Steve Carell sagt über sich selbst: "Ich würde mich nicht als lustig bezeichnen. Als Stand-Up-Comedian würde ich wohl kläglich scheitern."
Dabei begann Carell schon sehr früh mit dem Komödienfach und legte seinen eigentlichen Berufswunsch Anwalt schnell zu den Akten. Nach dem Studium an der Denison University schloss er sich der berühmten Theaterkompanie "The Second City Troupe" an, die auch schon für John Belushi und Bill Murray das Sprungbrett zu ihren Kinokarrieren bedeutete.
Mit Improvisationsworkshops verdiente sich Steve beim Theater nicht nur sein Geld, sondern auch Ehefrau Nancy Walls, die er dort kennengelernt hat und mit der er seit 1995 verheiratet ist. Neben dem Theater-Engagement in Chicago gab Carell 1991 sein Kinodebüt in der Komödie "Curly Sue", an der Seite von James Belushi und Kelly Lynch.
Aber erst einige kleine Parts in TV-Shows und 14 Jahre später bekam er in "" seine erste Hauptrolle. Bei der Komödie wirkte er auch am Drehbuch mit und scheute sich nicht vor körperlichem Einsatz: In einer Szene ließ er sich seine eigenen Brusthaare mit Wachs entfernen, weil es auf diese Weise authentischer wirkte.
So viele Schmerzen nahm Carell für frühere Filmprojekte nicht auf sich. Während er in "Verliebt in eine Hexe" nur einen kurzen Cameo-Auftritt hatte, tobte er sich als Wetterfrosch bei "The Anchorman" aus. In beiden Filmen spielte Will Ferrell die Hauptrolle, der wie Steve Mitglied des Comedy-Teams Frat Pack ist, dem auchJack Black, Ben Stiller, Vince Vaughn sowie Owen und Luke Wilson angehören. Der Name "Frat Pack" ist eine Anspielung auf Sinatras Rat Pack und die Blödelkomödie "Old School", in der Vaughn, Ferrell und Luke Wilson in einer Studentenverbindung (Englisch: Fraternity) wüste Partys feiern.
Von seiner ernsten Seite zeigt sich Carell in "Little Miss Sunshine". In der schwarzen Komödie spielt er einen depressiven, homosexuellen Uni-Dozenten, der nach einem Selbstmordversuch mit seiner chaotischen Familie quer durch die USA reist, damit seine kleine pummelige Nichte an einem Schönheitswettbewerb in Kalifornien teilnehmen kann.
Um mit eigenen Augen zu sehen, wie der Überraschungshit des Sundance Festivals beim Publikum ankommt, schlich sich der 44-Jährige unerkannt in eine Filmvorführung - und war mit der begeisterten Reaktion der Kinobesucher mehr als zufrieden. Auch bei den Kritikern kam die Indieproduktion gut an und ergatterte zwei Oscars.
Mit einer Gage von fünf Millionen Dollar für die Komödie "Evan allmächtig" steigt Steve nun endgültig in die erste Liga Hollywoods auf. Er schlüpft wieder in die Rolle des Nachrichtensprechers Evan Baxter, mit der er bereits 2003 in "Bruce allmächtig" an der Seite von Jim Carrey zum ersten Mal auf sich aufmerksam machte. Damals befürchtete er noch, dass seine wenigen Szenen aus der Komödie herausgeschnitten würden.
Nach dem Ausstieg von Carrey rückt im Sequel nun Steve Carell alias Evan in den Mittelpunkt, der eine Karriere in der Politik anstrebt. Diese gerät ins Stocken, als er von Gott - erneut dargestellt von Hollywood-Legende Morgan Freeman - den Auftrag bekommt, wie einst der biblische Noah eine Arche zu bauen.
Neben seiner erfolgreichen Kinokarriere ist der Schauspieler auch weiterhin in im amerikanischen Remake der britischen TV-Show "The Office" zu sehen. Für seine Rolle als US-Version von Büronull und Chefnervensäge Stromberg konnte Steve 2006 den Golden Globe abräumen.
Aber das Wichtigste für den Comedian mit italienischen Wurzeln ist nach wie vor die Familie - Ehefrau Nancy und die beiden Kinder John und Elisabeth.
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