"Meine Mutter hat mir immer vorgeworfen, dass ich in meine eigene Stimme verliebt sei. Sie sagte immer: Du sprichst nur, um dich selbst zu hören. Ich sage nur - sie hatte recht."
Er ist groß. Er sieht gut aus. Er ist witzig. Und er ist Oscar-Gewinner. Kein Wunder also, dass alle auf ihn fliegen und er 2002 zum "Sexiest Man Alive" gewählt wurde.
Endlich einer, der mit Leonardo DiCaprio mithalten kann? Ben Affleck sieht das anders, bescheidener: "Es war nie mein Ehrgeiz berühmt zu werden. Ich sehe das immer als lästige Beigabe meines Jobs an."
Bereits 1997 sorgte Ben mit seinem Auftritt in Kevin Smiths Komödie "Chasing Amy" für Aufsehen, 1998 galt er als der unumstrittene Shooting-Star. Mit "Good Will Hunting" gelang dem smarten Schönen dann der Durchbruch - und das mit Pauken und Trompeten. Das Geheimnis seines Erfolgs: "Schlaf mit deinem Lehrer oder mach mit deinem Schulfreund einen Film."
Er entschied sich für Letzteres und schrieb zusammen mit Kumpel Matt Damon ein Drehbuch. Zwei damals noch relativ unbekannte Schauspieler suchten und fanden einen namhaften Produzenten dafür (Lawrence Bender, der auch "Pulp Fiction" produzierte) und gleich dazu einen schon mehrfach Oscar-nominierten Hollywoodstar für eine Nebenrolle: Robin Williams.
Männerfreundschaft
Sie selbst standen selbstverständlich auch auf der Casting-Liste. Und siehe da, ihr Schaffen wurde belohnt: Mit einem Oscar für das Drehbuch und einem Einspielergebnis von etwa $140 Mio. allein in Amerika stiegen die beiden auf sehr ungewöhnliche Weise voll ins Geschäft ein. Ganz nebenbei gab's auch für Robin Williams endlich den Goldjungen.
Und so fing alles an: Schon im zarten Alter von 8 Jahren spielte Ben in der US-Serie "The Voyage of the Mimi" mit. Zu dieser Zeit traf er zum ersten Mal mit Matt Damon zusammen. Der wohnte schließlich nur zwei Blocks entfernt und ging in dieselbe Klasse.
Verwirrter Außenseiter
Eine Freundschaft, die nicht nur lange halten, sondern auch sehr erfolgreich sein sollte. Es gab kein Casting in der Umgebung von Boston, das ohne Ben und Matt stattfand. Während Matt sich später dem Studium zuwandte, stand für Ben von vornherein fest, dass er eine Karriere als Schauspieler ansteuern würde.
1992 gab er dann sein Film-Debüt in Robert Mandels "Der Außenseiter", gefolgt von Richard Linklaters "Dazed and Confused". Und schließlich unternahm Ben auch einen Ausflug hinter die Kamera.
Retter der Welt
Das Ergebnis: Ein Kurzfilm mit dem schrägen Titel "I Killed My Lesbian Wife, Hung Her on a Meat Hook, and Now I Have a Three-Picture Deal at Disney" - zu deutsch etwa "Ich habe meine lesbische Frau umgebracht und an einen Fleischerhaken gehängt, jetzt habe ich einen Drei-Filme-Deal mit Disney". Gottlob ließ Ben daraufhin die Finger von der Regie.
Affleck ist mittlerweile ziemlich weit oben angekommen: Beim jungen Publikum einer der gefragtesten Helden Hollywoods, arbeitete er 2001 nach "Armageddon" (1998) zum zweiten Mal mit dem Action-Blockbuster-Erfolgsteam Jerry Bruckheimer (Produzent) und Michael Bay (Regie) in der Megaproduktion "Pearl Harbor" zusammen - natürlich als Erstgenannter.
Und Privat? Mal von seinem fehlgeschlagenen Versuch mit Viagra und dem Gerücht um eine homosexuelle Beziehung mit Jugendfreund Matt Damon abgesehen.
Latina Lover
Während des Drehs zu "Shakespeare in Love" lief ihm die schöne Gwyneth Paltrow über den Weg. Wie in Hollywood so üblich, folgte eine kurze "Wir sind nur Freunde"-Phase, dann aber wurde es ernst. Die beiden wurden ein Paar, doch das Glück hielt nicht lange.
Jetzt macht Ben Schlagzeilen mit seiner neuen Liebe Jennifer Lopez. Diesmal ist es wohl etwas Ernstes, denn sogar ein Hochzeitstermin steht schon fest. Gemeinsam mit seiner Zukünftigen wird er demnächst in "Gigli" und "Jersey Girl" auf der Leinwand zu sehen sein.
Vielbeschäftigt und energiegeladen steht der Herzensbrecher bis dahin seinen männlichen Partnern Morgan Freeman in "Der Anschlag" und Jackson in "Spurwechsel" zur Seite.
Schläge an Weihnachten
Sandra Bullock, mit der er 1999 in "Auf die stürmische Art" zusammen arbeitete, meint über ihren Schauspielkollegen: "Sein Gehirn arbeitet ununterbrochen - er ist immer auf Hundert und am liebsten würde er an tausend Orten gleichzeitig sein."
Klingt wie die ideale Grundlage für ein Dasein als Comic-Superheld "Daredevil". Bei diesen Voraussetzungen war es für die Produzenten schwer, einen besseren Darsteller als Ben Affleck zu finden.
Trotz so viel Action wurde sein Job nur einmal richtig gefährlich. Bei den Dreharbeiten zu "Wild Christmas" verpasste ihm die Football-Spielerin Dana Stubblefield versehentlich einen knallharten Tackle - und beförderte ihn prompt ins Krankenhaus. Doch dort hielt es den Filmaholic nicht allzu lange...
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