback Mountain" Oscar-nominierten Australiers Heath Ledger spielt sie die heißblütige Emanze Francesca Bruni. Mit scharfer Zunge und flotter Degenarbeit verdreht sie dem legendären Frauenhelden den Kopf - und gibt dem verdutzten Schürzenjäger einen Korb. Woraufhin dieser alle erdenklichen Tricks anwendet, um an seine Angebetete heranzukommen, und dabei sein Leben riskiert.

Die Freude der bekennenden Modefetischistin Miller über ihre pompösen Korsettkleider währte jedoch nicht lange. "Natürlich hilft es dabei, sich in die Rolle hineinzuversetzen", gestand sie in einem US-Zeitungsinterview. "Man freut sich über das Korsett etwa eine halbe Stunde lang - bis man merkt, wie sehr es die inneren Organe quetscht. Der Vorteil ist ein tolles Dekolleté, der Nachteil, dass man dabei fast umkommt."

Von Paparazzi eingezwängt

Eine andere Art von Korsett, das die junge Mimin mittlerweile hemmt, sind die Nachstellungen der Paparazzi: "Es ist schrecklich, wie man sich für mich interessiert", stöhnt sie über das gewaltige Medieninteresse. "Ich bin doch nur ein ganz normales Mädchen und will nicht dauernd Bodyguards und Security-Leute um mich herum haben."

Außerdem hegt der Star einen finsteren Verdacht. "Ich glaube ja mittlerweile, dass die Klatschmagazin-Macher irgendeine Droge in ihre Hefte packen - ein Marketing-Trick, der die Leute süchtig nach diesen Dingern macht." Einen Vorteil an dem ganzen Rummel erkennt ihre "Casanova"-Kodarstellerin Lena Olin: "Wenn Sienna auf dem roten Teppich steht, kriegt sie jede Menge Aufmerksamkeit - und die ist gut für unseren Film."

Für die Bühne geboren

Die konstante Medienpräsenz von Sienna Miller hat auch ihr Bild in der Öffentlichkeit verzerrt, zeigte sich doch ein US-Reporter jüngst überrascht davon, dass "Miller weniger wie eine seichte Blondine wirkt, sondern eher als Erbin von Richard Burton oder Peter O'Toole auffällt. Erst überzeugt sie auf der Bühne, und danach lässt sie beim Feiern die Sau raus."

Eigentlich kein Wunder, ist die Schauspielerin doch tatsachlich seit der Geburt mit dem Theater engstens verbunden. Als die Wehen einsetzten, saß ihre aus Südafrika stammende Mama Jo gerade in einer New Yorker Aufführung von "Der Nussknacker". Wenige Jahre später ließen sich die Eltern scheiden, und Sienna zog mit ihrer Mutter nach London, wo Jo Miller später den dortigen Ableger der Lee-Strasber--Schauspielschule leitete.

Das Model am Theater

Bereits während ihrer Zeit am Elite-Internat Ascot entdeckte die am 28. Dezember 1981 geborene Sienna Miller ihre Liebe zum Theater. Nach dem Abitur übersiedelte sie in ihre Heimatstadt New York, wo sie am prestigeträchtigen Lee Strasberg Theater Institute das Handwerk erlernte und nebenbei auf diversen Bühnen des Big Apple stand.

Einem Vertrag der Modelagentur Select folgend, kehrte sie nach England zurück und modelte daraufhin für Coca-Cola, die italienische "Vogue" sowie Prada und trat sogar für den Pirellikalender 2003 vor die Kamera.

Vielbeschäftigt in die Zukunft

Gleichzeitig verfolgte sie weiterhin ihren Traum vom Schauspielberuf, der sich 2002 mit einem Part in der Independent-Produktion "High Speed" erfüllte. Seither sah man sie unter anderem in mehreren britischen TV-Serien und dem auf der Insel kultisch verehrten Ganoven-Thriller "Layer Cake", übrigens an der Seite von Neu-Bond Daniel Craig.

Demnächst verkörpert sie neben Guy Pearce in dem Drama "Factory Girl" die drogensüchtige Warhol-Muse Edie Sedgwick. Ohne Korsett, dafür mit der nächsten Karrierestufe fest im Blick ...

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