Das Kino kennt viele Schöpfer virtueller Universen, ob George Lucas oder Peter Jackson - aber in den letzten zehn Jahren war kaum jemand so ästhetisch und konzeptionell prägend wie die Gebrüder Wachowski.
Mit der "Matrix"-Trilogie gelang ihnen das Kunststück, futuristische Actionszenarien mit östlichen Philosophien zu verschmelzen und mit dieser Verbindung nie da gewesene Bildwelten zu schaffen. Das machte die Cyber-Saga zum überzeugendsten Versuch Hollywoods, die Visionen der japanischen Sci-Fi-Mangas in den Realfilm zu übertragen.
Mit "Speed Racer" gehen die Regie-Geschwister konsequent einen Schritt weiter. Diesmal greifen sie offiziell auf eine japanische Vorlage zurück - die auf dem gleichnamigen Manga beruhende Anime-Serie "Mach Go Go Go", in der es ein junger, genialer Rennfahrer (Shooting-Star Emile Hirsch als Speed-Junkie) mit skrupellosen Automobilunternehmen aufnimmt. Aber von den Bleigewittern der Formel 1 ist "Speed Racer" so weit entfernt wie Luke Skywalker von Michael Schumacher.
Die Wachowskis versetzen die Handlung in ein effektgeladenes Pop-Universum, beschwören keine überdrehten Gewaltfantasien, sondern 'Family Entertainment'. Denn ihr Held kämpft nicht für sein Ego, sondern das Unternehmen seiner Familie (darunter Oscarpreisträgerin Susan Sarandon als Racer-Mama und Christina Ricci als seine Freundin).
Dabei schütten die Filmemacher eine Wundertüte an erzählerischen und visuellen Ideen aus - besonders beim großen Showdown, wenn der Über-Pilot eine berüchtigte Querfeldein-Rallye absolviert, bei der sein Bruder den Tod fand. Eine Geschichte mit bewährtem Identifikationspotenzial im aufregenden Look des 21. Jahrhunderts.
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