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Biografie

Eine Haut wie Alabaster, rote Haare und verträumte Augen, die in anderen Sphären nach etwas suchen, was die harsche Realität verwehrt.

Doch hinter der zarten Oberfläche der Julianne Moore verbirgt sich pure Energie, die sie ebenso mühelos in Slapstick-Comedy ("Evolution") wie in große Familiendramen ("Dem Himmel so fern") oder realitätsnahen Science-Fiction-Filmen ("Children of Men") umsetzt.

Wenn sie auf der Bildfläche erscheint, erzittert die Leinwand - keine andere Schauspielerin vermochte mit Auftritten wie in Paul Thomas Andersons Meisterwerk "Magnolia" oder "The Hours" die Zuschauer mit ihrem verhaltenem Spiel so zu Tränen zu rühren.

Verständlich, dass ihr dieser Part die dritte Oscar-Nominierung in der Kategorie Beste Weibliche Nebenrolle einbrachte - die Trophäe allerdings musste sie Kollegin Nicole Kidman überlassen.

Erste Sporen beim Fernsehen

Wie versiert sie ist, stellte die 1960 in North Carolina als Julie Anne Smith geborene Tochter eines Militärjuristen und einer schottischen Sozialarbeiterin bereits in über 50 Film- und Fernsehproduktionen sowie bei zahlreichen Theaterauftritten unter Beweis. Ihr Spektrum reicht vom Mainstream-Blockbuster bis zu Arthouse-Produktionen.

Nach dem Studium an der Universtität von Boston, wo sich die Familie nach Aufenthalten an mehr als 20 verschiedenen Wohnorten (darunter auch Frankfurt, Germany) endlich niedergelassen hatte, sammelte Julianne erste Berufserfahrung in Soaps und erlangte erste Bekanntheit. 1988 gewann sie den Daytime Emmy Award als Franny Hughes in "As the World Turns".

Ein Porno für Oscar

Ihr Filmdebüt gab Moore 1990 mit "Geschichten aus der Schattenwelt", der Durchbruch folgte in Robert Altmans "Short Cuts", wo sie mit einer Nacktszene die Aufmerksamkeit nicht nur versierter Filmfreaks auf sich zog.

Keine falsche Scham zeigte die schöne Rothaarige auch als erotische Künstlerin in Ethan und Joel Coens "The Big Lebowski" sowie als melancholische Pornoqueen Amber Waves in Paul Thomas Andersons "Boogie Nights", ihrer ersten Oscar-Nominierung.

Die zweite folgte in Neil Jordans Drama "Das Ende einer Affäre" an der Seite von Ralph Fiennes. Mit Bart Freundlich drehte Moore 1997 "Das Familiengeheimnis" - eine Arbeitsbeziehung mit Folgen, aus der eine Familie mit zwei Kindern (Sohn Cal, 9, Tochter Liv Helen, 5) hervorgehen sollte.

Das Leid einer Hausfrau

1999 betrauerte die Mutter in "A Map of the World" den Tod ihrer Filmtochter, ehe sie sich 2001 als FBI Agent Clarice Starling in Ridley Scotts "Hannibal" auf düsteres Terrain wagte.

Als vernachlässigte Ehefrau deckte Julianne in Todd Haynes Fifties-Melodram "Dem Himmel so fern" in einer tief bewegenden Rolle die Schattenseiten des amerikanischen Heile-Vorstadtwelt-Traums auf.

Eine Variante dazu lieferte sie mit ihrem Part in Stephen Daldrys filmischer Adaption von Michael Cunninghams Pulitzerpreis-gekrönter Novelle "The Hours": Moore spielte die depressive Hausfrau Laura Brown, die aus ihrem Leben ausbricht und dafür einen hohen Preis bezahlen muss.

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Derzeit ist die 46-Jährige an der Seite von Nicolas Cage und Jessica Biel im Thriller "Next" zu sehen. Als FBI-Agentin Callie Ferris ist sie darin hinter Cage her - der kann nämlich zwei Minuten in die Zukunft blicken und soll mit dieser Fähigkeit einen terroristischen Anschlag verhindern.

Die vielbeschäftigte Schauspielerin kehrt am 27. Dezember mit der starbesetzten Biografie über Folklegende Bob Dylan in die deutschen Kinos zurück - Titel: "I'm Not There". Ihr nächstes Projekt, die Bestsellerverfilmung "Die Stadt der Blinden" nach einer Vorlage von Nobelpreisträger José Saramago, hat sie bereits in Angriff genommen.

Und das ist gut so, denn von Moore wollen wir mehr sehen!

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