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Small Soldiers Filmkritik

Small Soldiers Filmkritik

Film
Small Soldiers
Autor
anonymous
Filmkritik vom
2007-09-24 18:21:34
Bewertung
3/5 3 stars
Quelle
www.kino.de
Filmkritik

"Toy Story" trifft auf "Platoon" könnte eine treffende Beschreibung für die lärmende Fantasy-Action-Komödie von "Gremlins"-Regisseur Joe Dante lauten. Die klassische Paranoia-Prämisse von Mensch gegen Maschine und etliche Kriegsfilm-Klischees kommen hier slapstick- und cartoonhaft, bisweilen brutal aufbereitet, zum Familienfilm-Einsatz. Zum Leben erwachte, sadistische Spielzeugsoldaten treten an, nicht nur ihre einprogrammierte Mission der Vernichtung ihrer hasenherzigen Monster-Opponenten zu erfüllen, sondern versetzen im Zuge ihrer Mission Destructible eine idyllische Kleinstadt in Angst und Schrecken.

Der 14jährige, rebellische Alan (der unscheinbare Gregory Smith hat ähnlich viel Ausstrahlung wie sein Nachname) kümmert sich um den Spielzeugladen seines Vaters, während dieser einen Fortbildungskurs belegt. Alan mißachtet die Verbote seines pazifistischen Elternteils, als er dem Fahrer der Globotech-Firma Kriegsspielzeug abschwatzt. Die mit defekten militärischen Mikrochips versehenen "G.I. Joe"-auf-Anabolika-Figuren gehören zum Kommando Elite, die unter der Führung des Muskelmacho Chip Hazard (im Original mit militärischer Präzision von Tommy Lee Jones gesprochen) ihre Gegner plattmachen sollen. Diese schreckhaften Monstermutanten werden von Archer - eine Art Kreuzung aus Mann und Löwe - zusammengehalten. Zunächst verwüstet das Kommando Elite den väterlichen Spielzeugladen, um dann den Angriff auf Alans Elternhaus zu verlegen, wo sich ihre angeblichen Feinde, die Gorgoniten, versteckt halten. Alsbald wird auch vor ihren menschlichen Befehlshabern nicht mehr Halt gemacht und zur Belagerung und schließlich zur "Gulliver"-inspirierten Gefangennahme von Alans Schwarm Christy (Kirsten Dunst, deutlich gereift seit "Interview mit dem Vampir") übergegangen. Doch mit vereinten Kräften blasen die Menschenkinder und ihre Eltern zum erbitterten Gegenangriff.

Eindeutige und unangefochtene Starrolle nehmen bei der nicht wenig gewaltvollen Popkitschfabel die Spezialeffekte ein. Mit ausgefeilter Computeranimation und animatronischen Figuren des Spezialisten Stan Winston ("Jurassic Park") wurden die amoklaufenden Actionfiguren plastisch und mit noch fließenderen Bewegungsabläufen als in "Toy Story" realisiert und in den Realfilm integriert. Leider bleibt die Charakterisierung der Miniroboter extrem eindimensional. Einen erheblichen dramaturgischen Bremsblock stellt die Sympathieprojektion auf die friedlichen Gorgoniten dar, was den Angriff auf sie und ihre Freunde einen Großteil des komödiantischen Drives raubt. Es fehlt die rechte Balance zwischen verschmitzter Boshaftigkeit und dickaufgetragenen Gefahrenmomenten, die Regisseur Dante in "Gremlins" noch so gut beherrschte. Die von vier Drehbuchautoren erdachte Handlung schlittert vom Absurden ins Groteske und spart auch nicht mit dem oberflächlich erhobenen moralischen Zeigefinger auf skrupellose Geschäftspraktiken und die Sinnlosigkeit des Kriegs. Die menschlichen Mitspieler umfassen unter anderem Denis Leary als gewissenlosen Firmenchef, Jay Mohr (aus "Jerry Maguire - Spiel des Lebens") und den unlängst einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallenen Komiker Phil Hartman, dem im Abspann mit diveren Outtakes Hommage gezollt wird. ara.

Copyright © www.kino.de 2007.



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