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Biografie

"Ich denke, dass ich in vielerlei Hinsicht ein Durchschnittsbürger bin, da ich mich - gemessen an Hollywood-Standards - nie besonders attraktiv gefühlt habe. Ich sehe ziemlich durchschnittlich aus. Ich glaube, dass ich jemand bin, der jederzeit in jede Situation geraten könnte."

Nicolas Cage hat die Fähigkeit, in ganz verschiedene Rollen zu schlüpfen. Das Schauspieltalent dafür wurde ihm quasi in die Wiege gelegt.

Geboren als Nicolas Kim Coppola wuchs er in einer der erfolgreichsten Dynastien Hollywoods auf. Bereits sein Großvater Carmine gewann für die Filmmusik von "Der Pate II" einen Oscar und auch Onkel Francis Ford Coppola verdiente sich die begehrte Trophäe.

In dritter Generation halten Nicolas und seine Cousine Sofia Coppola die Familientradition aufrecht. Sie heimsten für "Leaving Las Vegas" und "Lost in Translation" jeweils einen Academy Award ein.

Mit neuem Namen zum Erfolg

Beruflich wollte Nic nicht von den berühmten Verwandten profitieren und änderte seinen Nachnamen in Cage. Als Vorbild diente die Comicfigur Luke Cage, ein schwarzer Superheld, der unter Depressionen und Unsicherheit leidet.

Nic selbst mangelt es dagegen nicht gerade an Selbstbewusstsein. Der Elvis-Fan, der 2001 auch vier Monate mit Lisa Marie Presley - Tochter des Kings - verheiratet war, ist darüber hinaus eher durchgeknallt und schwört auf Method Acting. So schlug er sich 1984 für "Birdy" einen Zahn aus, um sich besser mit seiner Filmfigur, einem Vietnamveteranen, identifizieren zu können.

Der leise Held

Auch sonst ist der 42-Jährige bereit, für seine Rollen Opfer zu bringen. In "Vampire's Kiss" mutiert er selbst zum Bösewicht und verspeist unerschrocken zwei Kakerlaken - echte, wohlgemerkt. Kein Wunder also, dass sich Nic auch im Action-Fach versucht: Während er "Im Körper des Feindes" selbigen mit John Travolta tauscht, versucht er in "The Rock" die kalifornische Bevölkerung vor Giftgas zu schützen und kämpft schließlich in "Con Air" gegen die gefährlichsten Verbrecher der USA.

Dazwischen schlägt der zweifache Vater auch leisere Töne an. In dem Drama "Corellis Mandoline" verliebt er sich als italienischer Soldat in eine griechische Arzttochter, und in "Stadt der Engel" steht er vor einer schwierigen Entscheidung: ewiges Leben als Himmelswesen oder alltägliches Chaos mit seiner großen Liebe.

Comic-Fan durch und durch

Persönlich würde sich der Charakterdarsteller wahrscheinlich für das Chaos entscheiden, schließlich verläuft sein Privatleben auch nicht immer in geregelten Bahnen. Ehefrau Nummer eins - Patricia Arquette - machte er bereits beim ersten Date einen Heiratsantrag. Der Bund fürs Leben wurde dann aber erst mehr als ein Jahrzehnt später geschlossen und nach sechs Jahren auch wieder aufgelöst. Jetzt ist Cage ein "Family Man", der mit seiner dritten Ehefrau Alice und Sohnemann Kal-El glücklich ist.

Den Namen seines Kindes wählte der Comic-Fan Nicolas Cage nicht zufällig, lautet so doch der Taufname von Superman. Diese Rolle hätte der Schauspieler auch beinahe übernommen, er machte sogar schon Kostümproben. Aber das Projekt von Regisseur Tim Burton platzte. Dafür durfte Nic aber schließlich Anfang 2007 einen anderen Comic-Helden verkörpern: "Ghost Rider".

Waffen, Wetter und World Trade Center

An interessanten Angeboten mangelt es Nic nicht. Während er in der gnadenlosen Politsatire "Lord of War - Händler des Todes" einen internationalen Waffenschieber verkörpert, war Cage im Drama "The Weatherman" als Fernsehwetterfrosch auf der Kinoleinwand zu sehen.

In "World Trade Center" spielt der Hollywoodstar einen New Yorker Polizisten, der am 11. September 2001 zusammen mit seinem Kollegen unter den Trümmern des World Trade Center begraben wird. Für das Drama von Regisseur Oliver Stone ging Cage an seine körperlichen und psychischen Grenzen: "Ich bin ein Schauspieler, der sich gern bewegt. Aber diesmal war ich in einem Loch gefangen und konnte nur meine Augen bewegen."

Neue Rolle als bayerischer Schlossbesitzer

Mehr Bewegungsfreiheit hat Nicolas Cage im Remake "Wicker Man". Als Sheriff Edward Malus folgt er einem Hilferuf seiner früheren Verlobten auf eine einsame Insel. Dort findet er heraus, dass die Dorfbevölkerung einem archaischen Kult angehört und gerät in Lebensgefahr. Nicolas Cage sah das Original von 1973, und war von dem Horrorschinken fasziniert und geschockt zugleich. Er konnte zwei Wochen nicht schlafen.

Im Science-Fiction-Thriller "Next" muss Cage erneut um sein Leben fürchten. Er hat die Gabe zwei Minuten in die Zukunft zu sehen und verdient sich sein Geld als Magier in Las Vegas, bis FBI-Agentin Callie Ferris (Julianne Moore) ihn rekrutiert, in der Hoffnung einen geplanten Nuklearanschlag verhindern zu können.

Privat sorgte der Exzentriker zuletzt mit dem Kauf des Schlosses Neidstein bei Amberg in der Oberpfalz für Schlagzeilen. Aber vielleicht ist das auch eine Rückkehr zu seinen Wurzeln: Nics Mutter Joy Vogelsang ist eine Deutsche.

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