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Vom Vater, Sohn und dem heiligen Spiel handelt das gewohnt erfindungsreiche Sportdrama, mit dem sich Spike Lee nach Jahren des Wassertretens als Filmemacher von Format zurückmeldet. Eingepackt in eine grell überzogene, hart am Rande einer Farce vorbeischrammende Betrachtung über die Auswüchse beim Rekrutieren von aussichtsreichen Basketballeleven für Collegeteams, präsentiert der sonst so streitbare Kämpfer um das Selbstbewußtsein der Schwarzen im Kern seiner Basketball Diaries eine reife, entspannte und offensichtlich tief empfundene Geschichte über eine heikle Vater-Sohn-Beziehung, die ihre Wirkung vor allem dank Denzel Washingtons überaus besonnener Darstellung nicht verfehlt.
Nicht erst seit seiner Autobiografie "The Best Seat in the House" ist Spike Lees Begeisterung für Basketball wohlbekannt. Entsprechend präsentiert er den Lieblingssport der schwarzen Bevölkerung Amerikas als mythischen Kinostoff, streift mit seiner wie immer quicklebendigen Kamera über die Courts von Coney Island wie John Ford in seinen Westernepen über das Monument Valley. Aber Basketball, das "heilige Spiel", ist nicht Thema, sondern lediglich Leitmotiv für einen Film, dem vieles am Herzen liegt. Ein Mann wird für eine Woche aus dem Gefängnis entlassen, um seinen Sohn, den besten Highschool-Basketballspieler des Landes, zu überzeugen, sich bei der bevorstehenden Wahl seiner Universität für das einstige College des Gouverneurs zu entscheiden. Zahlreiche dramatische, bisweilen nur bedingt zusammenhängende Konflikte kommen damit ans verwaschene Tageslicht der heruntergekommenen Straßen von Coney Island, denn der Mann sitzt im Gefängnis, um für den Unfalltod der Mutter des Jungen zu büßen. Von diesem Ausgangspunkt treibt Lee seine fiktionalisierten "Hoop Dreams" in mehrere Richtungen: Mit greller Überzeichnung und den visuell oberflächlichen Mitteln der Werbung nähert er sich dem Dilemma des Jungen, für welche Universität er sich entscheiden soll, und übt nicht immer überzeugend Kritik an der Kommerzialisierung des Sports (womöglich weil Lee selbst Werbespots für Nike inszeniert), während der Versuch der Annäherung des Vaters und dessen Streben nach Absolution in besonneren und wesentlich zufriedenstellenderen Bahnen abläuft: Das ist vor allem Denzel Washington zu verdanken, der hier mit einer Komplexität der Darstellung aufwartet, die er seit "Malcolm X", seiner letzten Arbeit mit Spike Lee, nicht mehr an den Tag legte. So gewaltig ist sein Spiel, daß er auch den sympathischen Newcomer und Basketballstar Ray Allen zu einer Höchstleistung vorantreibt. Wenn sich die beiden zu einem abschließenden Mann-gegen-Mann-Match (brillant realisiert!) einfinden, um ihre Konflikte unter dem Basketballkorb auszuräumen, entlädt sich in dem nicht makellosen, aber stets beachtlichen "He Got Game" eine Emotion, die dem mythischen Anspruch von Spike Lee allemal gerecht wird. Nicht von ungefähr landete der Regisseur in den USA mit seiner poetisch verklärten Liebeserklärung an den Basketball den ersten Nummer-Eins-Erfolg seiner immerhin bereits zwölf Filme umfassenden Laufbahn. ts.
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