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Biografie

Der Mann, der Ehrfurcht in die Gesichter der Kollegen meißelt, hat nach der Komödie "Willkommen in Mooseport", in der er als Ex-Präsident eine hübsche Tierärztin und das Amt eines Provinzbürgermeisters zu erobern versucht, keinen Film geplant. Ein Novum für den Workaholic, der es in 73 Jahren auf immerhin 79 Filme brachte.

Hackmans Abschiedsgedanken sind glaubwürdig nach einer Herzattacke und zunehmenden Selbstzweifeln, welche Rollen für ihn noch tauglich wären. Andererseits probte er bereits Ende der Siebziger den Ausstieg, bis ihm Warren Beattys "Reds" wieder Lust auf Kino machte. So wird es vielleicht nur eine Auszeit, denn Hackman liebt seinen Beruf, gerade weil er nie gehofft hatte, ihn auf einem solchen Level ausüben zu können.

"Wir rechneten damit, für den Rest unseres Lebens Versager zu sein, um jede Rolle kämpfen zu müssen. Wir waren Schauspieler ohne Anspruch. Es war würdevoller, nicht erfolgreich zu sein". So blickt Dustin Hoffman auf die Steinzeit, seine Anfänge mit Hackman, zurück, als beide am Pasadena Playhouse Schauspielunterricht nahmen - mit deprimierenden Erfolgsprognosen.

Club der hässlichen Entlein

Bis dahin war Hackman orientierungslos durchs Leben gesurft, ging mit gefälschten Papieren als 16-Jähriger zu den Marines, flirtete danach mit dem Journalismus, tourte durch lokale Radio- und TV-Sender, landete schließlich in New York.

Seit 1956 war er mit der Bankangestellten Fay Maltese verheiratet, die ihm drei Kinder und viel Geduld schenkte, als Hoffman eine Zeitlang ihre kleine Wohnung belagerte, bevor er an Freund Robert Duvall weitergereicht wurde. "Wir waren hässlich", resümiert Hackman nüchtern die Gemeinsamkeiten des Trios.

Vom Türsteher zum Oscargewinner

Jahrelang schlug er sich mit miesen Jobs herum, wurde als Türsteher von seinem Ex-Sergeant als "trauriger Anblick" abqualifiziert. Dann aber sah ihn Regisseur Robert Rossen am Broadway, gab ihm eine Szene in "Lilith", die später Warren Beatty animierte, ihn als seinen Bruder in "Bonnie und Clyde" zu besetzen.

Dieser ersten Oscar-Nominierung folgten vier weitere und zwei Gewinne für seinen explosiven Cop Popeye Doyle in "Brennpunkt Brooklyn" und seinen verschlagenen Sheriff in "Erbarmungslos".

Geflirtet wird Zuhause

In 40 Jahren hat der passionierte Maler ("Etwas, das ich tun kann, ohne von 90 Menschen beobachtet zu werden"), Autofahrer und Flieger fast alles gespielt - vom einsamen Verhörspezialisten ("Der Dialog") und Tramp ("Asphalt-Blüten", sein Lieblingsfilm) bis hin zu unzähligen rücksichtslosen Autoritätsfiguren.

Sein Dutzendgesicht war ideale Projektionsfläche, reduzierte aber romantische Chancen. Nicht privat, ist er doch seit 1981 in zweiter Ehe mit Pianistin Betsy Arakawa verheiratet, aber im Kino, wo man ihn kaum als Flirter und Dater sah.

Multitalent mit Humor

Der Romantiker ist so unbekannt wie der Regisseur (sollte "Das Schweigen der Lämmer" inszenieren) und der Schriftsteller, der nach seinem Abenteuerroman "Jacks Rache" (1999) mit Koautor Dan Lenihan gerade ein zweites Buch ("Justice for None") vorgelegt hat. Der Komödiant aber ist längst entdeckt, wenn auch unterbewertet. Sein blinder Eremit in "Frankenstein Junior" wie auch Lex Luthor in den "Superman"-Filmen sind brillant nuancierte humoristische Glanzstücke.

Regisseure, die er gerne in Debatten verwickelt, erleben ihn selten so. Denn der private Hackman wird selten öffentlich: "Er kann trocken, ironisch sein, aber auch am plattesten, geschmacklosesten Humor Gefallen finden. Er liebt es zu lachen. Sie würden das nie erfahren, denn er ist und war immer ein sehr schüchterner, wenn nicht sogar introvertierter Mensch." Sagt Dustin Hoffman.

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