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Biografie

Mit ihrer natürlichen Art ist sie fest im Boden verwurzelt - dabei hätte Cameron Diaz durchaus Grund für divenartige Anwandlungen: Bei einem kometenhaften Aufstieg und 12 Millionen Dollar Gage fürs Engel-Dasein soll die ein oder andere Dame schon den Bezug zur Realität verloren haben.

Als das feierfreudige Partygirl mit 16 auf einer Hollywood-Fete von einem Fotografen entdeckt wurde, hatte sie noch keine Ahnung, dass sie schon eine Woche später einen Vertrag bei einer exklusiven Model-Agentur in der Tasche haben würde. Das laufstegerfahrene Teenie-Mannequin warb für so ziemlich alle großen US-Markenprodukte - bis ihr Agent meinte, dass es Zeit für eine Veränderung wäre.

Also bewarb sich die Tochter eines Kuba-Amerikaners und einer deutschstämmigen Mutter einfach mal zum Spaß für die Fantasy-Komödie "Die Maske". Dank ihrer umwerfend direkten Art erhielt sie kurz darauf die weibliche Hauptrolle als Jim Carreys Herzdame und ließ nicht nur dem Grimassenkönig die Augen überquellen.

Schlagfertiger Engel

Sie trainierte bereits für den nächsten potentiellen Hit, die Kinoversion des PC-Spiels "Mortal Kombat", als sie ihrem Kampfkunstlehrer zu fest auf den Kopf kloppte - und sich das Handgelenk verletzte. Aus war's. Pech für den Film, weise Vorsehung für die Newcomerin: Der Film wurde künstlerisch und finanziell ein Reinfall.

Nun lernte Cameron eben für "3 Engel für Charlie" Kung-Fu. Und zwar von einem der besten seines Fachs, dem "Matrix"-Martial-Arts-Trainer Cheung-Yan Yuen. Der Aufwand machte sich auf alle Fälle bezahlt, denn für die Fortsetzung "3 Engel für Charlie - Volle Power" musste Frau Diaz nicht wieder bei Null anfangen.

Zickenterror mit Julia Roberts

Nebenbei entdeckte die smarte Kalifornierin die Qualität der Independent-Movies. Unerfahren wie sie war und ohne Schauspielausbildung, begab sich Cameron Diaz in die Obhut frei schaffender Nachwuchsregisseure. Mit "Last Supper - Die Henkersmahlzeit", "Kopf über Wasser" und "Minnesota" frönte sie ihrer Vorliebe für kleinere Produktionen, zu denen sie sich unbedingt auch in Zukunft ein Türchen offen halten will.

In der romantischen Sommerkomödie "Die Hochzeit meines besten Freundes" stahl sie Julia Roberts fast die Schau, bevor die ihr den Filmgatten abspenstig machen wollte. Ihr nächster Film, Danny Boyles "Lebe lieber ungewöhnlich", fand jedoch trotz tollem Duett mit Ewan McGregor kaum Beachtung.

Being brünett

Dann aber griffen die Farrelly-Brüder zu. Als offensichtliches Objekt der Begierde bringt sie in "Verrückt nach Mary" die Männer reihenweise um den Verstand. Ihre Waffen: kristallklare Karibik-Augen und blonde Mähne, die im Film mit dem berüchtigten Gel-Gag recht eigenwillig in Form gebracht wird.

Die genial-skurrile Komödie "Being John Malkovich" erhärtete dann die Vermutung, dass überirdische Schönheiten jenseits unserer beschränkten Vorstellungskraft auch zu völlig neuen Wesen mutieren können: Man braucht beinahe den halben Film, um die unter brünetter Haartracht verborgene Tierfanatikerin als Cameron Diaz zu identifizieren.

Date-Doktor gesucht

Hart liebte es die gelegentliche Zigarrenraucherin auch in ihren folgenden Projekten. Denn sogar gute Mädchen machen schlimme Sachen - vom Engel zum Bengel.

Nachdem sie in "An jedem verdammten Sonntag" Al Pacino ihre kernigen kapitalistischen Züge zeigte, drehte sie mit Tom Cruise und Penelope Cruz "Vanilla Sky", eine wilde Lovestory um Lust, Betrug und Tod.

Mit einer 15-Millionen-Dollar-Gage in der Tasche kann sich die mehrfach von Magazinen zur "schönsten Frau" gewählte Diaz in der Romantikkomödie "Super süß und super sexy" erholen. Dort muss sie mit ihrer besten Freundin, gespielt von Christina Applegate, erst das Flirten lernen, während die Traummänner schon warten.

Trickdiebin mit bewegter Vergangenheit

Dabei hat Wonneproppen Diaz, wie sie behauptet, tatsächlich wenig Erfahrung mit Dates. Mit Männern schon: Nach gescheiterten Beziehungen mit Carlos de La Torre, Matt Dillon und Jared Leto turtelt sie bereits seit über zwei Jahren mit Pop-Bübchen Justin Timberlake.

Zwischendurch stand Cameron für Martin Scorseses Gründerepos "Gangs of New York" als verschlagene Meisterdiebin vor der Kamera, die Leonardo DiCaprio ebenso trickreich den Kopf verdreht, wie sie den Reichen und Schönen die Taschen leert.

Eine wie keine?

Nun aber ist es wieder einmal höchste Zeit für eine Komödie: "In den Schuhen meiner Schwester" entlockt Regisseur Curtis Hanson der Blondine als Oberzicke Maggie die wohl beste darstellerische Leistung ihrer Laufbahn. Zusammen mit Toni Collette brilliert Diaz in der lustig-berührenden Geschichte zweier Schwestern, die unterschiedlicher kaum sein könnten.

Doch auch wenn sie auf der Leinwand einen Mann nach dem anderen verführt - im wahren Leben hat sich die sexy Aktrice eine recht nüchterne Sicht ihrer selbst bewahrt:

"Es gibt Millionen von Frauen wie mich draußen in der Welt. Der einzige Unterschied ist, dass sie keine Interviews geben."

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