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Null Uhr 12 Filmkritik

Null Uhr 12 Filmkritik

Film
Null Uhr 12
Autor
anonymous
Filmkritik vom
2006-02-13 20:08:44
Bewertung
2/5 2 stars
Quelle
www.kino.de
Filmkritik

Mutig geht Bernd Michael Lade das Genre Gangsterfilm an und scheut sich auch nicht vor Film-Zitaten. Weit weg von eindimensionalen Fernseh-Krimis entwickelt er die verzwickte Geschichte eines Banküberfalls mit hochkarätiger Besetzung. Am Ende fragt man sich: Was ist Wahrheit, was ist Lüge?

Wohl selten rätselte das Publikum an einem Eröffnungsfilm so lange herum wie in diesem Jahr bei den Internationalen Hofer Filmtagen. War der Anfang das Ende, oder das Ende der Anfang? Die Frage war müßig, eine Antwort nicht in Sicht. Es geht Schauspieler Bernd Michael Lade, Tatort-Kommissar "Kain", in seinem ersten Kinospielfilm nicht um eine der üblichen Stories von Tätern und Polizisten, sondern um ganz normale Menschen, deren Schicksal sich durch einen Zufall verknüpft. Drei Männer, zwei Frauen, fünf Taschen auf einem U-Bahnsteig um Null Uhr 12. Festnehmen, sagt der Kommissar, denn kurz vorher wurde ein Geldtransporter überfallen. Nach den Einzelverhören, ist die Polizei so klug wie zuvor, außer dass das Quintett die gleiche U-Bahn benutzte, kommt nicht viel heraus. Also heißt es, die Verdächtigen beschatten und die wirken durch ihre Unauffälligkeit bald auffällig. Sie alle werfen Ballast ab - der phlegmatische Vertreter für Swimmingpool-Reinigungsgeräte hängt seinen Job an den Nagel und lässt seine keifende Frau ziehen, zwischen dem desillusionierten Taxifahrer, einem ehemaligen Kriegsfotografen, und der alleinerziehenden Mutter, die sich als Kellnerin durchschlägt, bricht peu à peu die Liebe aus, eine junge Programmiererin genießt ihre neu entdeckte Lust an der Sexualität, und ein Zocker zahlt Lehrgeld. Sie wollen nicht mehr zusehen, wie das Leben an ihnen vorbeizieht, sondern ihr Schicksal in die eigene Hand nehmen, die Zukunft selbst bestimmen. Bei der Suche nach der verlorenen Zeit werfen die üblichen Verdächtigen ihr Leben ab wie eine alte Haut, folgen ihre Sehnsüchten. Die Hauptfiguren, darunter Meret Becker und Dieter Landuris sind hervorragend besetzt, auch atmosphärisch stimmt diese Großstadtballade. Nur beim Plot hapert's gewaltig. Durch die verschachtelte Handlung bleibt die Schlüssigkeit und irgendwann leider damit auch das Interesse an den sympathischen Losern, die zu Gewinnern werden, auf der Strecke. Drehbuchautor Stefan Kolditz serviert zu viele, manchmal abstruse Wendungen, die auch Bernd Michael Lade filmisch nicht vereinfachen oder verständlich machen kann. Vielleicht sollte man sich den Film wirklich zweimal anschauen, wie Lade den Ratlosen rät. Aber das werden wohl die wenigsten Zuschauer tun. mk.

Copyright © www.kino.de 2006.



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