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Gael García Bernal Biografie

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Biografie

Bereits anno 2002 brachte ihm der Auftritt im umstrittenen "Die Versuchung des Padre Amaro" die Androhung der Exkommunizierung durch den Vatikan ein. Und auch in seinen aktuellen Werken scheut Bernal keine Kontroversen.

Seine Karriere auf der großen Leinwand ist noch ebenso jung wie er selbst. Doch Gael García Bernal konnte bereits tiefe, unvergessliche Eindrücke hinterlassen und ist in gleich zwei der interessantesten und schönsten Filme dieses Kinoherbstes zu bewundern.

Bernal wurde am 30. Oktober 1978 in Guadalajara, Jalisco, in eine mexikanische Künstlerfamilie geboren und begann bereits als Kind mit der Schauspielerei: Er stand in vielen Stücken neben seinen Eltern auf der Bühne. Mit zwölf hatte der zierliche Junge mit den glühend intensiven Augen einen Part in der Soap "El Abuelo y yo" und spielte alles, was sich ihm bot - sei es in Übungsproduktionen der Filmschule oder 1996 in Antonio Urrutias Oscar-nominierten Kurzfilm "De tripas, corazón".

Karrierekick durch Oscar-Präsentation

Ein solides Fundament legte der derart "vorbelastete" Jungschauspieler mit seiner Ausbildung an der Central School of Speech and Drama in London. Eine Rolle in der beliebten Fernsehserie "Teresa" brachte ihm erste größere Popularität. Seinen endgültigen Durchbruch konnte er bereits mit der ersten Spielfilm-Hauptrolle feiern.

Der attraktive Mexikaner, bei dem alles 'rapido' - ganz schnell - zu gehen scheint, spielte in Alejandro González Iñárritus international gefeiertem "Amores perros", der prompt für einen Oscar nominiert wurde. Gael durfte sich danach als Laudator bei der Verleihung den Großen der Filmbranche präsentieren, was einige Rollenangebote aus Mexiko, Spanien und Großbritannien nach sich zog.

Konfrontation mit der Kirche

Auch ein Jahr später, mit seinem nächsten größeren Part in Alfonso Cuaróns packender Coming-of-Age Erzählung "Y tu mamá también" überzeugte er, diesmal an der Seite seines langjährigen Freundes Diego Luna. Der Film gewann zahlreiche Preise, war für Oscar und Golden Globe nominiert und brachte seinem Star den "Marcello Mastroianni-Preis" bei den Filmfestspielen in Venedig.

2002 konnte Bernal in der Titelrolle von Carlos Carreras Romantik-Drama "Die Versuchung des Padre Amaro" schon einmal erste Studien zum Thema katholische Kirche betreiben. Denn die spielt eine wichtige Rolle in seinem jüngsten filmischen Höhenflug "La mala educación - Schlechte Erziehung", in dem das Kind Ignacio in die Passions-Fänge von Pater Manolo gerät.

Heikles Liebesdrama

Manolo veranlasst, dass Ignacios bester Freund Enrique der Schule verwiesen wird, als der Pater die zarte Liebe zwischen den beiden Knaben entdeckt. In der Folge verlieren sich die Freunde zunächst aus den Augen, viele Jahre später jedoch taucht Ignacio bei dem inzwischen zum erfolgreichen Regisseur aufgestiegenen Enrique auf.

Ignacio überlässt ihm ein Buch, in dem ihre Kindheitserlebnisse festgehalten sind und in dem der vermeintliche Ignacio alias Ángel alias Juan alias Zahara die Hauptrolle spielt. Das Buch wird in der Folge Grundlage von Enriques neuem Film.

Als Mann und Frau betörend

Aus diesem Stoff webt Spaniens Regie-Matador Pedro Almodóvar ein ebenso spannendes wie betörendes Thriller-Szenario, in dem die Figuren nur von einem getrieben sind: ihren Leidenschaften. Für Gael ist es die größte Herausforderung seiner Karriere, weil er in den drei verschiedenen, ineinander verwobenen Geschichten nicht nur ständig die Rollen, sondern auch das Geschlecht wechseln muss.

Seine Ausstrahlung muss den Regisseur inspiriert haben, der ihn unter zahlreichen spanischen Mitbewerbern beim Casting auswählte. Er sieht in Gael die ideale Verkörperung der "Femme Fatale" aus dem Film Noir der 40er Jahre mit ihrer Göttin Barbara Stanwyck (in Billy Wilders "Frau ohne Gewissen"), der er mit der Rolle ein Denkmal setzt. Almodóvar: "Gael wirkt sehr attraktiv als Mann und als Frau. Und das ist sehr wichtig für die Geschichte. Es erklärt, warum restlos alle Beteiligten so auf ihn fliegen."

Die Zukunft spricht Garcia

Dass ihm die Schauspielerei im Blut liegt, zeigt Gael auch in der zweiten großen Rolle dieses Kinoherbstes: Er mimt die kontroverse Revoluzzer-Ikone Ernesto Ché Guevara in Walter Salles hinreißendem Roadmovie "Die Reise des jungen Che". Mit Spannung darf man erwarten, was von dem Naturtalent, das fließend Englisch, Spanisch, Italienisch und Französisch spricht, noch zu sehen sein wird.

Von Angeboten wird Gael, der privat eine Weile an der Seite von Kollegin Natalie Portman gesehen wurde, jedenfalls geradezu überschwemmt. Welche Rollen auch immer er wählen wird - zu hoffen bleibt, dass er eines im Getriebe Hollywoods nie verlieren wird: seine natürliche Leidenschaft.

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