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Biografie

"Dieser 'Oh, welche Ehre nominiert zu sein'-Bullshit ist nicht mein Ding. Wenn ich an einem Wettbewerb teilnehme, möchte ich verdammt noch mal auch gewinnen. Es gibt schließlich keinen f***ing Silber-Oscar!"

So sprach Samuel L. Jackson, nachdem er sich 1995 im Rennen um den Goldjungen für die Beste Nebenrolle Martin Landau geschlagen geben musste. Dabei hätte er für seinen Part in "Pulp Fiction" nicht nur den Oscar verdient gehabt, sondern dazu noch die Ehrenplakette für Coolness Deluxe in Platin.

Eben diese ihm in die Wiege gelegte Coolness kommt ihm nun auch als "Coach Carter" zugute, um eine Horde sportbegeisterter Schulversager von der Wichtigkeit eines Highschool-Abschlusses zu überzeugen. Ein Kinderspiel für Jackson, der sich durch seine imposante Art schnell Respekt zu verschaffen weiß.

Das Schwert der Schwerter

Doch den kommerziellen Ritterschlag hatte Sam, nach langer Zeit als "coole Sau" in abgefahrenen Independent-Projekten, erst spät erhalten - mit der Rolle des Mace Windu in den "Star Wars"-Prequels.

Auch beim großen George Lucas musste Sam natürlich mit dem Kopf durch die Wand. Eine eiserne Regel bei "Star Wars": Gute Jungs haben grüne oder blaue Lichtschwerter, böse Jungs haben rote. Jackson zu Lucas: "Ich will ein purpurnes!" Er bekam es und dazu in "Episode III" auf speziellen Wunsch "einen der coolsten Filmtode, die man je gesehen hat."

K-K-Karrierestart beim Therapeuten

Doch Samuel war nicht immer so selbstbewusst, als Kind stotterte er. Sein Sprechtherapeut war es, der ihn zur Schauspielerei brachte, obwohl er eigentlich Architekt werden sollte. Jackson sprach erfolgreich für ein Musical vor und blieb bei dieser Therapie-Methode hängen. Später wechselte er ins Hauptfach Drama.

Zu dieser Zeit bekam er auch seinen ersten Job, ein früher Ausblick auf "Pulp Fiction": Für eine lokale Fast-Food-Kette biss er herzhaft in einen "verdammt guten Burger".

Bretter, die die Rechnungen zahlen

Direkt nach dem Schauspiel-Abschluss spielte Jackson 1972 in seinem ersten Kinofilm "Together for Days". Seine Maxime "Fordere dich ständig aufs Neue heraus!" trieb ihn anschließend von Atlanta in den Großstadtdschungel NYC. Nach kurzer Zeit schaffte er es, vom Theaterspielen zu leben: "Ich konnte meine Rechnungen bezahlen und dabei auch noch Spaß haben."

Er trat beim New Yorker Shakespeare Festival auf und wurde Mitglied der Negro Ensemble Company, der auch Morgan Freeman angehörte. Während er sich als Bühnenschauspieler einen Namen machte, entdeckte ihn 1981 ein begeisterter Zuschauer in "A Soldier's Story": Spike Lee, mit dem Jackson insgesamt vier Filme drehen sollte.

Drei miese Kumpels

In den frühen New Yorker Jahren hatte Jackson ein paar Freunde, die stets an seiner Seite waren: Alkohol, Koks, Crack. "Ich war immer auf irgendetwas", sagt Jackson. "Ich dachte, das läuft bei 'den Großen' eben so."

Doch die Illusion vom Schauspieler, der high und gleichzeitig erfolgreich ist, zerplatzte bald. Die Hauptrolle im Broadway-Stück "Two Trains Running" wurde Jackson entzogen, weil er, wie er sich ausdrückt, "bei den Proben zu oft rotäugig und nach Bier stinkend" auflief.

Jackson hatte eine große Chance verspielt und das ärgerte ihn. Er arbeitete am Entzug. Mit Erfolg: Es kamen Filme wie Martin Scorseses Mafia-Leckerbissen "Good Fellas", der Eddie Murphy-Klamauk "Der Prinz aus Zamunda" und "Sea of Love", wo Sam neben Al Pacino den "Black Guy" mimte.

