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Christian Bale Biografie

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Biografie

Normal scheint wenig in der Entwicklung des Christian Bale vom Kinderstar zur Comic-Legende Batman. Er hasst Aufmerksamkeit, zieht sie aber selbst magisch an. Wer vom schlaflosen und paranoiden Hungerhaken in "The Machinist" glaubwürdig zum Superhelden "Batman" mutiert, muss mit globalem Interesse rechnen. Und verdient es auch.

Als er 1987 für Spielbergs Epos "Das Reich der Sonne" ausgewählt wurde, stand Bale mit einem Schlag im Rampenlicht. Und nicht nur die Presse schlug sich um ihn: "Ich war geschockt von der Aufmerksamkeit bei meiner Rückkehr nach Bournemouth. Mädchen umschwärmten mich, Jungs wollten sich mit mir prügeln. Ich sagte meinen Eltern, dass ich nie wieder drehen wollte, weil dieser Rummel alles ruinierte."

Gehalten hat sich der Waliser nicht daran, geblieben aber ist seine Scheu vor der Show. Ungewöhnlich für jemanden, der schon als Kind viel Zirkus erlebte, weil die Mutter dort arbeitete. "Da war ich also gerade sieben Jahre alt und begaffte diese unglaublichen Frauen, die nackt herumliefen", erinnert sich Bale. "Meinen ersten Kuss bekam ich von einer jungen polnischen Trapezkünstlerin namens Barta."

John Waynes Erbe

Keine konventionelle Art, auf die Welt vorbereitet zu werden - für einen Jungen, dessen Großvater bereits ein paar Filme lang als Stuntdouble für den legendären John Wayne agierte, mutet sie aber auch nicht allzu exotisch an.

Bales Vater war Pilot mit Leib und Seele, gab aber dennoch drei Jahre vor seinem Tod das Steuer aus der Hand, als er die radikale Feministin Gloria Steinem heiratete. Der junge Christian wuchs mit drei älteren Schwestern in England und Portugal auf, musste oft umziehen und kennt bis heute, trotz Wohnsitzen in L.A. und London, kein Heimatgefühl.

Ryder als Retterin

Mit neun drehte er den ersten Werbespot, mit zehn debütierte er auf der Bühne, mit zwölf auch vor der Kamera in der TV-Produktion "Anastasia". Obwohl Amy Irving in dieser Miniserie und im Leben von Spielberg die Hauptrolle spielte, setzte er sich ohne Protektion beim Casting für "Das Reich der Sonne" durch. Sechs Jahre und zwei finanzielle Flops später ("Die Zeitungsjungen", "Swing Kids") steckte er vorerst im Karriereloch.

Seine Kollegin Winona Ryder befreite ihn daraus, indem sie ihn für "Betty und ihre Schwestern" empfahl. Der romantische Stoff zeigte bei Bale Nebenwirkungen: "Ich machte eine Phase unglaublicher männlicher Besitzgier durch. Ich drehte schon einen Monat und war sauer, als dann ihr damaliger Freund Eric Stoltz eintraf".

Engagierte Fanbasis

Die große Popularität schlug sich auch im Internet nieder. Die "Baleheads" wurden geboren, eine Gruppe besessener Fans, die Studios mit Briefen bombardierte und mit seiner Website einen virtuellen Schrein errichteten. Heute ist diese Bale-Basis, die lästige PR ersetzen sollte, geschlossen. Der Schauspieler wirbt nun exklusiv mit seiner Arbeit.

Aus dem engen Korsett anfänglicher Rollen als nachdenklich-empfindsamer Anzugträger hat sich der Steve McQueen-Fan mittlerweile befreit. Schwärmte er als Kind noch für Frida von ABBA, gilt seine Leidenschaft heute seiner Frau Sibi Blazic, einer Freundin Winona Ryders - und der Unterstützung zahlreicher Hilfsorganisationen.

Formwandler

Weil er ungewöhnliche Projekte mit kontrastreichen Rollenprofilen liebt, ist er zum flexiblen Shapeshifter geworden. Er kann mit Ewan McGregor Sex haben ("Velvet Goldmine"), ans Kreuz geschlagen werden ("Mary, Mother of Jesus"), einen Rassisten ("Shaft"), Drachentöter ("Die Herrschaft des Feuers"), oder auch Edelspießer ("Laurel Canyon") geben und dabei stets glaubwürdig bleiben.

Vor der Kamera kann er alles sein, auch ein Schlafloser am Rande des Wahnsinns in "The Machinist" oder bald Farmer im Pocahontas-Epos "The New World".

Bale, der beste!

In "Batman Begins" schlüpft er jetzt als Bruce Wayne ins Fledermauskostüm. Erstmals ist der dunkle Rächer dabei mehr Mensch als Superheld, erstmals gibt es mehr Auftritte ohne Maske als mit, erstmals ist ein Batman-Film mehr Drama denn Action-Spektakel. Das klappt nur, weil mit Bale wohl der talentierteste Schauspieler aller bisherigen Batman-Darsteller am Werk ist.

Wer er selbst aber wirklich ist, verrät der "American Psycho" nicht: "Wenn ich wollte, dass die Leute mich kennen, wäre ich Moderator einer TV-Show geworden".

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