Er steht seit 1971 mit beiden Beinen fest im Showgeschäft und hinterließ in über 50 Filmen und Fernsehproduktionen seine Spuren. Doch erst, seit er in "Matrix" den Morpheus gab, kennt ihn die ganze Welt.
Laurence Fishburne, geboren im tiefen Süden der USA und aufgewachsen auf dem harten Pflaster Brooklyns, hat einen langen Weg hinter sich gebracht und erntet nun die Früchte jahrzehntelanger Arbeit.
Geboren am 30. Juli 1961 im für seine weitläufigen Golfanlagen bekannten Augusta, Georgia, schlägt der kleine Larry zum Glück für die Filmzunft mehr nach der Mutter, einer Englischlehrerin, als nach dem Vater, einem Strafvollzugsbeamten.
Weil auf südlichen Golfplätzen der 60er Jahre Schwarze nicht mal als Heckenfriseure etwas verloren haben (Tiger Woods ist noch fern), setzt sich Mutti nach der Scheidung gen New York ab. Dort reift der an klassischen Dramen interessierte Laurence nicht nur zum harten Burschen, sondern schnuppert auch früh erste Bühnenluft.
Lügen zahlt sich aus
Das Talent fällt auf, für Schule und andere Kindereien bleibt wenig Zeit. Mit zehn gibt Larry sein Debüt in der TV-Serie "One Life to Live", 1975 debütiert er auf der großen Leinwand.
1976 lügt er dem großen Francis Ford Coppola vor, er sei bereits achtzehn, und fährt zur Belohnung nach Südostasien zu "Apocalypse Now" und den dort stattfindenden Drogenweltmeisterschaften. Wer mal richtig lachen will, lässt keinesfalls die Making-of-Doku "Hearts of Darkness" aus.
Coppola erinnert sich auch später noch gern des dreisten Jünglings und gibt ihm Rollen in "Rumble Fish" und "Cotton Club".
Vom Prügelknaben zum Schickeria-Star
Zumeist aber muss sich Larry in den 80ern mit der Rolle des dritten Totschlägers von links begnügen in Perlen der Filmgeschichte wie "Death Wish 2", "Nightmare on Elm Street III" oder "Die gnadenlose Clique". Daran ist, wie Fishburne gern selbst einräumt, nicht nur latenter Rassismus, sondern auch sein finster-eindringlicher Gesichtsausdruck schuld, der jeder Casting-Tante erst einmal einen Schauer über die schmalen Schultern jagt.
Die Wende zum Besseren kommt mit dem Erwachen des New Black Cinema. Filmemacher wie Spike Lee und John Singleton schaffen plötzlich differenzierte Rollen für farbige Schauspieler. In "School Daze" und vor allem "Boyz N The Hood" zeigt Fishburne, was er kann. "Boyz" und Abel Ferraras "King of New York" werden Hits bei der In-Crowd.
Laurence statt Larry
Das breite Publikum gewinnt bzw. erschreckt der Mann, der nun auf keinen Fall mehr Larry genannt werden will, 1993 mit einer furiosen Darstellung von Tina Turners Grobiangatten Ike in dem Biopic "What's Love Got to Do With It". Eine Oscar-Nominierung ist die Folge: Der seit 1986 mit der Schauspielerin Hajna Moss verheiratete Vater von zwei Kindern hat es geschafft.
Nicht alle Rollenentscheidungen in den 90ern geraten zum Glücksgriff. "Fled" oder "Just Cause" würde er im Nachhinein sicher gerne streichen. Dafür loben die Kritiker seinen "Othello" und die Genrefans freuen sich über "Event Horizon".
Bye, bye Miss Moss
1997 kassiert Fishburne einen Emmy für den Auftritt in De Niros kurzlebiger TV-Serie "Tribeca", kurz darauf lässt er sich von Miss Moss scheiden und wendet sich beruflich wie privat neuen Herausforderungen zu.
Beruflich bedeutet Geld scheffeln in der "Matrix" und öfters mal Regie führen - so im kommenden "The Alchimist". Dazu ist er ab 27.11. in Clint Eastwoods Meisterwerk "Mystic River" an der Seite von Größen wie Sean Penn, Tim Robbins und Kevin Bacon in einer hochdramatischen Rolle zu bewundern. Privat hat man Herrn Fishburne zuletzt an der Seite der Schauspielerin Gina Torres gesehen.
Copyright © www.kino.de 2008.