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Shakespeare in Love Filmkritik

Shakespeare in Love Filmkritik

Film
Shakespeare in Love
Autor
anonymous
Filmkritik vom
2008-02-11 18:31:55
Bewertung
5/5 5 stars
Quelle
www.kino.de
Filmkritik

Das Kronjuwel der Miramax-Kollektion '98: Jahre nach seiner ursprünglichen Konzeption als großes Starvehikel für Julia Roberts und Daniel Day-Lewis taucht "Shakespare in Love" endlich auf als ebenso leichte wie geistreiche Komödie, die sich das Attribut "romantisch" redlich verdient - und daß, obwohl Tom Stoppard die märchenhaft-flammende Liebesgeschichte, die Shakespeare im Jahr 1593 zum Verfassen von "Romeo und Julia" inspirierte, absolut frei erdachte. Getragen von seinen attraktiven Jungstars Gwyneth Paltrow und Joseph Fiennes und einem liebenswerten Arsenal von Charakterschädeln in den prominenten Nebenrollen bietet der beredte Schwank um emotionale und kreative Nöte des Barden von Stratford-upon-Avon die perfekte Alternative zu den handgeschnitzten Reißbrett-Blockbustern der Studios. Drei Golden Globes, u. a. für die beste Komödie, sind gerechter Lohn für diese wunderbare Arbeit.

Von der ersten Minute an läßt John Madden ("Ihre Majestät Mrs. Brown") seine Kamera entfesselt durch eine lebhafte Menschenmenge schneiden, um sich an einen jungen, enthusiastischen Shakespeare, mehr Backstreet Boy mit ewigen Tintenflecken an den Fingern als graue Künstlermaus im braunen Wams, zu heften und ihm und seinen sich im Minutenrhythmus stellenden Problemen nicht mehr von der Seite zu weichen. So bricht Madden jegliche Zeitbarrieren nieder zwischen dem elisabethanischen Zeitalter und der Gegenwart, führt den Zuschauer mitten hinein in das pralle Leben der historischen Figuren von Stoppards beseeltem Stück und findet gleichzeitig eine wunderbare visuelle Entsprechung für die geschwätzigen und wortgewaltigen Dialoge. Hin- und hergerissen zwischen Kunst und Kommerz und den beiden Bühnen der Stadt sieht sich Shakespeare wie eine Blaupause des modernen Drehbuchschreibers dazu gezwungen, für den gierigen Theaterchef Henslowe (Geoffrey Rush hinreißend mit braunen Zähnen und steten Pfundnoten in den Augen) die Komödie "Romeo und Ethel, die Tochter des Piraten" zu verfassen und mit der Schauspielergruppe des Hauses einzuüben. Das Dilemma: Der aufstrebende Starautor leidet mangels Körperwärme einer Muse an einer schweren Schreibblockade. Das ändert sich, als er das ebenso hübsche wie intelligente Edelfräulein Viola de Lesseps (Gwyneth Paltrows anämisch-bleiche Schönheit blendend eingesetzt) erstmals erblickt, die sich ohne sein Wissen in Jungenkleidung längst in die bunt zusammengewürfelte Schauspieltruppe eingeschlichen hat. Als sich die Beziehung zwischen William und Viola zur heißen Romanze entwickelt, fließen dem Barden die Verse mit einem Mal sintlflutartig aus dem Gänsekiel. Während man miterlebt, wie sich die geplante Bürgerklamotte zum tief empfundenen Meisterwerk wandelt - und schließlich eine tragische Wendung nimmt, weil Shakespeare entdecken muß, daß seine Viola von der Königin höchstselbst einem anderen versprochen wurde, gilt es eine Unzahl anderer Schwierigkeiten zu bewältigen, die Regisseur Madden scheinbar nach Belieben jongliert. Stoppard läßt die Romanze Funken sprühen und nutzt jede sich bietende Gelegenheit, spätere Zitate, Zeitgenossen oder typische Motive Shakespeares in das bunte Treiben einzustreuen, die allesamt ebenso treffsicher sind wie der Auftritt von Judi Dench als weise, aber gestrenge Königin Elisabeth. Bei der Welturaufführung von "Romeo und Julia" löst sie alle dramatischen Konflikte auf und bringt "Shakespeare in Love", diese deftige, satte Boulevard-Farce über den größten Tragödiendichter aller Zeiten, zu ihrem versöhnlichen, wenn auch wenig glücklichen Ende. Ein Filmtraum, der sich nach seinem Abschneiden bei den Golden Globes sowohl in Berlin als auch bei den Oscars berechtigte Hoffnungen machen darf. ts.

