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Biografie

"Tom ist einer der wenigen Teenie-Stars, der nicht von der Bildfläche verschwinden wird!"

Das prophezeite der große Paul Newman einst dem jungen Tom Cruise. Doch der schaffte weit mehr: Der Beau mit den stahlblauen Augen und dem betörenden Lächeln ist DER Superstar und Hollywoods Kassenmagnet Nummer eins.

Und inzwischen hat sich Mr. Moviestar Cruise längst auf den Weg ins Charakterfach gemacht. Er, der mit dem patriotischen Flieger-Trash "Top Gun" berühmt wurde und dessen belangloses Rennspektakel "Tage des Donners" nur deshalb im Gedächtnis bleibt, weil er dabei seine Ex-Frau Nicole Kidman kennen lernte.

Das Tier im Tom

Doch 1999 hatte Großmeister Stanley Kubrick Kidman und Cruise zu sich gebeten: Die Verfilmung von Arthur Schnitzlers "Traumnovelle" stand an. "Eyes Wide Shut" taufte Kubrick sein Juwel über Triebhaftigkeit, Vertrauens- und Selbstverlust. Kidman hatte die intensivere Rolle, aber auch Cruise überzeugte als hilf- und weitgehend wortloser Spielball von Verlangen und Schicksal.

In "Magnolia" explodierte er dann als vom Vater verstoßener Parademacho, der seinen Selbsthass auf die Frauen umleitet - bis er es endlich schafft, seinem sterbenden Erzeuger den verzweifelten Satz zu sagen: "Don't go, you asshole!"

Verkannter Schönling

Er spiele gar nicht, hatten Kritiker Cruise in den 80ern noch vorgeworfen, er habe keinerlei mimische Bandbreite, verdanke seine Karriere lediglich seinem Zahntechniker.

Dabei hatte er schon 1989 in " Juli" gezeigt, dass er das Zeug zum großen Schauspieler hat: Sein Vietnam-Veteran Ron Kovic war ein einziger Anklageschrei gegen die ewigen Schrecken des Krieges. Alle Verzweiflung und das unendliche Leid eines gebrochenen Mannes war vom plötzlich gar nicht mehr so hübschen Gesicht des Tom Cruise abzulesen.

Everybody's Darling

Talentiert oder nicht, die Kollegen schätzen ihn seit jeher als gedankenvollen, großzügigen und mitfühlenden Mann. 1996 eilte er beispielsweise einer jungen brasilianischen Schauspielerin zu Hilfe, die Opfer eines Fahrerflüchtigen geworden war. Später zahlte er sogar ihre Krankenhausrechnung.

Gespielt hat er mit sämtlichen Größen: Als "Harvard-Bürschchen" klagte er den selbstgerechten Hardliner Jack Nicholson in "Eine Frage der Ehre" an, lehrte als dekadenter Blutsauger Lestat in "Interview mit einem Vampir" einem zaghaften Brad Pitt den gewissenlosen Lustgewinn und bot dem autistischen "Rain Man" Dustin Hoffman den Gegenpart als cooler Bruder.

Die Kunst der Zurückhaltung

Ganz zu Beginn stand er neben Paul Newman im Billard-Drama "Die Farbe des Geldes" vor der Kamera. Newman zeigte sich schwer beeindruckt. Der engagierte Altstar brachte Cruise in langen Gesprächen auf die Idee, das Veteranendrama "Geboren am 4. Juli" zu drehen.

Hämten einige noch, in "Rain Man" sei der wahre Autist nicht Hoffman, sondern Cruise, hat dieser seinen Minimalismus zur Methode erhoben, frei nach dem Motto "Weniger ist mehr": Statt wie gelernte Bühnenschauspieler für den Theatergast in der 50. Reihe zu gestikulieren und entsprechende Gesichtsakrobatik zu üben, reicht ihm ein leichtes Zucken der Mundwinkel - die im Kino ohnehin gut einen halben Meter durchmessen - um glaubhaft einen Stimmungswechsel auszudrücken. Und seine Mittel setzt er immer präziser ein.

Turbolift und Schlachtbank

Eine weitere Sprosse auf der Leiter zum hochklassigen Mimen erklomm er zuletzt mit dem SF-Thriller "Minority Report". Unter der Führung von Starregisseur Steven Spielberg führte er im höchst vielschichtigen Film Noir seine Qualitäten als Action-Held à la "Mission Impossible" mit der Verzweiflung eines Mannes zusammen, dem alles geraubt wird, an das er glaubt - sogar die eigenen Augen.

