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Orphan - Das Waisenkind Filmkritik

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"Orphan - Das Waisenkind" Filmkritik

Film
Orphan - Das Waisenkind
Autor
anonymous
Filmkritik vom
2009-11-12 18:11:38
Bewertung
4/5 4 stars
Quelle
www.kino.de
Filmkritik

Psychologischer Horrorthriller um ein diabolisches Waisenkind, das meisterhaft manipulierend eine böse Saat in ihrer neuen Adoptivfamilie ausstreut.

Bei dem atmosphärisch dichten Horrordrama handelt es sich um die zweite Regiearbeit von Jaume Collet-Serra, der seit seinem Debüt "House of Wax" hinsichtlich Storyaufbau und Spannung einiges dazugelernt hat. Der gebürtige Spanier arbeitet dafür mit einem Drehbuch von David Johnson. Der Skriptnovize empfiehlt sich mit einer nuancierten Story, in der sich Schockmomente, falsche Fährten und Hintergrundgeschichte unterhaltsam die Waage halten. Auch bei der Figurenzeichnung wurde für das Genre eine ungewöhnliche Bandbreite verwendet, insbesondere was die teuflisch durchtriebene Titelfigur Esther (Isabelle Fuhrmann) und ihre von inneren Dämonen gebeutelte Adoptivmutter Kate (Vera Farminga aus "Departed") betrifft.

Letztere erleidet im Prolog eine traumatische Fehlgeburt, was sie in Folge mit der Adoption eines dritten Kindes kompensieren will. Sie hat schon einen Sohn (Jimmy Bennett aus "Hostage") und eine Tochter, die taub ist (Aryana Engineer, die tatsächlich nicht hören kann). Mit ihrem Mann John ("Jarhead" Peter Sarsgaard) einigt sie sich, die neunjährige Esther zu adoptieren, die ausgesprochen höflich ist. Das stets adrett mit Kleidern der Jahrhundertwende angezogene kleine Mädchen mit osteuropäischem Akzent sagt von sich selbst, dass es "anders" als andere Kinder sei. Und dies stellt sich bald als wahr heraus. Denn Esther beginnt, ihr wahres grausames Gesicht zu offenbaren, wobei das kaltblütige Töten einer verletzten Taube nur der Anfang ist. Denn tatsächlich ist sie ein ausgekochter Satansbraten, der weder vor Brandstiftung noch Mord halt macht. Kate schöpft Verdacht und versucht sich zur Wehr zu setzen. Doch Esther ist mit allen Wassern gewaschen und bringt die ehemals mit einem Alkoholproblem kämpfende Kate mit falschen Anschuldigungen in Teufelsküche. Das Fundament der ohnehin angeknacksten Familie droht völlig aus den Angeln gehoben zu werden. Das Finale wartet schließlich mit einem überraschenden Schlusstwist auf.

Verlorene Unschuld und nagende Schuldgefühle bilden die grundlegenden Themen in diesem Psychothriller im Horrorgewand. Am beeindruckendsten ist an dieser insgesamt grundsoliden Genreunterhaltung die schauspielerische Leistung von Fuhrmann, die es in punkto Bösartigkeit mit Damien aus "Das Omen" aufnehmen kann. ara.

Copyright © www.kino.de 2009.



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