Im Rekordtempo vom Sidekick in einer nicht mal sonderlich erfolgreichen Sitcom zum angesagtesten Teenager von Hollywood - kein Problem für Christopher Ashton Kutcher aus einem 100-Seelen-Dorf in Iowa.
Mit Ausstrahlung, Glück und einer gehörigen Portion Instinkt arbeitete sich der unverschämt gut aussehende Knabe vom Highschool-Abbrecher bis ins Zentrum der Unterhaltungsindustrie vor und ist nun als 26-Jähriger bereits Filmstar, TV-Moderator, Male Model und Titelheld der Yellow Press - und noch lange nicht am Ziel seiner Träume angelangt.
Geboren am 7. Februar 1978 in Cedar Rapids als Kind armer Leute, ist der kleine Ashton nicht eben auf Rosen gebettet. Seine Eltern lassen sich scheiden, bevor er 13 ist. Trotzdem wächst er zu einem munteren Teenager heran, der sich schon früh sowohl für Sport als auch für die schönen Künste zu interessieren beginnt.
Als er mit 15 eine Hauptrolle in der Highschool-Produktion des Musicals "Annie" übernimmt, lachen ihn die Kumpels vom Ringerclub zwar aus, doch Kutcher lockt die Bühne.
Weil sein Zwillingsbruder Michael schon in jungen Jahren eine schwere Herzkrankheit entwickelt und bereits als Teenager eine Transplantation braucht, erwächst in Ashton der Wunsch, doch noch Biochemie zu studieren. Ein Einbruch in die Schule, mehr Jugendstreich als kriminelle Tat, macht diesem Vorhaben beinahe einen Strich durch die Rechnung. Doch zum Glück darf er zur Strafe nur nicht weiter in "Annie" singen.
An der Uni verdient er sich sein Geld nebenbei mit Hilfsjobs in der Cornflakesindustrie, mit Blutspenden oder - schlimmer - in der Tierverwertung. Immerhin landet er in derselben Studentenverbindung wie einst Kevin Costner - ein gutes Omen.
Als ihn 1997 in einer Bar ein fremder Typ auf sein gutes Aussehen anquatscht, handelt es sich tatsächlich um einen Headhunter für einen Modelwettbewerb. Ashton sagt überrascht zu und gewinnt prompt den ersten Preis: eine Reise zu weiteren Wettbewerben nach New York. Seine Heimatstadt wird er erst als Multimillionär wiedersehen.
Von New York nach L. A. ist es karrieremäßig nur ein kleiner Schritt. Nach Engagements als Model für Versace und Calvin Klein fährt Kutcher nach Hollywood, um am Casting für zwei neue TV-Shows teilzunehmen. Die eine handelt von surfenden Cowboys, die andere vom Teenagerdasein in den 70ern.
Ashton kommt so gut an, dass er es sich aussuchen kann, und entscheidet sich mit sicherem Instinkt für "Die wilden 70er". Die andere Show wird noch in der Probephase eingestellt, seine dagegen schnellt in den Quotencharts nach oben.
Prompt will Hollywood wissen, wer denn der Typ mit dem frechen Grinsen ist, und besetzt Kutcher mal so zur Probe als Gegenüber des "American Pie"-Stiflers Seann William Scott im Pubertätsklamauk "Ey Mann - Wo is' mein Auto?". Auf dem Höhepunkt der Teeniefilmwelle schlägt der Film ein wie eine Bombe und sichert ihm eine Nominierung für die MTV Movie Awards in der Kategorie Breakthrough Male Performance.
Ab da geht alles noch schneller. In dem Teenagerwestern "Texas Rangers" beweist Ashton Kutcher, dass er auch ernste Rollen spielen kann, wenn er nur will. Danach ist er nacheinander in zwei Familienkomödien zu sehen: "Voll verheiratet" und "Partyalarm - Finger weg von meiner Tochter" - beide solide Durchschnittsware. Nebenbei leistet sich der Hobbygolfer eine Aufsehen erregende Liaison mit Co-Star Brittany Murphy.
Den Hollywoodruhm veredelt der bekennende Fan von Fernsehshows ("Jeopardy", "Wer wird Millionär?") als Produzent und Star seines eigenen TV-Erfolgsformats auf MTV: in der "Candid Camera"-Variante "Punk'd", wo Ashton zur besten Sendezeit Prominenz von Britney Spears bis Diddy in die Pfanne haut, dass man es bis nach Europa hört.
Als dann auch noch seine Verbindung mit Demi Moore öffentlich bekannt wird und der Wunderknabe sozusagen die Kinder von Bruce Willis erbt ("punk den doch mal", empfiehlt Chris Rock), kennt die Begeisterung der Regenbogenpresse keine Grenzen.
Mit "Butterfly Effect", einem Horrorfilm von den Leuten, die uns "Final Destination" brachten, ist Kutcher wieder einmal ernst. Schließlich kann man nicht ewig der Teenager vom Dienst sein.
In seinem neuesten Film, "Guess Who - Meine Tochter kriegst du nicht", jedoch, wendet er sich wieder der Komödie zu und versucht die Eltern seiner Verlobten zu überzeugen, dass er der perfekte Ehemann ist.
Kutchers erklärtes Vorbild heißt Tom Cruise, und um diesem nachzueifern, bedarf es profilträchtiger Rollen. Wie auch immer die Nummer 3 unter America's Hottest Hotties (laut Musiksender VH1) sich in Zukunft entscheiden wird - ein Pulk kreischender Mädchen und hoffentlich auch das Glück werden ihm folgen.
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