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Obaba Filmkritik

Obaba Filmkritik

Film
Obaba
Autor
anonymous
Filmkritik vom
2007-12-22 17:42:28
Bewertung
2/5 2 stars
Quelle
www.kino.de
Filmkritik

Der spanische Oscar-Kandidat und Goya-Gewinner basiert auf dem Buch des baskischen Autors Bernardo Atxaga und fabuliert über die Geschichte(n) der Bewohner eines Bergdorfs.

"Bis vor kurzem war ich noch normal", beginnt die Ich-Erzählerin und Protagonistin Lourdes (Barbara Lennie). Nämlich als sie, die abgeklärte Filmstudentin aus der Großstadt, mit einer Videokamera zum nordspanischen Bergdorf Obaba fährt, um eine Doku über die Einwohner zu drehen. Seltsames geschieht bereits auf der nächtlichen Landstraße, wo ihr Ismael (Hector Colome) begegnet, der Besitzer des Hotels. Er sammelt Eidechsen und ist wie der Rest des Dorfes von Zahlen besessen. Dem alten Tomas hat er angeblich eins der Tiere ins Ohr gesteckt, wo es sein Gehirn verschlang. Eine von mehreren Geschichten, die Lourdes erfährt, während sie sich in den jungen Vater Miguel (Juan Diego Botto) verliebt, dessen Mutter das Grab eines deutschen Ingenieurs (Peter Lohmeyer) pflegt. Der Sohn des Deutschen unterhielt eine Brieffreundschaft nach Hamburg. Weitere Geschichten handeln von einer einsamen Lehrerin und einem labilen Mann, der die Stimmen seiner ertrunkenen Schwester hört. Lourdes verirrt sich in diesem eigentümlichen Puzzle aus Erzählungen und vermag darin Einbildung und Wahrheit kaum mehr zu trennen.

Was auf dem Papier nach einem spannenden Mystery-Thriller klingt, gerinnt unter der Regie von Montxo Armendáriz ("Geheimnisse des Herzens") zu einer betulichen Suche nach Erinnerungen, baskischer Identität und Nationalität, behandelt Einsamkeit, Neid, Wahnideen und Xenophobie. Wirklich skurril oder geheimnisvoll wird es nie, Manien und Obsessionen drängen sich nicht auf oder werden weiter vertieft, weshalb sich auch engere Vergleiche zu Lynch, Bunuel und Zeitgenossen wie Medem erübrigen. Die einfühlsame und melancholische Folklore lässt sich in keine (Genre-)Schublade stecken, sondern bietet unaufgeregtes Arthouse-Kino in gedeckt-dunklen Farben, verzichtet konsequent auf jedes Spektakel. Die parodistischen, verfremdeten Reiseberichte und Legenden aus Bernardo Atxagas Literaturereignis "Obabakoak oder Das Gänsespiel" kommen allerdings nur bedingt zur Geltung. Seine 25 Erzählungen werden auf per Kapitel angekündigte wenige Geschichten reduziert, deren Gesamtheit Leerstellen offen lässt, in denen man sich gern verliert. tk.

Copyright © www.kino.de 2007.



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