In "Blood Diamond" spielt Leonardo DiCaprio einen verwegenen Söldner auf der Suche nach einem berühmten rosafarbenen Diamanten - eine ungewöhnliche Rolle für jemanden, der mit Blümchen-Romantik berühmt wurde.
Seinen Durchbruch hatte DiCaprio in "Titanic". Danach galt der umjubelte Star als eines der größten Talente Hollywoods. Inzwischen hat Leo alles erreicht, was man als junger Schauspieler erreichen kann. Zwar wurde ihm ein Oscar trotz Nominierung noch nicht übergeben, aber im fünften Anlauf gab's dann zumindest endlich einen Golden Globe für "Aviator". Und jetzt hat er mit "Blood Diamond" wieder die Chance auf einen Goldjungen.
Das Wunderkind, von seiner Mutter nach dem berühmten italienischen Maler Leonardo Da Vinci benannt, wuchs in ärmlichen Verhältnissen in einer der übelsten Gegenden von Los Angeles auf:
"Ich musste nur um die Ecke laufen, um einen Typen zu sehen, der Heroinspritzen und 20 Crack-Flaschen unterm Trenchcoat trug", erinnert er sich.
Hausmannskost vom Feinsten
Leos Hippie-Eltern trennten sich, als er ein Jahr alt war, kümmerten sich aber beide weiterhin um seine Karriere. Mutter Irmelin stammt ursprünglich aus Deutschland. Deshalb spricht DiCaprio etwas Deutsch und liebt auch deutsches Essen, besonders Reiberdatschi von Oma Helene aus Oer-Erkenschwick, die er als Kind oft besuchte.
Leonardos Vater, der Comic-Zeichner und Verleger George DiCaprio, war ein Anhänger der Beat-Generation - und immer Leos großes Idol: "Mein Vater ist für mich eine Art Buddha. Er hat meinen Geschmack sehr beeinflusst."
Leo, der Lümmel
Im Alter von fünf Jahren stand Leo zum ersten Mal für die TV-Show "Romper Room" vor der Kamera und wäre fast wegen seines flegelhaften Benehmens rausgeflogen. Danach war er in einigen Werbespots und kleineren Rollen in Fernsehserien zu sehen.
Leonardo hat nie eine Schauspielschule besucht. Dennoch machte er mit seinem Naturtalent die Kritiker auf sich aufmerksam, als er 1993 an der Seite von Robert De Niro im Drama "This Boy's Life" zu sehen war. Der internationale Durchbruch gelang ihm als geistig behinderter Bruder von Johnny Depp im Drama "Gilbert Grape". Für seine beeindruckende Darstellung wurde der damals 19-Jährige für den Oscar für die beste Nebenrolle und einen Golden Globe nominiert.
Romantik pur
Inzwischen ist DiCaprio aus dem Filmgeschäft nicht mehr wegzudenken: Er drehte mit Sharon Stone den Western "Schneller als der Tod", überzeugte im Anti-Drogen-Film "Jim Carroll - In den Straßen von New York" als heroinabhängiger Basketballspieler und verkörperte in "Total Eclipse" den begnadeten Poeten Arthur Rimbaud, den Geliebten des Dichters Paul Verlaine.
In der modernen "Romeo & Julia"-Verfilmung von Baz Luhrmann brach Leo endgültig die Herzen der Kinobesucher. Seit seinem Auftritt als Romeo ist weltweit das Leonardo-Fieber ausgebrochen. Und damit noch nicht genug, der smarte Film-Beau pokerte noch höher: In James Camerons "Titanic", einem der teuersten und kommerziell erfolgreichsten Kinowerke aller Zeiten, opferte er sich für seine große Liebe Rose, gespielt von Kate Winslet.
Skandaljunge
Seitdem hat der Star mit einem gewaltigen Rummel um seine Person zu kämpfen. Wo er auftaucht, vergöttern ihn kreischende Fans. Die Hysterie und der Erfolg sind ihm dann auch zu Kopf gestiegen:
In der Presse las man von verwüsteten Hotelzimmern, von der demolierten Nase eines Fotografen und von heißen Nächten mit den schönsten Frauen Hollywoods. Leonardos Auftritt als durchgedrehter Filmstar in Woody Allens Satire "Celebrity" wirkt wie eine Persiflage auf diese Meldungen.
Zwei große Leidenschaften
Nach der Titanic-Hysterie ließ sich DiCaprio Zeit bis zu seinem nächsten größeren Filmprojekt "The Beach" und machte eher durch seine Gewichts- und Liebesprobleme als durch Filmpremieren Schlagzeilen.
Vier Jahre lang führte er eine On-Off-Beziehung mit Dauerfreundin Gisele Bündchen, bis das Supermodel ihm im Herbst 2004 endgültig den Laufpass gab. Derzeit ist der 32-Jährige mit dem israelischen Model Bar Rafaeli liiert.
Neben schönen Frauen hat Leo eine zweite Leidenschaft: den Umweltschutz. Er setzt sich gegen die globale Erwärmung ein und unterstützte den Demokraten John Kerry beim US-Präsidentschaftswahlkampf 2004.
Scorseses neue Muse
Der Mafia-Thriller "Departed: Unter Feinden", der im Dezember in den deutschen Kinos zu sehen war, ist Leos mittlerweile dritte Zusammenarbeit mit Meisterregisseur Martin Scorsese nach den Leinwandepen "Gangs of New York" und "Aviator".
Und das nächste ist bereits in Arbeit: Scorsese plant, die Lebensgeschichte von US-Präsident Theodore Roosevelt zu verfilmen - mit seinem neuen Lieblingsstar Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle.
Der Ex-Romeo wehrt sich mit seiner Rollenauswahl seit einiger Zeit heftig gegen das hartnäckige Image als Mädchenschwarm: DiCaprio ringt bei Kritikern und Publikum um die Anerkennung, die ihm Mentor Scorsese schon lange zollt. Und wer weiß - vielleicht werden dafür beide irgendwann doch noch mit einem Oscar belohnt...
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