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Biografie

In nur vier Jahren hat der 38-jährige Jackman Hollywood erobert und festigt Australiens Spitzenstellung im Export maskuliner und doch auch gefühlvoller Kinohelden.

Wie Russell Crowe gehört auch Hugh Jackman zu den Naturburschen aus Koala-Country, die weder in Kneipen noch im Outback die Orientierung verlieren. Das Geheimnis ihres Erfolgs sieht der Newcomer im heimatlichen Naturell:

"Wenn Du beim Bungee-Springen auf der Plattform kneifst, ohne einen Versuch gewagt zu haben, wirst Du es in Australien zu nichts bringen. Wenn Du aber heulst und trotzdem in den Abgrund hüpfst, wird man Dich dafür bewundern."

Diese Risikomentalität hat Jackman zum Hollywood-Kometen gemacht, der die kalifornische Sonne nicht erst jahrelang umkreisen musste, sondern direkt dahin vorstieß, wo das Licht am hellsten scheint. Seinen Aufstieg bezeichnet der sympathische Optimist, der im Gegensatz zu Crowe künstlerisch uneitel geblieben ist, als märchenhaft - seine Kindheit aber nicht.

Von Daddy Manieren gelernt

Als Jackman acht Jahre alt war, verließ die Mutter ihn, seine vier älteren Geschwister und ihren Mann, um nach England zurückzukehren. Ihre öffentliche Reue über diesen Schritt machte Schlagzeilen in der australischen Presse. Jackmans Vater, ein Buchhalter mit Cambridge-Abschluss, zog seine Kinder allein und nicht zuletzt deshalb mit strikten Regeln groß.

Die konservative Erziehung formte den Boy aus Sydney zum Gentleman, der Meg Ryan in "Kate & Leopold" auf einem Schimmel vor Dieben rettete, mit Ashley Judd in "Männerzirkus" Händchen hielt und Halle Berrys Naturwunder in "Passwort: Swordfish" vor Crew-Voyeuren schützte.

Im Knast verliebt

Sein Status als Frauenschwarm, den er als Großstadtcasanova mit Athletenbrustkorb in "Männerzirkus" bestätigte, ist für Jackman kein Mysterium:

"Es ist sexy, wenn ein Typ tanzen, auf einer Hochzeit eine Frau auffordern und sie auf dem Parkett gut aussehen lassen kann. Ich war immer ein begeisterter Tänzer."

Wolverine und Rumba, Actionheld und Parkett-Tiger - das ist der Kontrast, der Frauen gefällt, wohl auch seiner eigenen. Die acht Jahre ältere Deborra-Lee Furness, die sich als Bikerin und Racheengel in "Totgeschwiegen - Eine Frau schlägt zurück" auch nicht als Mauerblümchen verkauft hatte, lernte Jackman 1995 in der TV-Serie "Corelli" kennen: Er war der harte Knacki, sie seine Gefängnispsychologin. Mittlerweile haben die beiden ihre eigene kleine Familie: den achtjährigen Oscar und die erst wenige Monate alte Ava. Das Schauspielerpaar hat beide Kinder adoptiert.

Über Nacht zur Traumrolle

Jackmans Fernsehdebüt in "Corelli" war die erste große Bewährungsprobe nach Schauspielstudium und aufgegebenen Karriereplänen als Journalist. Er meisterte die Herausforderung mit künstlerischem Draufgängertum, wie auch seine Hauptrolle in einer australischen Produktion von "Die Schöne und das Biest", obwohl er nie zuvor in einem Musical aufgetreten war. Danach sang Hugh in "Sunset Boulevard", schließlich auch am Royal National Theatre in London im Klassiker "Oklahoma".

Und Hollywood hörte bereits zu. Als Kollege Dougray Scott wegen Drehplanverzögerung bei "Mission: Impossible 2" aus "X-Men - Der Film" aussteigen musste, sprang Jackman fast über Nacht für ihn ein. Die prophetische Weisheit des Casting-Agenten verdient Bewunderung, denn der erkannte im Oklahoma-Cowboy, der hemdsärmelig "Oh, what a beautiful morning" trällerte, das Potenzial für den grimmig-schweigsamen Wolverine.

Tanzender Monsterschreck

"Ich habe ein bisschen gesungen, bin in Musicals, im Koalabär-Kostüm und auf Kinderparties aufgetreten, jetzt spiele ich halt einen Superhelden", kommentierte Jackman gelassen wie ein indischer Guru seinen Aufstieg.

Nach einer weiteren Schlacht gegen Mutanten in "X-Men 2" kämpfte der Actionheld als "Van Helsing" gegen Dracula, Wolfman und das Monster Frankensteins.

Nachdem die Ungeheuer besiegt waren, regte sich in dem Schauspieler wieder seine musikalische Ader. Ein Jahr lang stand Jackman für das Musical "The Boy from Oz" in New York am Broadway auf der Bühne und begeisterte Fans sowie Kritiker gleichermaßen.

Der Erbe von Clint Eastwood

Schließlich verwandelte sich Jackman für "X-Men: Der letzte Widerstand" ein drittes Mal erfolgreich in Wolverine. Pläne für einen Film, in dem der Mutant mit dem Adamantiumskelett die Hauptrolle spielen soll, sind bereits geschmiedet.

Doch zuvor lässt der Australier seine Zauberkräfte spielen und tritt in "Prestige - Meister der Magie" im viktorianischen England in einem mörderischen Konkurrenzkampf gegen Christian Bale an.

Spätestens jetzt ist Jackman, der auch glatt als junger Wiedergänger von Clint Eastwood durchgehen könnte, weltweit kein Mann ohne, sondern ein Mann mit Namen.

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