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Rettet Trigger! Filmkritik

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Rettet Trigger! Filmkritik

Film
Rettet Trigger!
Autor
anonymous
Filmkritik vom
2008-10-06 17:34:56
Bewertung
2/5 2 stars
Quelle
www.kino.de
Filmkritik

In Gunnar Vikenes Pferde-Abenteuer, das ganz in der Tradition großer skandinavischer Kinderfilme steht, geht es um die Überwindung von Angst und den Umgang mit dem Tod.

Im Frühling 2007 sorgte Detlev Buck mit "Hände weg von Mississippi", der Adaption des gleichnamigen Romans von Kinderbestseller-Autorin Cornelia Funke, für einen preisgekrönten Publikumserfolg. Im gleichen Jahr lief auf der Berlinale in der Reihe "Generation" die norwegische Produktion "Rettet Trigger!". Beide Werke verfügen über einen fast identischen Plot, handeln sie doch jeweils von einem Mädchen, das versucht, ein wertvolles Reitpferd, das aus reiner Geldgier auf die Schlachtbank geführt werden soll, vor dem sicheren Tod zu bewahren. Während bei Buck jedoch eindeutig der Fun-Faktor, das locker-leichte Sommer-Feeling im Vordergrund steht, geht sein skandinavischer Kollege Gunnar Vikene ein wenig differenzierter zu Werke.

So wird seine - etwas pummelige - elfjährige "Heldin" Alise mit zwei extremen Dingen konfrontiert: mit ihrer Angst (vor Pferden) und dem Tod (ihres Großvaters). Doch zunächst ist Opa "nur" krank, will deshalb vom Land in die Stadtwohnung ziehen, sich in Alises Zimmer breit machen. Das findet die Enkelin gar nicht gut, schwärmt dem Alten deshalb von den Vorzügen eines Seniorenheims vor. Aber dann ist die Kleine plötzlich auf die Hilfe ihres Opas angewiesen. Vor ihren Schulkameraden hat sie nämlich damit geprahlt, wie toll sie sich mit Pferden auskennt. Und jetzt steht sie dem wilden Rassehengst Trigger gegenüber, der dringend ihre Hilfe braucht. Aber in Wahrheit kann Alise nicht mal reiten. Kurz bevor der Großvater ins Hospital eingeliefert wird, kann er seiner Enkeltochter immerhin noch ein paar wertvolle Pferde-Tipps geben. Aber dann ist Alise auf sich allein gestellt, muss mit ihrer Angst ebenso fertig werden wie mit ihren Lügengeschichten, und mit der traurigen Nachricht, die sie wenig später aus dem Krankenhaus ereilt.

"Rettet Trigger!" steht in der Tradition großer skandinavischer Kindergeschichten wie Astrid Lindgrens "Die Brüder Löwenherz" oder Lasse Hallströms "Mein Leben als Hund", die Gunnar Vikene nachhaltig beeindruckt haben. Eingebettet in eine aufregende Handlung um einen Pferdediebstahl erzählt der Regisseur von Familienzusammenhalt und Vertrauen, von der Überwindung von Angst und der Stärkung des Selbstwertgefühls. Dabei kreiert er glaubwürdige, lebensechte, durchaus auch mal unbequeme Charaktere, die vor schier unlösbaren Problemen stehen, diese aber dennoch zu meistern in der Lage sind. Trotz der Schwere und Ernsthaftigkeit des Themas besitzt "Rettet Trigger!" Tempo, Spannung und Witz sowie in Sven Wollter, den man bei uns als Kommissar Van Veeteren aus den Hakan-Nesser-Adaptionen kennt, einen großartigen Großvater voller Weisheit und Verschlagenheit. Wenn der Film am Ende gar düster-poetische Töne anschlägt, mag er vielleicht die ganz kleinen Kinofans, die sich ein trautes Pferde-Idyll-Szenario erhofft haben, überfordern, alle anderen aber wird er zum Nachdenken über Liebe, Leben, Mut und Tod anregen. lasso.

Copyright © www.kino.de 2008.



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