Als Verzweifelter zeigt er sich anfangs auch in Edward Zwicks Schwert-Epos "Last Samurai". Farbenprächtige Bilder, die Crème de la Crème asiatischer Darsteller und fantastische Kampf-Choreographien bieten dem Superstar eine dankbare Kulisse für sein Charakterporträt eines von der westlichen Zivilisation gebrochenen Mannes, der in japanischer Weisheit neuen Lebenssinn findet.

Gute Jungs, böse Jungs

In "Collateral" übernahm Cruise erstmals die Rolle des eiskalten Fieslings. Als Auftragskiller kapert er in L.A. ein Taxi samt Fahrer, um auf einer mörderischen Tour die Liste seiner Opfer "abzuarbeiten". Der Thriller startete in den USA auf Platz eins und bescherte Regisseur Michael Mann den besten Start seiner Karriere.

Für das Remake des Science-Fiction-Klassikers "Krieg der Welten" wechselte Cruise wieder auf die Seite des Helden. In dem mit Steven Spielberg gemeinsam produzierten Alien-Kracher kämpft er mit seiner Filmtochter Dakota Fanning ums Überleben, als die Erde von Marsianern angegriffen wird.

Fakten...

Gerüchte gab und gibt es zur Genüge über den Topstar. Kein Wunder, jede Nachricht über Tom Cruise ist eine Topstory, egal, was darin behauptet wird. Allzu oft sind seine Filme dagegen in den Hintergrund getreten.

Was stimmt: Er ist nur 1,70 m groß, litt als Kind aufgrund eines organischen Defekts an Legasthenie und wollte erst Mönch, später Wrestler werden. Seit seiner Ehe mit Mimi Rogers ist er das Zugpferd der Scientologen.

Von seiner zweiten Frau Nicole Kidman hat er sich nach "Eyes Wide Shut" getrennt, sein Kommentar: "Das Ende ist immer unschön - deswegen ist es ja das Ende." Im März 2004 war es dann auch zwischen Cruise und Penelopé Cruz, seiner Partnerin aus "Vanilla Sky", aus. Doch blieb der Superstar nicht lange alleine. Nach heftigen Turteleien mit Model Sofia Vergara, ist der Schauspieler seit April 2005 mit seiner um 16 Jahre jüngeren Kollegin Katie Holmes verbandelt. Die gemeinsame Tochter haben die beiden "Suri" genannt, was auf Hebräisch "Prinzessin" bedeutet.

Fantasie

Gerüchte, für die Cruise die jeweiligen Plaudertaschen vor den Kadi zerrte: Die Ehe mit Nicole Kidman sei ein Alibi-Manöver gewesen, seine Gattin hätte damals keine High Heels tragen dürfen und Cruise sei impotent und größenwahnsinnig. Nebenbei bemerkt: Zwar ist seine Aussage "Ich bin ein Qualitätssiegel!" tatsächlich verbürgt - aber sie stimmt eben auch.

Die Kindheit des Sunnyboys war wenig spaßig: Tom musste sich mit Nebenjobs sein Schulgeld verdienen, die vaterlose Familie zog ständig um, sodass er mit 14 bereits 15 Schulen besucht hatte. Die Highschool verließ er ohne Abschluss, dafür arbeitete er sich mit Ehrgeiz und brutaler Disziplin von Casting zu Casting und nahm nachts Schauspielunterricht. Jetzt ist Erntezeit.

Körperspiel

Ab dem 4. Mai reüssiert Cruise erneut als Action-Heros: Der 43-Jährige ist zum dritten Mal in seiner Paraderolle als Ethan Hunt zu sehen. In "Mission: Impossible 3" versammelt Hunt sein Team für einen neuen Auftrag. Als ein unberechenbarer Psychopath droht, Ethans große Liebe zu töten, wird die Mission zu einer privaten.

Fit genug für ein neues Tempo-Spektaktel ist Tom auf jeden Fall: "Man muss sich vor dem Dreh nur richtig aufwärmen. Eine Zerrung kann man sich in jedem Alter holen und das tut, egal wie alt oder jung man ist, verdammt weh."

Na dann, auf die nächsten 43...

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