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Jodie Foster Biografie

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Biografie

Ein nackter Po war ihr Karrierestart, und das im zarten Alter von drei Jahren: 1965 schmunzelt ganz Amerika über ein Werbeplakat, auf dem ein Hündchen einem Blondschopf die Shorts vom Hinterteil zerrt. Der blanke Kinderpopo wirbt für Sonnencreme und gehört der dreijährigen Alicia Christian Foster...

Anders als viele ehemalige Kinderstars wie Tatum O'Neal und hierzulande Patrick Bach wird die Ausnahmeschauspielerin auch als Erwachsene gerne gesehen. Und das liegt sicher nicht daran, dass sich Alicia später Jodie nennen lässt. Die Power-Frau mit dem spröden Charme, dem sympathischen Sturkopf und einem IQ von sensationellen 140 ist eine der erfolg- und einflussreichsten Schauspielerinnen, Regisseurinnen und Produzentinnen der Branche. Über 35 Jahre ist sie jetzt im Geschäft, und ihre Geschichte ist noch längst nicht zu Ende geschrieben.

Schauspielunterricht hat Jodie nie bekommen, sie durchlief die harte Schule am Set. So hatte sie Robert De Niro beim Dreh zu "Taxi Driver" unter seine Fittiche genommen und ihr viel beigebracht. Jodie spielte so gut, dass ihr der Auftritt als Kinderprostituierte schon mit 15 die erste Oscar-Nominierung einbrachte - aber auch den tragischsten Moment ihres Lebens: 1981 versuchte John Hinckley den damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan zu ermorden - nur um Jodie zu beeindrucken, von der er seit "Taxi Driver" besessen war. Hinckley war ein klassischer Stalker, schrieb Foster unzählige Briefe, verfolgte sie sogar auf dem College-Campus. Noch heute weicht Jodie Fragen zu diesem Kapitel ihres Lebens aus - charmant aber bestimmt.

Das Set als Nest

"Professionell sein ist wichtiger als die Kunst des Schauspielens selbst", sagt Jodie. "Um sein Bestes geben zu können, muss man sein Handwerk beherrschen. Ob dein Hund während der Dreharbeiten stirbt oder was auch immer, nichts darf dich erschüttern oder ablenken. Schauspieler sind verdammt gute Lügner."

Während der Dreharbeiten zu "Taxi Driver" hatte die junge Schauspielerin lange Arbeitstage durchzustehen. Zwar durften Kinder am Tag nur vier Stunden täglich drehen, aber gleichzeitig mussten die gesetzlich vorgeschriebenen drei Stunden Schulunterricht absolviert werden. So wurde also während der Drehpausen für die Schule gepaukt.

Flucht aus dem Rampenlicht

Mutter Brandy Foster managte ihre talentierte Tochter lange Jahre mit herrschender Hand. Unter den Journalisten war Brandy bald als hart, berechnend und ehrgeizig verschrien. Als eine Frau, die ihr Kind bis an den Rand der Erschöpfung ausbeutete. Dennoch betonte Jodie stets, dass sie zwar keine "normale" Kindheit hatte, "aber durchaus eine gesunde".

Als Foster nach Yale ging, um dort Literatur zu studieren, hatte sie dennoch nur einen Wunsch: Die Schauspielerin wollte unter all den Yalies untertauchen. "In L.A. wäre ich wahrscheinlich neurotisch geworden", erklärt sie ihren Entschluss.

Zurück nach L.A.

Trotzdem und in der Gewissheit, dass sie so weiterhin im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehen würde, kehrte Jodie nach ihrem Yale Abschluss mit Auszeichnung ins Filmbiz zurück. "Schauspielerei ist wie eine Sucht", sagt Jodie. "Irgendwann kann man ohne diese Droge nicht mehr leben."

Als seinerzeit mit 15 die überraschende Oscar-Nomierung für "Taxi Driver" kam, sagte Jodie: "Es gibt so viele erwachsene Schauspieler, die schon ewig filmen und noch nie einen Oscar gewonnen haben - da scheint es unfair, ihn einem Kind zu geben. Wenn ich siebzig bin, o.k., dann könnt ihr ihn mir überreichen..."

