Einmal Queen, immer Queen - wenn Dame Helen Mirren nicht gerade eins von Großbritanniens Staatoberhäuptern spielt, gibt sie eben dessen Gattin. Dabei ist immer sicher: Die Darstellung ist preisverdächtig.
2007 wurde die zierliche Britin bei den Golden Globes sowohl für ihre Rolle als Elizabeth I. in der gleichnamigen Fernsehproduktion ausgezeichnet als auch für die einnehmende Darstellung von Elizabeth II. in Stephen Frears' Drama "Die Queen". Damit stellt sie einen Rekord auf, den wohl so schnell keiner brechen wird - denn wer schafft es schon, beide Regentinnen gleichzeitig zu verkörpern?
Außerdem hat sie nun ihren ersten Oscar in der Tasche, denn für "Die Queen" wurde sie in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Eine Nominierung erhielt Mirren bereits 1995 für "King George - Ein Königreich für mehr Verstand", in dem sie neben Nigel Hawthorne die Frau des ehemaligen Königs spielt. Dagegen brachte ihre Darstellung der Caesonia in Tinto Brass' "Caligula" 1979 die Gemüter der Kritiker auf ganz andere Art in Wallung: Das Werk wurde wegen seiner pornografischen Sequenzen geächtet.
Damals war Mirren zwar an keiner dieser pikanteren Szenen beteiligt, doch Jahre später sollte sie neben Julie Walters in "Kalender Girls" durch viel nackte Haut auf sich aufmerksam machen.
Wahrscheinlich liegt ihr das Majestätische einfach im Blut, immerhin ist sie die Enkelin eines russischen Aristokraten, der während der Revolution in England stationiert wurde. Das erklärt auch Mirrens bürgerlichen Namen Ilyena Vasilievna Mironov. Ihr Vater ließ den Familiennamen jedoch in den 1950er-Jahren in Mirren ändern.
Damals stand für die kleine Helen bereits fest, was sie einmal werden wollte: Schauspielerin. Genauer gesagt: eine große Schauspielerin. Schon als Kind wollte sie auf die Bühne und unvergessliche Vorstellungen geben. Nach einem kurzen Ausflug in die Berufsfachschule für Lehrer, die sie ihren Eltern zuliebe besuchte, wurde sie im Alter von 19 Jahren in die legendäre "Royal Shakespeare Company" aufgenommen. Die Liebe zum Theater ist bis heute geblieben, und so kehrt die Britin so oft es geht zu ihren Wurzeln zurück.
Internationale Bekanntheit erlangte sie 1969 in "Das Mädchen vom Korallenriff". In "Excalibur" zoffte sie sich mit dem Zauberer Merlin, es folgten eindrucksvolle Rollen in "Cal", "2010 - Das Jahr in dem wir Kontakt aufnehmen" und "Mosquito Coast".
1997 heiratete sie ihre große Liebe Taylor Hackford und wagte sich kurz darauf mit " Tingle!" sogar in die kommerzielle Nische des Teenie-Thrillers. Für "Gosford Park" erhielt sie 2002 erneut eine Oscar-Nominierung als beste Nebendarstellerin, musste sich jedoch abermals geschlagen geben.
Sowohl im Theater als auch auf der Leinwand schafft es Helen Mirren immer wieder, das Publikum in ihren Bann zu ziehen. Bei der Vorstellung von "The Queen" auf dem Filmfestival von Venedig erntete ihr Spiel sogar Standing Ovations.
Ob die echte Elizabeth II. das schon geahnt hat, als sie die Schauspielerin 2003 in den Ritterstand erhob? Helens Kindheitstraum ging jedenfalls in Erfüllung: Sie ist tatsächlich eine große Schauspielerin geworden. Eine sehr große sogar.
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