Copyright © www.kino.de 2008.

Film
Shakespeare in Love
Autor
anonymous
Filmkritik vom
2005-12-16 11:50:54
Quelle
www.kino.de
Filmkritik
Das Kronjuwel der Miramax-Kollektion '98: Jahre nach seiner ursprünglichen Konzeption als großes Starvehikel für Julia Roberts und Daniel Day-Lewis taucht "Shakespare in Love" endlich auf als ebenso leichte wie geistreiche Komödie, die sich das Attribut "romantisch" redlich verdient - und daß, obwohl Tom Stoppard die märchenhaft-flammende Liebesgeschichte, die Shakespeare im Jahr 1593 zum Verfassen von "Romeo und Julia" inspirierte, absolut frei erdachte. Getragen von seinen attraktiven Jungstars Gwyneth Paltrow und Joseph Fiennes und einem liebenswerten Arsenal von Charakterschädeln in den prominenten Nebenrollen bietet der beredte Schwank um emotionale und kreative Nöte des Barden von Stratford-upon-Avon die perfekte Alternative zu den handgeschnitzten Reißbrett-Blockbustern der Studios. Drei Golden Globes, u. a. für die beste Komödie, sind gerechter Lohn für diese wunderbare Arbeit.

Von der ersten Minute an läßt John Madden ("Ihre Majestät Mrs. Brown") seine Kamera entfesselt durch eine lebhafte Menschenmenge schneiden, um sich an einen jungen, enthusiastischen Shakespeare, mehr Backstreet Boy mit ewigen Tintenflecken an den Fingern als graue Künstlermaus im braunen Wams, zu heften und ihm und seinen sich im Minutenrhythmus stellenden Problemen nicht mehr von der Seite zu weichen. So bricht Madden jegliche Zeitbarrieren nieder zwischen dem elisabethanischen Zeitalter und der Gegenwart, führt den Zuschauer mitten hinein in das pralle Leben der historischen Figuren von Stoppards beseeltem Stück und findet gleichzeitig eine wunderbare visuelle Entsprechung für die geschwätzigen und wortgewaltigen Dialoge. Hin- und hergerissen zwischen Kunst und Kommerz und den beiden Bühnen der Stadt sieht sich Shakespeare wie eine Blaupause des modernen Drehbuchschreibers dazu gezwungen, für den gierigen Theaterchef Henslowe (Geoffrey Rush hinreißend mit braunen Zähnen und steten Pfundnoten in den Augen) die Komödie "Romeo und Ethel, die Tochter des Piraten" zu verfassen und mit der Schauspielergruppe des Hauses einzuüben. Das Dilemma: Der aufstrebende Starautor leidet mangels Körperwärme einer Muse an einer schweren Schreibblockade. Das ändert sich, als er das ebenso hübsche wie intelligente Edelfräulein Viola de Lesseps (Gwyneth Paltrows anämisch-bleiche Schönheit blendend eingesetzt) erstmals erblickt, die sich ohne sein Wissen in Jungenkleidung längst in die bunt zusammengewürfelte Schauspieltruppe eingeschlichen hat. Als sich die Beziehung zwischen William und Viola zur heißen Romanze entwickelt, fließen dem Barden die Verse mit einem Mal sintlflutartig aus dem Gänsekiel. Während man miterlebt, wie sich die geplante Bürgerklamotte zum tief empfundenen Meisterwerk wandelt - und schließlich eine tragische Wendung nimmt, weil Shakespeare entdecken muß, daß seine Viola von der Königin höchstselbst einem anderen versprochen wurde, gilt es eine Unzahl anderer Schwierigkeiten zu bewältigen, die Regisseur Madden scheinbar nach Belieben jongliert. Stoppard läßt die Romanze Funken sprühen und nutzt jede sich bietende Gelegenheit, spätere Zitate, Zeitgenossen oder typische Motive Shakespeares in das bunte Treiben einzustreuen, die allesamt ebenso treffsicher sind wie der Auftritt von Judi Dench als weise, aber gestrenge Königin Elisabeth. Bei der Welturaufführung von "Romeo und Julia" löst sie alle dramatischen Konflikte auf und bringt "Shakespeare in Love", diese deftige, satte Boulevard-Farce über den größten Tragödiendichter aller Zeiten, zu ihrem versöhnlichen, wenn auch wenig glücklichen Ende. Ein Filmtraum, der sich nach seinem Abschneiden bei den Golden Globes sowohl in Berlin als auch bei den Oscars berechtigte Hoffnungen machen darf. ts.

Copyright © www.kino.de 2005.



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