Der erste Oscar: 44 Jahre zu früh

Ganz so lange dauerte es dann aber doch nicht: 1989 gewann Foster für ihre überzeugende Darstellung der Sarah in "Angeklagt" ihren ersten Oscar - und sie nahm ihn an, auch wenn sie noch keine siebzig war. Jodie spielte sich die Seele aus dem Leib. Regisseur Jonathan Kaplan erinnert sich: "Das war eine echte Vergewaltigung. Der einzige Unterschied: Ich konnte 'Cut!' schreien und der Spuk war vorbei."

Nach ihrem großen Triumph wollte sich Jodie aber nicht allzu lange auf ihrem Oscar ausruhen. Der Zufall wollte es, dass Michelle Pfeiffer die Rolle in Jonathan Demmes Film "Das Schweigen der Lämmer" abgelehnt hatte. Jodie übernahm die Rolle und der Thriller heimste fünf Oscars ein, einer davon ging an Foster.

Premiere hinter der Kamera

Und dann wechselte sie das Fach. Für "Das Wunderkind Tate" trat Foster als Regisseurin hinter die Kamera, und 1990 gründete sie ihre eigene Produktionsgesellschaft, "EGG Pictures", eine Minifirma mit fünf Leuten. Dort entstand 1994 unter der Regie von Michael Apted "Nell", der Jodie eine weitere Oscarnominierung einbrachte und im darauffolgenden Jahr "Familienfest - und andere Schwierigkeiten", ebenso unter Jodies Regie.

Auch ihre Rollen wandelten sich. In "Sommersby" spielte sie neben Richard Gere zum ersten Mal in einem Liebesfilm mit. Und bei "Maverick" bewies Jodie als tollpatschige Western-Braut komödiantisches Talent.

Liebe und Verzweiflung

Dennoch hat sie eine Vorliebe für Frauen am Rande des Scheiterns: "Gewinnertypen langweilen mich", sagt die Schauspielerin. "Es ist viel spannender, jemanden zu verkörpern, der ein mögliches Scheitern in sich trägt, um jemanden trauert, einen Verlust erlitten hat wie in 'Nell' oder 'Contact'."

Auch in "Anna und der König", einem Remake von "Der König und ich" setzt Foster ihre Vorliebe für Frauenthemen durch. Schon der geänderte Titel zeigt, dass Foster die Erzieherin in den Diensten des Königs von Siam viel selbstbewusster und entschlossener versteht.

Ihre liebste Rolle

1998 gab es eine Premiere der anderen Art: "Das Erfreulichste und Kreativste, was ich je in meinem Leben geschaffen habe." Gemeint war ihr Sohn Charles. 2001 kam ihr zweiter Sohn Kit zur Welt. Die Presse wollte beide Male wissen, wer der Vater sei. Dabei schwang stets das Rätselraten um die sexuelle Orientierung des Stars mit - eine Frage, die Foster schon lange begleitet und die von der Aktrice konsequent nicht beantwortet wird. So erklärte Jodie auch diesmal lediglich, dass sie eine allein erziehende Mutter sein werde, "wie viele andere auch!"

So drehte Jodie den Thriller "Panic Room" als werdende Mutter und gab trotzdem vollen Körpereinsatz, den Nicole Kidman, die ursprünglich für die Rolle vorgesehen war, wegen einer Knieverletzung nicht bringen konnte.

Flugangst

Viel Einsatz und gute Nerven zeigte Jodie auch im Thriller "Flight Plan - Ohne jede Spur" vom deutschen Nachwuchs-Regisseur Robert Schwentke. Darin verschwindet ihre Tochter im Flugzeug spurlos und keiner will Jodie glauben, dass das Mädchen jemals an Bord war. Undurchsichtig gab sich Foster anschließend als Verhandlungspartnerin von Bankräuber Clive Owen im doppelbödigen Thriller "Inside Man".

Aktuell lotet sie in "Die Fremde in dir" aus, welche Abgründe sich in einem Menschen auftun, der nur noch von Rache getrieben ist: Als Radiomoderatorin muss Jodie mitansehen, wie ihr Ehemann zu Tode geprügelt wird und verliert sich auf ihrem Vergeltungsfeldzug selbst.

Für ihre Zukunft in Hollywood hat die attraktive 44-Jährige einen klaren Plan: "Natürlich werde ich bald Rollen für ältere Frauen spielen - schließlich will ich nicht als aufgespritztes Botox-Monster enden!"

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