16 Löcher zum Entzug

Diesem nicht politisch korrekten Typecasting machte Spike Lee ein Ende. Er besetzte ihn für Charakterrollen in "School Daze" (1988), "Do the Right Thing" (1989), "Mo' Better Blues" (1990) und 1991 in "Jungle Fever".

Heute ist Jacksons einzige Droge das Golfspielen, sagt er. "Jungle Fever" war 1991 nach eigener Aussage der erste Dreh, bei dem er nicht high war. Ironischerweise mimte Jackson dabei Gator, den cracksüchtigen Bruder von Wesley Snipes. Sam spielte sich die Seele und die Abhängigkeit aus dem Leib, und als Gator starb, tötete er auch "diesen Typ von früher - endgültig". Dafür gab's einen Preis für die beste Nebenrolle in Cannes.

Es kann nur einen geben

In den Folgejahren spielte er in Steven Spielbergs Megahit "Jurassic Park" und drehte nach einem Drehbuch von Quentin Tarantino mit Tony Scott "True Romance".

Aber erst "Pulp Fiction" bescherte Jackson einhellige Anerkennung. Für Jackson bedeutete das Werk, endlich sein Image als notorischer Nebendarsteller hinter sich zu lassen und aus dem Schatten der (weißen) Hauptdarsteller herauszutreten.

Dass Jackson später in "Shaft - noch Fragen?" von Regisseur John Singleton die Legende des Mannes fortführte, der "heißer als Bond und schneller als Bullitt" ist, war eine Sache der Ehre: Zu Isaac Hayes' legendärer Titelmusik streifte er sich lässig den Ledermantel über und gab den "Black private dick who's the sex machine for all the chicks".

Set-Hopping

Zwischen "Pulp Fiction" und "Shaft" hat Samuel L. Jackson wie ein Akkordarbeiter Filme gedreht: Er half Bruce Willis in "Stirb langsam: Jetzt erst recht", gab in "Die Jury" eine denkwürdige Vorstellung als auf Vergeltung sinnender Vater einer missbrauchten Tochter und arbeitete mit großartigen Regisseuren wie Paul Thomas Anderson ("Last Exit Reno").

Jetzt war klar: Jackson kann eine Geschichte tragen, das Publikum steht auf seine Filme, und es lässt sich viel Geld mit ihm verdienen. Plötzlich war sein Gesicht auf den Filmplakaten.

Die dunkle Seite

Auch "Unbreakable" von Night Shyamalan, bot ihm neben Bruce Willis eine wunderbare Gelegenheit zur Entfaltung seiner düsteren Seiten. In Roger Michells Moralthriller "Spurwechsel" war Jackson dann als Ex-Alkoholiker zu sehen, der nach einem Crash völlig außer Kontrolle gerät und mit Ben Affleck das lustige Spiel "Ich mach' dir das Leben zur Hölle" durchexerziert.

Ein Wiedersehen mit "Pulp Fiction"-Traumpartner John Travolta gab's in "Basic". Jackson brüllte sich als Armeeausbilder Nathan West durch den Film und Travolta sollte aufklären, wie ein berüchtigter Sergeant samt mehrerer Kadetten bei einer mysteriösen Übung verschwinden konnten.

Weltenretter

Im Action-Spektakel "xXx - Triple X" schickte Jackson als Agent der Regierung Bond-Klon Vin Diesel los, um einen Gangsterring namens "Anarchie 99" auszuheben, der - Überraschung - die Welt vernichten will. Fortsetzung folgt mit "xXx 2", allerdings steht Jackson da mit Ice Cube ebenfalls ein Black Guy zur Verfügung.

Die Rolle in " - Die Spezialeinheit", der Leinwandversion der 70er TV-Kultserie, meisterte Jackson wieder gewohnt souverän: Als legendärer taffer Teamleader Hondo war er in seinem Element.

Aber wofür steht eigentlich das L.? Angeblich für "Leroy" - oder doch für "Luck"? "Ich habe immer sehr viel Glück", meint Sam dazu verschmitzt.

Eigentlich müsste er dann "Samuel C. Jackson" heißen. "C" wie cool.

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