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Ed Harris Biografie

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Biografie

Ed Harris ist keiner, den Hollywood als Hauptdarsteller für seine Hochglanzproduktionen verpflichtet. Aber er ist der Mann, den Hollywood für die zweite Reihe holt, um seinen Hochglanzproduktionen etwas von jener schauspielerischen Klasse zu verliehen, die den Leading Men dieser Welt nur allzu häufig abgeht.

Vom Bösewicht in Genrefilmen hat sich der Mann mit dem schütteren Haar und den vertrauenerweckenden Gesichtszügen über Nebenrollen in internationalen Kassenschlagern bis in die erste Garde vorgearbeitet.

Nun steht er nach 52 Jahren, drei Oscar-Nominierungen und einem aufsehenerregenden Regiedebüt auf dem Höhepunkt einer Karriere, nach der es anfangs gar nicht recht aussah.

Schließlich fehlte es dem jungen Edward Allen Harris schon früh an zwei wesentlichen Dingen, die das Fortkommen im Showbusiness gemeinhin erleichtern: Größe und Haarwuchs.

Zu klein für Football

Geboren am 28. November 1950 in Englewood, New Jersey, als mittlerer von drei Söhnen eines erfolgreichen Chorsängers und Part-Time-Members der Perry Como Band, zog es ihn zunächst zum Football, wo der exzellente Fullback im Team der Columbia University Profi hätte werden können - wenn nicht jene ominösen paar Zentimeter zum Gardemaß fehlten.

Statt dessen wechselte Harris die Adresse, zog unter die kalifornische Sonne, besuchte ab 1973 die Schauspielschule "California Institute of Arts" zu Los Angeles und baute dort 1975 seinen Bachelor of Fine Arts.

Brotlose Künste

Große Rollenangebote auf der Leinwand blieben nach dem Debüt in "Coma" aber zunächst Mangelware. Zu wenig entsprach der hagere Jüngling mit dem lichten Blondschopf dem landläufigen Bild eines Helden oder Lover.

Also schlug der bei den Steuerbehörden als Anstreicher registrierte Harris sich zunächst als Held der Theaterbühnen oder Unhold der B-Movies ("Der Grenzwolf", "Die unheimlich verrückte Geisterstunde") durch. Lediglich Horror-Spezialist Romero beschäftigte ihn häufiger und bescherte ihm 1982 seine erste Hauptrolle in dem leider höchst erfolglosen Motorrad-Kempen-Dramolett "Ritter auf heißen Öfen".

Patriot Games

1983 war ein gutes Jahr für Harris. Erst heiratete er seine Kollegin, die Schauspielerin und vormalige Rockmusikerin Amy Madigan, mit der er heute noch zusammen lebt und die in "Pollock" wieder an seiner Seite auftrat. Dann wuchs sein Bekanntheitsgrad beträchtlich mit der ersten von zwei nicht ganz unbedeutenden Astronautenrolle seiner Karriere: "Der Stoff, aus dem die Helden sind".

Der 80er-Rechtsvorgänger des Jahre später ebenfalls mit Harris inszenierten "Apollo 13" kam damals gerade recht zur von naivem Patriotismus geprägten Reagan-Ära. Er katapultierte trotz eher moderatem Kassenerfolgs den Charakterfachmann erstmals in die klassische Heldenpose.

Auf Tauchstation

Schon etwas weniger staatstragend gestaltete sich dafür sein Einsatz an der Bürgerkriegsfront zu Nicaragua, wo Harris in "Under Fire" als zynischer US-Söldner den Gegenpol zu Nick Nolte als engagiertem Auslandskorrespondenten setzte.

Der endgültige Durchbruch folgte 1989 mit James Cameron "Abyss". Harris gab in der Unterwasser-Fantasy ein überzeugendes Debüt als romantischer Leading Man. Erfolgreich spielte er selbst gegen die überwältigenden Morphing-Effekte aus der Industrial Light & Magic-Schmiede auf ihrem Probelauf für "T2" an.

Später beschwerte sich Harris allerdings lautstark über die mangelhaften Sicherheitsvorkehrungen am Set. Insbesondere Cameron warf er verantwortungslosen Umgang mit der Gesundheit von Crew wie Schauspielern vor.

Reiche Ernte

Die 90er wurden für Harris zum einzigen großen Staffellauf durch Top-Produktionen - wenn auch, wie erwähnt, nicht notwendigerweise immer in der ersten Reihe.

Kritiker lobten ihn für seine bemerkenswerten Auftritte in "Glengarry Glen Ross", "Nixon" und "Die Truman Show", das Publikum liebt ihn für solide Unterhaltung wie "Die Firma", "Im Sumpf des Verbrechens", "Taschengeld" oder "Absolute Power". Sogar in Europa lässt er sich sehen, wenn einer wie Jean-Jacques Annaud zur Schlacht um Stalingrad bittet ("Duell - Enemy at the Gates").

Kassenknüller, Gruselschocker

Mit "The Rock" und "Apollo 13" spielte er in zwei absoluten Kassenschlagern der 90er, während auf der anderen Seite genug Zeit blieb für Hauptrollen in kleinen Horrorfilmen wie "In einer kleinen Stadt" und "The Stand" - was ihm die Gunst der treuen und immens zahlenstarken Stephen-King-Gemeinde sicherte.

Im neuen Millenium hat Harris eine weitere Berufung gefunden. Wie so viele andere Schauspieler zuvor zieht es ihn hinter die Kamera.

Auf zu neuen Ufern

Doch während die Regieversuche mancher Kollegen unter Hohngelächter als Videopremiere in Taka-Tuka-Land enden, nahm "Pollock" - eine aufsehenerregende Filmbiographie über den amerikanischen Actionpainter Jackson Pollock - Kritiker wie Arthouse-Publikum im Sturm, ja, löste in Amerika gar eine handfeste Pollock-Mania mit Ausstellung, TV-Dokus und Auktions-Sensationen aus.

Nach zwei Oscar-Nominierungen für beste Nebenrollen ("Apollo 13" & "Die Truman Show") erhielt Harris diesmal eine für die Hauptrolle. Mit "Pollock" und "A Beautiful Mind" ist der Grundstein für ein weiteres erfolgreiches Jahrzehnt gelegt, und mit "Buffalo Soldiers" bzw. "The Human Stain" stehen die nächsten großen Filme bereits in den Startlöchern.<p align="right">Thomas Abel - Stand: 5.6.2002

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