Egal was Angelina Jolie auch macht, Schlagzeilen sind ihr dabei sicher. War es früher ihr heißes Sexleben mit Billy Bob Thornton, ist es nun ihre Beziehung zu Brad Pitt.
Die Zeiten als selbst erklärtes Bad Girl sind vorbei. Früher war Angelina Jolie für ihren Sex-Talk bekannt, die Blitzehe mit dem knapp 20 Jahre älteren Kollegen Billy Bob Thornton war das reinste gläserne Schlafzimmer. Damals wusste jeder über ihre Tattoos bescheid, ihr Faible für Messer, Schläge und die Farbe Schwarz sowie ihre Bi-Sexualität.
Doch die Frau, die der ganzen Welt erzählte, wie lang der Penis ihres Ehemannes ist, hat sich in den letzten Jahren ein neues Image als Super-Mama, Entwicklungshelferin und Frau an der Seite von Brad Pitt zugelegt.
Jolies Leben begann schon alles andere als "normal". Ihr Vater ist der Schauspieler Jon Voight (" 1"). Mit sieben Jahren stand sie zusammen mit Daddy für "Lookin' to get out" vor der Kamera. Das Verhältnis zwischen den beiden war schon immer schwierig.
"Er ist das beste Beispiel für einen Künstler, der nicht verheiratet sein kann. Er hatte die perfekte Familie, aber irgendwie hatte er genau davor Angst." So beschreibt Angelina den Mann, dessen Nachnamen sie bewusst abgelegt hat. Inzwischen hat sie ihre eigene perfekte Familie, versöhnt hat sich die 32-Jährige aber bis heute nicht mit ihrem Vater.
Die Scheidung ihrer Eltern stürzte Angelina damals in tiefe Depressionen. Jolie begann, sich mit Klingen und Messern selbst weh zu tun. Ihre Faszination für Masochismus, Blut, Tod und Ewigkeit lebte sie auch später aus: Als Angie mit 20 ihren Co-Darsteller Jonny Lee Miller ("Trainspotting") aus "Hackers" heiratete, ritzte sie sich die Adern auf und schrieb mit dem Blut den Namen ihres Ehemannes auf ihr weißes T-Shirt.
Doch Angelina war schon zu ihrem wilden Zeiten nicht nur die Frau, die sogar das dekadente Hollywood mit ihren krassen Aktionen schockte. Sie ist vor allem eins: ein Profi. Mit elf Jahren schrieb sich Jolie am Lee Strassberg Institute ein.
Die Rolle, die Jolie zum Star machte, hatte sie vier Mal abgelehnt - aus Angst, dass sie von ihr zerstört würde. Doch die Figur des heroinabhängigen, lesbischen Models Gia Carangi schrie förmlich nach Angelina. Sie akzeptierte schließlich und behielt recht - "Gia" raubte ihr alle Kraft. Sie verlor den Kontakt zu ihren Freunden und den Boden unter den Füßen. Schließlich führte es auch zur Scheidung von ihrem Mann Jonny. "Ich fühlte mich niedergeschlagen, besiegt. Ich war kein guter Mensch, ich fühlte mich schlecht", erinnert sie sich.
Jolies großartige Performance als "Gia" brachte eine Flut von Rollenangeboten. In "" spielte sie an der Seite von Sean Connery und Dennis Quaid. 1999 drehte Angie mit Denzel Washington "Der Knochenjäger". Der Film erlaubte ihr, in dunklen feuchten Gewölben herumzuklettern und mit unappetitlich zurechtgemachten Leichen zu hantieren - und dabei wie immer bestens auszusehen.
Das hat sich vermutlich auch Billy Bob Thornton gedacht, dessen Schlampen-Ehefrau sie in "Turbulenzen - und andere Katastrophen" spielte. Der Film von Mike Newell führte zur Vermählung zweier Hardcore-Liebender. Nach drei exzessiven Jahren wurde die Ehe aber wieder geschieden.
Angelina Jolie bezeichnet sich selbst als "Soziopath". Am Set von "Durchgeknallt - Girl, Interrupted" jedenfalls hegten Jolies Co-Darstellerinnen ihr gegenüber gemischte Gefühle. "Man musste sie ständig beobachten, auf alles gefasst sein", erinnert sich Brittany Murphy. Für Angelina hat es sich ausgezahlt: Sie bekam für ihre Leistung den Oscar. Anstatt sich nach der Psycho-Rolle wieder zurückzuziehen, wie bei "Gia", machte Jolie stur weiter und verwandelte sich schon bald in die Abenteuerbraut "Lara Croft".
Doch Angelina wäre nicht Angelina, wenn sie neben ihrem professionell kultivierten Vamp-Image nicht auch eine sehr ernsthafte Seite pflegen würde - die sie inzwischen immer mehr nach außen präsentiert.
Jolie hat bereits drei Kinder adoptiert. Nach den Dreharbeiten zu "Lara Croft" erobert 2001 ein kambodschanischer Junge ihr Herz. Vier Jahre später adoptiert sie für Maddox Schwesterchen Zahara aus Äthiopien und Anfang dieses Jahres den kleinen Pax aus Vietnam.
Rund um die Welt setzt sich Jolie für Hilfsbedürftige ein - worauf sie die Vereinten Nationen im August 2001 zur Botschafterin des Hochkommissariats für Flüchtlinge beriefen. Ihr besonderes Interesse an humanitärer Hilfe dürfte die engagierte Schauspielerin 2003 zu dem Drama "Jenseits aller Grenzen" gebracht haben. Als verwöhnte Industriellengattin verliebt sie sich in einen Entwicklungshelfer, worauf sie schließlich beschließt, sich für Notleidende in Afrika, Kambodscha und Tschetschenien einzusetzen.
Doch Abwechslung tut Angie gut: Es folgen Filme wie der Thriller "Taking Lives - Für Dein Leben würde er töten", in dem sie als Profiler auf der Spur eines Serienkillers ist sowie das Science-Fiction-Abenteuer "Sky Captain and the World of Tomorrow" und das Historienepos "Alexander".
In "Die Legende von Beowulf" wagt sich Jolie nun an ein völlig neues Genre - den Animationsfilm. Für die aufwändige Produktion wurde Angies Körper genau vermessen und alle ihre Bewegungen auf einen Computer übertragen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Mrs. Pitt verwandelt sich in einen verführerischen Geist.
Den Mann an ihrer Seite lernte sie, wie schon Ex-Gatte Billy Bob Thornaton, am Set kennen. Seit den Dreharbeiten zu " Smith" ist Angelina mit Brad Pitt zusammen. Das Paar dementierte monatelang hartnäckig, dass sie mehr als nur Freunde wären. Mittlerweile hat Pitt Jolies Kinder adoptiert und die gemeinsame Tochter Shiloh Nouvel erblickte am 27. Mai 2006 das Licht der Welt.
Sicher ist, dass Angelina uns auch in Zukunft in jeder Hinsicht in Atem halten wird - zum Beispiel mit ihren neuen Projekten: dem Action-Kracher "Wanted" und dem Entührungsdrama "The Changeling". Es sei denn, sie beschließt, im Amazonas auf Schlangenjagd zu gehen oder doch Totengräberin zu werden.
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