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Spartan Filmkritik

Spartan Filmkritik

Film
Spartan
Autor
anonymous
Filmkritik vom
2007-12-10 18:35:23
Bewertung
3/5 3 stars
Quelle
www.kino.de
Filmkritik

Streng, spärlich, schnörkellos. Diese dem Titel entsprechenden Attribute zeichnen den cleveren Politthriller aus der Feder des Dialogkünstlers David Mamet ("Heist - Der letzte Coup", "House of Games") aus. Für die komplexe Verschwörungsgeschichte um die Rettung der entführten US-Präsidententochter durch einen Spezialagenten übernimmt Mamet zudem die Inszenierung. Dabei motiviert er Val Kilmer ('Wonderland") zu einer hervorragenden Darstellung als scheinbar skrupel- und emotionsloser Agent, der bei dieser vertrackten Mission von seiner normalen Linientreue abweicht.

Gleich ab der ersten Szene wird der Zuschauer ins Geschehen involviert. Sonderagent Robert Scott (Kilmer) ist beschäftigt, während einer Trainingsmission den Rekruten Curtis (Derek Luke aus "Antwone Fisher") auszuwählen. Anschließend wird Scott zum Secret Service gerufen, wo sich herausstellt, dass Laura Newton, die Tochter eines hochgestellten Politikers (ohne es direkt auszusprechen, handelt es sich mehreren Andeutungen zufolge um den US-Präsidenten) vermisst wird. Mamet verzichtet darauf, den Zuschauer mit Hintergrund-Informationen auszustatten, sondern lässt ihn die Ereignisse aus der Sicht Scotts miterleben. Damit ergibt sich die Gelegenheit, dass man sich auf die verschiedenen Andeutungen und Indizien selbst einen Reim machen kann. Obwohl Lauras Freund sowie einer ihrer Professoren verdächtig erscheinen, führt die Spur weiter zu einem Eskortservice, einem Mädchenhändlerring und letztlich einem Bordell in Dubai. Kurz vor dem Abflug eines Sonderkommandos nach Saudi-Arabien werden die Leichen Lauras und ihres Profs aus dem Wasser gezogen, der Einsatz wird abgebrochen. Scott ist zufrieden gestellt, sein neuer Protégé Curtis hingegen ist anderer Meinung. Er hat ein eindeutiges Zeichen von Lauras Anwesenheit in dem Haus der Mädchenschieber gesehen und kann Scott überzeugen, einen zweiten Blick zu riskieren - mit fatalen Folgen. Mit einem Mal befindet sich Scott im Fadenkreuz der eigenen Organisation (der Mamet-erprobte William H. Macy glänzt in einer kleiner, jedoch prägnanten Rolle), da er mitten in ein Wespennest gestochen hat und sich eine unfassbare politische Intrige vor ihm eröffnet, die ihn in seinen Grundfesten erschüttert.

Gemäß eines guten Mamets ist nichts so, wie es zunächst oberflächlich den Anschein hat. Eine Reihe falscher Fährten wird gelegt, ein minimalistisches Puzzleteil nach dem anderen wird offenbar, um schließlich dem harten Kern der Story auf den Grund zu gehen. Dabei hält Mamet ein straffes Tempo aufrecht und lässt die Spannungsschraube nie locker. Optisch elegant in verblichenen blau-grau Tönen gefilmt, wird so der unterkühlte Stil des Film widergespiegelt. Ein weiteres Markenzeichen Mamets sind die stilisiert-geschliffenen Dialoge. Ebenfalls zum Tragen kommt seine Vorliebe, das Wesen eines Mannes anhand seiner Berufsethik (siehe "Glengary Glenn Ross", "State and Main" und "Heist") zu sezieren. Kilmers Figur hinterfragt erstmals den moralischen Aspekt eines Auftrags und wandelt sich somit vom "Shooter" zum "Denker". Er führt unautorisiert die Rettungsaktion (fast) im Alleingang durch, was mit dem Titel und einer Referenz im Film auf den Spartanerkönig Leonidas verweist, der, wenn um militärische Hilfe gebeten, einen einzelnen Soldaten schickte. Vielschichtige Details wie diese werden das Arthouse-Publikum auf der Suche nach einem intelligent-kompetenten Konspirationsthriller - die bluternste Variation zu Mamets Politsatire "Wag The Dog" - sicherlich blendend unterhalten. ara.

Copyright © www.kino.de 2007.



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