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Biografie

Der Blick aus ihren großen rehbraunen Augen ist unverwechselbar - und umwerfend. Dass ihre Anziehungskraft auf Männer auch mit 61 Jahren ungebrochen ist, darf sie nun in Rudolf Thomes minimalistischem Drama "Du hast gesagt, dass du mich liebst" unter Beweis stellen.

Sinnlichkeit und Lebensfreude strahlt Hannelore Elsner aus, und mit ihren geschmeidigen Bewegungen scheint sie so gar nicht "Die Unberührbare" zu sein, als die sie im Jahr 2000 ihr großes Comeback feierte.

Mit zahlreichen Preisen wurde sie für diese große Charakterzeichnung der Schriftstellerin Hanna Flanders alias Gisela Elsner geehrt. Hannelore Elsner verkörperte somit die Mutter ihres Regisseurs Oskar Roehler, für den sie später auch in "Suck My Dick" vor der Kamera stand.

Das Geheimnis der Vollblutkünstlerin scheint jene Verletzlichkeit zu sein, die unter der attraktiven Oberfläche schlummert, und die sie in ihren Rollen brillant zur Schau stellt.

Die Reifeprüfung

Auch in "Rot und Blau", Rudolf Thomes erstem Teil seiner Trilogie "Zeitreisen", spielte Elsner eine starke Frauenrolle. In einer ungewöhnlichen Mutter-Tochter-Geschichte erzählt sie dabei vom Selbstfindungsprozess einer Frau, der schmerzhaft und Glück versprechend zugleich ist.

Früh hat die am 26. Juli 1944 im oberbayerischen Burghausen geborene Internatsschülerin (bei den "Englischen Fräulein" in Passau) Schicksalsschläge erlitten. Den Bruder verlor sie bei einem Tieffliegerangriff, den Vater, als sie acht war. Aus ihrem tragischen familiären Hintergrund flüchtete sie sich nach München, wo sie die Schauspielschule besuchte und 1962 ihre Abschlussprüfung absolvierte.

Nackter Tango

Bereits mit 16 Jahren gab Hannelore Elsner ihr Filmdebüt ("Das Mädchen mit den schmalen Hüften"), Rollen in "Die endlose Nacht" von Will Tremper und "Ein Alibi zerbricht" folgten. 1966 stand sie als erste deutsche Schauspielerin nackt auf der Bühne der Münchner Kammerspiele ("Tango") und hatte mit 18 ihr erfolgreiches TV-Debüt in einer "Stahlnetz"- Folge.

Zu dieser Zeit drehte sie außerdem seichte Komödien und Schlagerfilme ("Die Lümmel von der ersten Bank", "Allotria in Zell am See", "Freddy unter fremden Sternen"), später dann die Simmel-Verfilmung "Der Stoff aus dem die Träume sind".

Geballte Frauenpower

In den 70ern stieg sie zu einer der Hauptfiguren des deutschen Autorenfilms auf - mit Edgar Reitz' "Die Reise nach Wien" und Alf Brustellins "Berlinger".Wie ihre Kolleginnen Senta Berger und Iris Berben hat Elsner dem Film starke Frauenporträts geschenkt und selbstbewusste und sensible Rollen für Schauspielerinnen in den besten Jahren durchgesetzt - unabhängig von der Frauenbewegung der 70er-Jahre.

1994, im Alter von 52 Jahren, wurde sie "Die Kommissarin", die beliebteste Fernsehermittlerin überhaupt - und das, obwohl sie eigentlich keine Hauptrollen in Serien mag.

Solo für Hannelore

1996 kehrte sie nach 15 Jahren Abstinenz mit dem Solostück "Eine totnormale Frau" von Jan Fabre auf die Bühne zurück. Es hat sie viel Mut gekostet, ihr Lampenfieber zu überwinden und anderthalb Stunden allein auf der Bühne des Frankfurter Theaters TAT einen Riesenmonolog zu sprechen.

Mit großer Besetzung drehte Elsner anschließend nach der Romanvorlage von Charlotte Link in Südafrika "Die Rosenzüchterin". Außerdem synchronisiert sie - der französischen Kollegin Fanny Ardant lieh sie in "8 Frauen" ihre Stimme - und liest leidenschaftlich gern (vor), woraus bereits einige Hörbücher hervorgingen.

Woman on Top

Anfang 2005 war sie als Schneiderin Marlene neben Henry Hübchen in der mit zahlreichen Filmpreisen ausgezeichneten Komödie "Alles auf Zucker!" zu sehen. Nun kehrt sie mit dem Drama "Du hast gesagt, dass du mich liebst" auf die große Leinwand zurück - und verliebt sich als ehemalige deutsche Meisterin im Brustschwimmen in einen wesentlich jüngeren Schriftsteller, gespielt von Johannes Herrschmann.

Eine Bilderbuchkarriere also, mit 200 Film- und TV-Rollen, Auszeichnungen von TeleStar, Goldener Kamera, Bambi bis zum Deutschen Filmpreis (zum zweiten Mal in Oliver Hirschbiegels "Mein letzter Film" nach dem Buch von Bodo Kirchhoff) und dem Bundesverdienstkreuz.

Alles, nur kein Stillstand

Mit Regisseur Dieter Wedel hat sie einen gemeinsamen Sohn (geboren 1981), zu den anderen wichtigen Männern in ihrem Leben gehören ein Verlagsleiter und ein Literaturprofessor.

Sie besitzt echte Starqualität, ihr Gesicht hält jeder Großaufnahme mit Leichtigkeit stand. Und doch, über den Menschen hinter der Schauspielerfassade sagt all dies nichts aus. Die Astrologie-gläubige Elsner erklärt es so:

"Ich bin ja lebendig. Ich entwickle mich jeden Tag weiter."

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