Alle Filme von A-Z

Diane Keaton Biografie

Diane Keaton Navigation

Biografie

In "Was das Herz begehrt" verfällt ihr Jack Nicholson, schmust sie mit Keanu Reeves, lässt mit 57 alle Hüllen fallen. Bald vielleicht kann sie sogar einen nackten Goldjungen nach Hause nehmen - ist sie doch zum vierten Mal für einen Oscar nominiert.

"Die Menschen sehen mich jetzt ganz anders an, als ich es mir früher vorgestellt habe. Ich glaube, die Reaktion ist einfach 'Schau an, so sieht sie also aus - alles noch intakt!'"

So entspannt kommentiert Keaton ihre Spätenthüllung, der sie sich zum Karrierebeginn noch eisern verweigerte. 1968 gehörte sie am Broadway zur Originalbesetzung von "Hair" (auf der LP ist sie mit "Black Boys" zu hören), wollte aber als einzige dem Naturdrang der Hippie-Zeit nicht folgen.

Auch heute noch packt sie sich gerne bis zum Halsansatz ein, trägt Männeroutfits oder Chaoskombinationen, die ihr den Ruf eines Modeunfalls einbrachten und gilt als scheu: "Ich baue eine Wand um mich herum auf, man kann mich nur schwer kennen lernen."

Der Brunftschrei des Hornbrillen-Hirsches

Der erste, der die Festung stürmte, war Woody Allen. Er besetzte sie 1970 für seine Broadway-Komödie "Mach's noch einmal, Sam", wurde der neurotische Hirsch des scheuen Rehs: "Ich fand ihn so niedlich, versuchte alles, dass er mich mochte. Aber er ist keiner, der herumrennt und viele neue Freundschaften schließt. Deshalb blieben ihm kaum Alternativen."

Aus Woodys Notlage entstand eine Romanze, die am Ende der Seventies von Freundschaft abgelöst wurde. Acht Filme drehte die schlaksige Kalifornierin mit der kurz gewachsenen Gagmaschine. Ihr prüdes, versponnenes Image ist seitdem in Beton gegossen.

Ein lachendes und ein weinendes Auge

Dabei ist die Komikerin auch brillante Dramatikerin, ob als Ehefrau Al Pacinos in der "Pate"-Trilogie, als Warren Beattys Oscar-nominierte Liebe in "Reds", als Oscar-Nominierte Krebskranke in "Marvins Töchter", als verlassene Frau im exquisiten Scheidungsdrama "Du oder beide" oder als Lehrerin, die in nächtlichen Bar-Streifzügen mit willigen Herren flirtet (" Goodbar").

Die als Diane Hall geborene Aktrice, die in "Der Stadtneurotiker", ihrer Oscar-Rolle, mit Ticks und Namen (Annie Hall) verewigt ist, hat drei Geschwister. Ihr Vater starb 1990 an einem Gehirntumor, ihre Mutter war Inspiration für ihre Karriere. Seit die Neunjährige ihre Mom einen Talentwettbewerb gewinnen sah, wollte auch sie auf einer Bühne stehen.

Liebhaber und andere Fremde

Am College trat sie in Musicals auf, ging auf Rat einer Lehrerin nach New York, zu Sanford Meisner, einem der besten Schauspiellehrer Amerikas. "Liebhaber und andere Fremde", ihr Filmdebüt, beschrieb ihr Kontaktverhalten und Beziehungsleben geradezu prophetisch.

Geheiratet hat die Kunstsammlerin und Fotografin, die einige exzentrische Bildbände (z.B. "Clown-Paintings") herausgegeben hat, nie, dafür aber mit Allen, Beatty und Pacino Affären gehabt. Neun Jahre, nachdem Hollywood die sympathische Feministin auch als Filmmutter ("Baby Boom") entdeckte, adoptierte sie ein Mädchen, später auch einen Jungen.

Außerirdische Ansichten

Als Glucke hätte sich Keaton selbst wohl nie gesehen, als Regisseurin auch nicht. Dabei hat sie TV-Filme, Serien, ein großartiges Kinodebüt ("Entfesselte Helden"), einen hysterischen Flop ("Aufgelegt!") inszeniert und sollte ursprünglich auch Regie führen bei "Gottes Werk und Teufels Beitrag", ebenso bei einem Film über das Mannmädchen Teena Brandon, bei dem ihr dann die Konkurrenz mit "Boys Don't Cry" zuvorkam.

"Sie glaubt, dass das Radio funktioniert, weil winzige kleine Männer darin leben", beschrieb Woody Allen einmal Keaton.

Die ideale Voraussetzung, wie man sieht, um in Hollywood Karriere zu machen.

Copyright © www.kino.de 2007.



Alle Filme von A-Z