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Biografie

"Sie ist das deutsche Girlie, das man offenbar nur in Paradoxa beschreiben kann", hieß es in der TAZ 1995, als Kulturpapst Roger Willemsen sie zur "Fernsehfrau des Jahres" adelte. "Emanzipiert, aber doch Frau, sexuell unverklemmt, aber doch Vamp, abgebrüht und ein bisschen rotzig, aber auch verletzlich."

Keine schlechte Attributsammlung für die Tochter einer Lehrerin und des Ex-Eishockey-Nationaltorhüters Rainer Makatsch. Beruflich suchte Heike Makatsch lange nach einem Hafen.

Nach einem Jahr Aufenthalt in New Mexiko, nach Abitur, journalistischen Praktika bei Stadtmagazinen, ein paar Semestern Soziologie- und Politikstudium und einer abgebrochenen Schneiderlehre bewarb sie sich vergeblich bei MTV. Und wurde dann bei VIVA zwei Jahre sesshaft.

Mit ihren Kulleraugen weckte sie Assoziationen zu Marty Feldman, mit ihrem breiten Mund Hoffnungen auf eine große Klappe. Acht Jahre später wirkt das früher quirlige, flippige, sympathisch-natürliche Viva-Girl wie vom Netz genommen: "Ich bin jetzt 30 Jahre. Irgendwie habe ich das Gefühl, ich bin angekommen", gestand sie.

Von einer die auszog...

Eine lange Reise hat sie hinter sich, die 1971 geborene Heike: "Wärst Du doch in Düsseldorf geblieben", jammerte eine Schlagerfee noch drei Jahre bevor Makatsch eben dort das Licht der Welt erblickte.

Doch das deutsche Front-Girlie hielt nichts von Seniorentipps und nichts in der Heimat. Sie verließ Deutschland und lebte für vier Jahre mit ihrem Freund Daniel Craig in London. Die Beziehung ging schließlich 2005 in die Brüche und Heike kehrte nach Deutschland zurück.

Beruflich gab's zwischenzeitlich einige Untiefen zu überwinden: "Darling in der Krise" unkte "Der Stern" 1997, nachdem das Fräuleinwunder mit ihrem RTL 2-Traumschiff, der "Heike Makatsch Show", schon zwei Monate nach Start auf Grund gelaufen war. Düster sah es damals aus für den Shootingstar, dem nach atemlosem Karierrestart die Luft auszugehen schien.

Pieps-Stimmchen

Doch ein Prophet aus dem Tiefland blickte weiter als viele Fernseher und erkannte Filmtalent in einer zappeligen Temperamentsentladung. So kam Makatsch zu ihrem Kinodebüt in Detlev Bucks "Männerpension", in dem sie als süßer geistiger Hohlraum lispelte und Tammy Wynette coverte. "Stand By Your Man" erschien sogar auf Single, trotz Stimmfärbung Marke Entenhausen.

Wirklich aufregen ließ sich die Nation davon nicht, wenn nach den Viva-Boys Stefan Raab und Nils Bokelberg nun auch ein Viva-Girl Musik machte. Auch wenn Hot-Heike zu diesem Zeitpunkt längst zu "Bravo TV" desertiert war - und dort beste Kritiken einheimste.

Taffe Frau

Obwohl es ihr kaum jemand zutraute, hat sie seit "Männerpension" (Bayerischer Filmpreis) viele weitere Kinofilme gedreht. Doch nur wenige boten ihr einen passenden Rahmen wie "Die Affäre Semmeling", der TV-Mehrteiler, für den sie im Februar 2002 die Goldene Kamera erhielt.

Trotz Karriereschwankungen bleibt Buck ihr treuester Fan, holte sie auch in "Liebe Deine Nächste!" und in einem Werbespot vor die Kamera. Stärker gefordert wurde sie aber in "Aimée & Jaguar", Max Färberböcks tragischer, für den Oscar nominierter Lovestory.

Am überzeugendsten jedoch ist sie in Doris Dörries "Nackt", in dem sie im Unterschied zu früheren Enthüllungsprojekten nur ihre entblößte Seele zeigt.

Haut zeigen

Seriös ist die Quietschnudel geworden, obwohl sie unverändert besonders geeignet für Komödien scheint. Aber in diesem Genre hagelte es Enttäuschungen wie "Die Häupter meiner Lieben" oder "Nachts im Park".

Weiterer Terror erwartete Makatsch nach ihrem Zombie in "Resident Evil" in "Anatomie 2".

Nach einem Ausflug ins Fernsehen mit der Verfilmung des "Wunder von Lengede" kehrte Makatsch in dem mit Hollywood-Stars besetzten Episodenfilm " Liebe" auf die große Leinwand zurück. Darin brachte sie Alan Rickman als sündiger Vamp in Liebesschwierigkeiten. Als Country-Sängerin versucht sich Heike zwei Jahre später in "Almost Heaven".

Familienglück und Leid

Ihre "Familie auf Bestellung" erhält Makatsch im TV, auch privat hat sie nun ihr eigene Familie. Mit ihrem Freund, dem Musiker Max Schröder lebt sie in Berlin und seit Januar 2007 hat Töchterchen Mieke Ellen das Familienglück komplettiert.

Doch auch dem Kino bleibt die Wahlberlinerin treu. In ihrem aktuellen Film "Schwesterherz" versucht sie als gestresste Musikproduzentin im Urlaub ihr Leben und die Beziehung zu ihrer kleinen Schwester wieder auf die Reihe zu bekommen.

Der merklich gereiften Schauspielerin Heike Makatsch stehen auch weiter alle Türen offen...

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