"Eric who?" hätte wohl noch vor wenigen Jahren die Antwort auf die Frage nach dem australischen Schauspieler Eric Bana gelautet. Doch eine einzige Rolle katapultierte den am 9. August 1968 in Melbourne als Eric Banadinovich geborenen Schauspieler im Jahr 2000 auf das Radar der Casting-Verantwortlichen.
Bana spielte den psychopatischen Serienmörder Mark "Chopper" Read im Drama "Chopper" mit solcher Intensität, dass Brad Pitt noch Jahre später mit dem Verweis auf diese Rolle auf Banas Engagement in Wolfgang Petersens "Troja" bestand. Die 15 Zusatzkilos, die sich der 1,91 Meter große Schauspieler damals per Fast Food angefressenen hatte, hat er freilich längst wieder abgenommen.
Wenn der Australier nicht vor der Kamera steht, ist er auf der Rennstrecke zu finden. Dort bestreitet Bana Oldtimer-Rennen in einem 74er Ford Falcon XB Coupé, das er sich als 15-Jähriger gekauft hat. 2001 gab er sein USA-Debüt unter der Regie eines ganz Großen: Ridley Scott besetzt ihn im Kriegsdrama "Black Hawk Down". Damit ebnete ihm der Starregisseur nicht nur den Weg nach Hollywood, sondern initiierte auch eine enge Freundschaft zwischen dem Australier und Orlando Bloom, neben dem er auch in "Troja" zu sehen ist.
Bana arbeitete einige Jahre erfolgreich als Stand-up-Comedian, bevor er die Hauptrolle in der australischen Komödie "The Nugget" bekam. Sein Durchbruch im Mainstreamkino erfolgte aber 2003 mit der Titelrolle in "Hulk".
Golden-Globe-Gewinner Ang Lee zeigte sich fasziniert von Banas "sehr melancholischer Präsenz auf der Leinwand" und findet ihn privat "extrem nett und wahnsinnig charmant". Für den grünen Kraftbolzen nahm sich Bana, seit 1997 mit der TV-Agentin Rebecca Gleeson verheiratet, ein ungewöhnliches Vorbild: seinen damals zweieinhalbjährigen Sohn Klaus. "Er war der schreckliche Hulk mit seinen zwei Persönlichkeiten. So würden sich Erwachsene aufführen, gäbe es weder gesellschaftliche Regeln noch Political Correctness!"
Es war auch genau diese tiefgründige, gespaltene Rolle, die den Absolventen des National Institute of Dramatic Art in Sydney für seinen Hollywood-Einsatz in "München" prädestinierte. In Steven Spielbergs Politthriller spielte er den leitenden Mossad-Agenten Avner.
Derzeit ist Bana im Poker-Drama "Glück im Spiel" an der Seite von Drew Barrymore zu sehen. Darin versucht er, das Startgeld für ein Turnier in Las Vegas aufzutreiben.
Obwohl er seiner Familie versprochen hat, immer nur einen Film pro Jahr zu drehen, ist Erics Terminkalender gut gefüllt: Der Australier hat sich unter anderem für den Thriller "Factor X" und die Romanverfilmung "Die Frau des Zeitreisenden" verpflichtet. Die Hauptrolle in der "Hulk"-Fortsetzung überließ er allerdings lieber Edward Norton.
Trotz seiner zahlreichen Engagements verbringt Bana seine Zeit am liebsten in seiner Heimat. Dort erfreut sich der Fan des St. Kilda Football Club an den einfachen Dingen des Lebens, lacht über Filme wie "", bastelt an seinen Autos herum, fährt Rennen und kümmert sich leidenschaftlich gern um Ehefrau Rebecca und seine beiden Kinder Klaus und Sophia. "Er ist ein toller Vater", freut sich die Gattin, "fast wie eine zweite Mama". Und was sagt die "Zweitmutter" dazu? "Ich genieße es, zu Hause zu sein, mit meinen Freunden und der Familie. Ich bin ein sehr leidenschaftlicher Mensch und liebe einfach das Leben."
Auch wenn die große Distanz zwischen den USA und Australien bisweilen Casting-Probleme oder Kontaktschwierigkeiten mit potenziellen Auftraggebern nach sich zieht, klingt Bana, als empfände er es als wahren Segen, sehr, sehr weit weg von Hollywood zu sein...
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