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Biografie

"Einige Designer-Klamotten sehen an Frauen besser aus, die Figuren wie Drahtgestelle haben. So etwas trage ich nicht."

In "Der Teufel trägt Prada" stolpert Anne Hathaway als bodenständige Andy Sachs in die Glamourwelt eines New Yorker Mode-Magazins - sie selbst ist, genau wie ihre Filmfigur Andy, kein Modeopfer. Und auf ihr Gewicht angesprochen - immerhin trägt sie Größe 38 - reagiert die 24-Jährige ernüchtert: "Viel mehr darf man in Hollywood nicht auf den Rippen haben, sonst gilt man als fett. Ich möchte allerdings mehr durch Können als durch Sexappeal bestechen und mich nicht mit meinem Gewicht herumärgern."

Doch wie ist es Anne gelungen, sich als eine der wenigen jungen Hollywood-Schauspielerinnen dem Schlankheits- und Modediktat des Showbiz zu entziehen? Annie, wie sie ihre Freunde nennen, wuchs im gutbürgerlichen New Yorker Stadtteil Brooklyn auf. Ihr Vater ist Anwalt, ihre Mutter Theaterschauspielerin - ein klassischer Intellektuellenhaushalt. Die beiden kennen sich seit dem Studium und die Hathawys gaben ihrer ersten Tochter einen ganz besonderen Namen: Anne Hathaway hieß die Frau William Shakespeares.

Katholische Erziehung

Mutter Kate, selbst irischer Herkunft, erzog ihre Tochter streng katholisch. Heute kann sich Anne mit der katholischen Kirche allerdings nicht mehr identifizieren - sie bezeichnet sich selbst als "konfessionslose Christin": "Mein älterer Bruder ist schwul. Mir ist es wichtig, ihn so lieben zu dürfen, wie er ist. Ich kann keine Religion unterstützen, die meinen Bruder nicht unterstützt."

Etwas von ihrer katholischen Erziehung ist aber dennoch geblieben. Anne, die bereits als Kind in einer Armenküche Suppe ausgegeben hat, engagiert sich auch weiterhin sozial. Ihr Vorbild ist Angelina Jolie: "Sie ist so furchtlos und ehrlich. Ich habe noch nie so viel Kraft in den Augen von jemandem gesehen." Genau wie Angelina nutzt die Nachwuchs-Schauspielerin ihre Popularität, um auf die Probleme der afrikanischen Bevölkerung aufmerksam zu machen. Im Juli 2006 reiste sie gemeinsam mit ihrem Freund, einem jungen, italienischen Immobilienmagnaten, nach Nicaragua, um die Ärzte dort bei den Hepatitis-A-Impfungen zu unterstützen.

Plötzlich Filmstar

Das alles ist möglich, seit Anne 2001 ihren Durchbruch schaffte und zum Shootingstar Hollywoods wurde. Die Rolle, die ihrer Karriere den entscheidenen Schub gab, war die der tollpatschigen Highschool-Schülerin Mia in "Plötzlich Prinzessin!". Darin erbt sie den Thron einer europäischen Kleinstaaten-Monarchie und wird von Grande Dame Julie Andrews auf Lady getrimmt. Die Disney-Produktion wurde zum Überraschungshit, 2004 folgte die Fortsetzung. Regisseur Garry Marshall, der schon "Pretty Woman" inszenierte, schwärmt von seiner Hauptdarstellerin: "Annie ist ein Multitalent und eine charmante Mischung aus Julia Roberts, Audrey Hepburn und Judy Garland."

Doch diese Rolle, die Hathaway angeblich sofort angeboten wurde, als sie während des Vorsprechens vom Stuhl fiel, erwies sich anfänglich auch als Hindernis für ihre Karriere - sie selbst spricht von einer "Ziegelmauer". Lange Zeit sah niemand in ihr etwas anderes als eine niedliche ungeschickte Möchtegern-Prinzessin. Nach kommerziellen Flops wie "Nicholas Nickleby" und "Ella Enchanted" nahm die brünette Aktrice eine Auszeit von der Schauspielerei und studierte Englisch und feministische Soziologie an der New York University.

Piano Girl

Erst Regisseur Ang Lee konnte sie zur Rückkehr auf die große Leinwand bewegen. Er gab ihr die Rolle der Lureen Twist in "Brokeback Mountain" und damit den Vorzug gegenüber Sienna Miller, die sich ebenfalls um den Part beworben hatte. Anne spielt im dem Oscar-prämierten Drama die Ehefrau von Jake Gyllenhaal, die nichts von dessen homosexuellen Neigungen merkt - oder merken will.

Derzeit ist Anne in der Romanze "Geliebte Jane" zu sehen. Sie spielt darin die junge englische Autorin Jane Austen, bevor diese mit Romanen wie "Sinn und Sinnlichkeit" und "Stolz und Vorurteil" berühmt wurde. Die New Yorkerin hat sich für diese Rolle extra einen englischen Akzent antrainiert und Klavier spielen gelernt.

Auch ihre nächsten Projekte verlangen wieder alles von Shootingstar Anne. Im Thriller "Passengers" betreut sie als Traumatherapeutin die Überlebenden schwerer Flugzeugunglücke, während sie sich in der Agentensatire "Get Smart" neben Steve Carell erneut von ihrer lustigen Seite zeigen darf. Für ihre Wandelbarkeit bekam Hathaway im vergangenen Jahr einen Preis als beste Nachwuchsdarstellerin. Wenn die hübsche Brünette so weiter macht, ist auch der Oscar bald nicht mehr fern.

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