"All you need is love", behaupteten die Beatles 1967 und infizieren damit 34 Jahre später zwei amerikanische Modellteenager, die ihre High School-Liebe mit einer Schwangerschaft krönen und nach dem Rauswurf durch die Eltern ein familiäres Finanzierungsloch stopfen müssen. Weil die werdende Mutter dabei mit einem Bankraub spekuliert, den sie mit ihren Pom Pom Girls selbst durchführen will, erfährt das mit "Girls United" auch in deutschen Kinos zuletzt erfolgreiche Cheerleader-Genre eine Variante, die mit einem satirisch-absurden Touch um die junge und weibliche Zielgruppe buhlt.
Regisseurin Francine McDougall, die zwei "Düstere Legenden" in Kurzfilmen zu komödiantischen Festivalhits machte (darunter "The Pig" mit einem Nase bohrenden Spike Jonze), eröffnet ihr Spielfilmdebüt schwungvoll und mit einem Ton, der sich über die konfektionierten Idole und die propagierten Werte eines Schülerlebens lustig macht. Hauptfigur ist Diane (Marley Shelton), die als typisch amerikanisches Dreamgirl und Captain des Cheerleading-Teams prädestiniert ist für die Verbindung mit ihrem männlichen Pendant, dem Starquarterback Jack (Jack Marsden aus "X-Men"). Komisch überzogen skizziert McDougall diese Ken & Barbie-Attraktion, die ihr Idyll mit Dianes Schwangerschaft verlässt. Die ihre Intoleranz knallhart mit einem Rauswurf outenden ehemaligen Strahleeltern verschwinden nun blitzschnell aus dem Film, wie auch Jack, der als naiver, aber sympathischer Hohlkopf zu Kurzauftritten verdammt, am Ende aber, amerikanische Realpolitik vielleicht spiegelnd, mit einem Senatorenposten belohnt wird. Von nun an gehört diese Komödie den Frauen und Girl Power - präziser Diane und ihren fünf Cheerleadern (darunter Mena Suvari aus "American Beauty"), die in Ermangelung von Alternativen Diane mit einem Bankraub unter die Arme greifen wollen. Wirklich abendfüllend ist diese Idee allerdings nicht, auch wenn die Charakterticks der Girls und Sean Youngs Cameo als Knastmuter Suvaris die dünner werdende Luft im Drehbuch kaschieren sollen. Am Ende dieser anfangs frechen, dann harmlos unterhaltenden Komödie stiehlt sich der Witz davon, verliert "Sugar & Spice" jede realistische Bodenhaftung, auf die auch sie eigentlich als dramaturgische Basis nicht verzichten kann. Wenn dann der Bankraub durchgeführt wird, die Medien verrückt spielen und das FBI fünf Teenager mit Truppenstärke in der Cafeteria stellt, kann das auch zum Toleranztest für die Zielgruppe werden, ob die Solidarisierung mit der Handlung allein durch Identifikation mit den Hauptfiguren noch gegeben ist.
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