Keinesfalls möchte Eva Mendes das nächste Latina-Klischeepüppchen werden. Dafür hat sie schließlich nicht studiert.
Und beinahe wäre Eva Mendes auch keine Schauspielerin geworden - bis Ende der 90er ein Agent ihr schmuckes Antlitz im Firmenprospekt einer Marketing-Agentur entdeckte.
Dabei ist eigentlich Inneneinrichtung Evas Leidenschaft. Weil man aber selbst mit Filmen wie "Düstere Legenden 2" oder "Kinder des Zorns 5" in einer Woche mehr Geld verdient als mit einem Jahr Bürosesselwärmen, fiel die Entscheidung zugunsten der Traumfabrik nicht weiter schwer. Zimmerspringbrunnen gestalten kann sie schließlich auch später noch.
Mit ihren 24 Jahren ist Eva eine recht betagte Spätstarterin in Hollywood. Erst recht, weil sie nicht wie die meisten anderen spätberufenen Schauspielerinnen vorher schon mal Model oder Sangessternchen war. Eva Mendes, geboren am 5. März 1974 in Houston, Texas, als Tochter kubanischer Einwanderer, hat eine völlig andere Biografie.
Sie ging brav zur Schule, zog mit der Familie über Miami nach Los Angeles und studierte an der California State Northridge. Als dem Agenten ihr Gesicht auffällt, steht sie kurz vor dem Abschluss und ist gar nicht so leicht davon zu überzeugen, bloß für ein Aerosmith-Video ("Hole in my Soul") die seriöse Werbekarriere an den Nagel zu hängen.
Doch das Risiko lohnt, Eva rennt offene Türen ein. Nach "Kinder des Zorns" ergattert sie einen Brautjungfernpart in dem Disco-Klamottentiefschlag "A Night at the Roxbury" und tritt mit Will Smith in dessen Musikvideo "Miami" vor die MTV-Öffentlichkeit. Später drehen die beiden noch einmal zusammen: Die Liebeskomödie "Hitch - Der Date Doktor" wird ein riesiger Erfolg.
Hollywood sah in der wohlproportionierten Latina lange nur eine ideale Gefährtin für harte Buben. In durch die Bank respektablen Actionthrillern von "Exit Wounds" über "2 Fast 2 Furious" und "Training Day" bis zu "Irgendwann in Mexico" dient sich die begeisterte Skiläuferin und Freeclimberin vom dekorativen Dessousständer zur veritablen Kämpferin hoch.
Im kleinen, aber feinen Ghettokrimi "All About the Money" demonstriert Eva darstellerische Reichweite und beachtliche Charaktertiefe.
Etabliert im Actionfilmwesen, ist es nun an der Zeit für Eva Mendes, ihren künstlerischen Horizont zu erweitern. Willkommene Gelegenheit, neben Sex Appeal und sportiver Fitness auch Humor zu beweisen, bietet "Unzertrennlich" unter Leitung der einschlägig vorbelasteten Farrelly-Brüder ("Dumm und Dümmer"). Matt Damon und Greg Kinnear heißen ihre Partner in der feinfühligen Satire um ein ungewöhnliches Zwillingspaar auf den Stairways to Heaven.
Aber die sexy Latina kann nicht nur schauspielern. Als Autorin des Kinderbuchs "Crazy Leggs Beshee" versucht sie, der jungen Generation Wissenswertes aus Kunst und Geschichte so einprägsam wie unterhaltsam beizubringen.
Neben Nicolas Cage ist die 33-Jährige derzeit in der düsteren Marvel-Comic-Verfilmung "Ghost Rider" zu sehen. Dieser verkauft in der an Goethes "Faust" angelehnten Story Evas Seele an den Teufel - und versucht dann als tollkühner, motorradfahrender Rächer, sie wieder zurückzuerobern.
Derzeit arbeitet die Kubanerin an zwei neuen Projekten: In "Live!" versucht sie als skrupellose Programmchefin eine Spielshow ins Fernsehen zu bringen, bei der die Kandidaten um einen Jackpot russisches Roulette spielen. Und in dem Mafiathriller "We Own the Night" können wir sexy Eva demnächst an der Seite von Joaquin Phoenix und Mark Wahlberg bewundern. Kein Wunder, dass sich Eva nicht zurück an den Schreibtisch wünscht.
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