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Biografie

Berühmt wurde er als Killer mit Sprachproblemen und der beinahe legendären Textzeile "Soll isch Dir Dein Hirn pusten?".

Schon die vergleichsweise tumbe Figur des Auftragsmörders Abdul im deutschen Erfolgsfilm "Knockin' on Heaven's Door" hatte er so überzeugend gespielt, dass seine Rolle 1997 mit dem renommierten Ernst Lubitsch-Preis gewürdigt wurde. Heute gilt Moritz Bleibtreu als einer der begehrtesten Schauspieler Deutschlands und sympathischsten Persönlichkeiten des einheimischen Films.

Egal ob als Franka Potentes chaotischer Freund Manni im Welterfolg "Lola rennt", als kiffender Pizzabäcker in "Lammbock" oder in der mit dem deutschen Filmpreis ausgezeichneten Rolle einer Versuchsperson im verstörenden Meisterwerk "Das Experiment" - Bleibtreu schrieb nicht nur nationale Filmgeschichte.

Von der Isar an die Elbe

Um diesem Weg treu zu bleiben, sicherte er sich zuletzt die männliche Hauptrolle in Starregisseur Helmut Dietls neuem Werk "Vom Suchen und Finden der Liebe". Voller Herzschmerz wählt er darin den Freitod, nur um von der Geliebten ins Leben zurückgeholt zu werden.

Geboren 1971 als Sohn der Schauspielerin Monica Bleibtreu und des 1998 verstorbenen Bühnenstars Hans Brenner musste er nicht lange überlegen, ob in der darstellenden Kunst möglicherweise auch seine Zukunft liegen könnte. Da sein Vater die Familie verließ, als Moritz zwei Jahre alt war, zogen Mutter und Sohn von München nach Hamburg.

Vorstellungsvermögen

An der Elbe sammelte Bleibtreu Junior schon bald erste Kameraerfahrungen in der beliebten Serie "Neues aus Uhlenbusch". Als er in der 11. Klasse sitzen blieb, schmiss er zunächst die Schule und ging für ein paar Monate als Au-Pair-Junge nach Frankreich. Er jobbte anschließend als Kellner und Koch und nahm dann Schauspielkurse - in Paris, Rom, New York.

Mit den strengen Konventionen des vor allem in New York propagierten "Method Acting" kann Bleibtreu wenig anfangen. Lieber verlässt er sich auf sein angeborenes und natürliches Talent. "Ich für meinen Teil bin kein Method Actor", sagt er. "Spiel ist Spiel, und Leben ist Leben. Ich glaube nicht, dass ich mir aufs Maul hauen lassen muss, um zu wissen wie es ist, aus der Nase zu bluten. Dafür bin ich ja ein Schauspieler: Ich muss mir doch eine Sache vorstellen können, ohne sie wirklich gemacht zu haben."

Die Chemie muss stimmen

Nach drei Jahren Auslandserfahrung zog es ihn mit 21 zurück nach Hamburg. Am dortigen Schauspielhaus spielte er in Shakespeares "Romeo und Julia" und im Thalia Theater in "Richard III". Sein Leinwanddebüt gab er als Türke Yüksel in Peter Timms Romanze "Einfach nur Liebe".

Einem breiten Publikum zunächst hauptsächlich als Homosexueller aus Rainer Kaufmanns "Stadtgespräch" bekannt, waren es neben "Knockin' on Heaven's Door" unter anderem die Filme von Fatih Akin, "Im Juli" und "Solino", in denen Bleibtreu sich selbst und den jungen Regisseur damals "zum Schotter führte". "Mit welchen Leuten man zusammenarbeitet", sagt Bleibtreu, "ist für mich mit das Allerwichtigste, weil ich mit diesen Menschen acht Wochen oder mehr verbringe."

Alles, nur nicht gewöhnlich

Auf der anderen Seite spielt er am liebsten Figuren, die "irgendeine Ecke haben, die nichts mit mir zu tun haben. Wenn eine Figur mir selbst zu ähnlich ist, finde ich es langweilig." Daher scheute er sich auch nicht, in Oskar Roehlers Sozialsatire "Agnes und seine Brüder" in die Haut des sexsüchtigen Nerds Hans-Jörg zu schlüpfen.

Für ihn keine Frage, denn sein Motto lautet: "Du musst alle Möglichkeiten ergreifen, die sich dir bieten. Es geht schließlich um die Entwicklung deines Lebens. Offen sein für das, was um dich herum passiert und nicht stur auf ausgetretenen Pfaden wandeln. Dir selbst vertrauen. Ey, wenn du das nicht machst, daran nicht glaubst, an was sollst du dann noch glauben?"

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